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Abschlussklassen kehren in Schulen zurück

dpa/lsw Stuttgart. Abstand wahren, Hygiene einhalten und viel frische Luft in die Räume lassen: Einige Schüler dürfen trotz Corona wieder zur Schule. Vor allem für die beruflichen Schulen ist das eine Herausforderung.

Schüler mit Mundschutz sitzen bei der Prüfungsvorbereitung fürs Abitur in einer zum Schulraum umfunktionierten Turnhalle. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Schüler mit Mundschutz sitzen bei der Prüfungsvorbereitung fürs Abitur in einer zum Schulraum umfunktionierten Turnhalle. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Nach einer siebenwöchigen Zwangspause wegen Corona sind am Montag erste Schüler in die Klassen zurückgekehrt, um sich auf ihre Abschlüsse vorzubereiten. Der Unterricht wird unter strengen Auflagen erteilt, um die Ansteckungsgefahr mit dem Virus gering zu halten. SPD und FDP forderten von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) ein Gesamtkonzept für den Unterricht in Corona-Zeiten und dazu, wie verpasster Unterrichtsstoff nachgeholt werden kann.

Ziel des Kultusministeriums ist es, dass alle 1,5 Millionen Schüler in Baden-Württemberg in diesem Schuljahr zumindest noch zeitweise Präsenzunterricht erhalten und nicht nur zu Hause lernen müssen. Rund 330 000 Schüler durften jetzt an die Schulen zurückkehren. Im nächsten Schritt sollen dann die Viertklässler wieder zurückkommen. Baden-Württemberg hatte Kitas und Schulen wegen des Coronavirus Mitte März geschlossen.

Vor allem die Berufsschullehrer sehen den Wiedereinstieg in den Präsenzunterricht als Herkulesaufgabe. Der Landesvorsitzende des Berufsschullehrerverbandes, Thomas Speck, sagte, etwa 40 Prozent der Berufsschüler gingen jetzt wieder zur Schule. Dafür stünden etwa 70 Prozent der Lehrer bereit. Es gebe trotzdem Schulen, die nicht allen Prüfungsklassen einen Präsenzunterricht anbieten könnten.

Vize-Landeschef Michael Niedoba bezifferte die Zahl der Prüflinge an den beruflichen Schulen auf mehr als 100 000. Die Prüfungen seien eine Belastungsprobe, da der Prüfungszeitraum verkürzt worden sei. Vize-Landeschefin Michaela Keinath erklärte, dass die praktischen Prüfungen für Schüler in der Altenpflege eigentlich in Pflegeheimen abgehalten würden. Das sei jetzt wegen Corona nicht möglich. Praktische Situationen sollten an Puppen nachgestellt werden.

Auch an den allgemeinbildenden Schulen startete der Unterricht unter erschwerten Bedingungen. So kehrten an der Immanuel-Kant-Realschule in Leinfelden-Echterdingen drei Klassen der Stufen neun und zwei 10er-Klassen zurück. Wegen der Abstandsregel von 1,5 Metern zwischen den Schülern sind alle Klassen geteilt und auf 12 bis 15 Schüler verkleinert worden - die restlichen Klassen der beiden letzten Jahrgangsstufen sollen im Laufe der Woche zurückkommen. In den Klassenzimmern müssen Türen und Fenster geöffnet bleiben.

SPD-Landeschef Andreas Stoch sagte der „Schwäbischen Zeitung“ (Montag), es brauche zwingend einen Stufenplan, wie alle Schüler im Südwesten auch wieder an der Schule unterrichtet werden können. Zudem könne man den Eltern „noch immer nicht erklären, wie der Fernunterricht nun weiter funktionieren soll“. „Dabei ist eins schon heute sicher: Einen vollen Präsenzunterricht mit vollem Stundenplan wird es auf absehbare Zeit nicht geben.“

FDP-Bildungsexperte Timm Kern sagte, die Ministerin sei auch ein Konzept schuldig, wie die Schüler den verpassten Stoff aufholen und Wissenslücken schließen könnten.

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Erstellt:
4. Mai 2020, 15:16 Uhr

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