Weinbau in Baden-Württemberg

Adelshaus Baden gibt Schloss Staufenberg und Rebflächen auf

Im Südwesten endet ein Kapitel Weinbaugeschichte: Das Haus Baden zieht sich aus dem Weinbau zurück. Was mit Schloss Staufenberg passiert, ist noch offen.

Das Weingut Schloss Staufenberg bei Offenburg.

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Das Weingut Schloss Staufenberg bei Offenburg.

Von red/KNA

Das Adelshaus Baden zieht sich aus dem traditionsreichen Weinbau im West-Schwarzwald zurück. Die renommierten Rebflächen von Schloss Staufenberg werden künftig von der Durbacher Winzer eG bearbeitet, wie die Genossenschaft und das Haus Baden gemeinsam mitteilten. Zuvor berichteten regionale Medien.

Hintergrund der Entscheidung ist die Branchenlage im Weinbau mit fundamentalen Veränderungen, wie ein Sprecher des Hauses auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Salem am Bodensee mitteilte. Nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbands steckt der deutsche Weinbau wirtschaftlich in einer historischen Krise.

Vielfältige Gründe für die Weinkrise

Das Weingut Schloss Staufenberg in Durbach bei Offenburg hat demnach seinen Betrieb bereits eingestellt. Die Markgräflich Badische Verwaltung habe den Winzern rund 13 Hektar Flächen zur Pacht angeboten. „Mit diesem Schritt möchte man die Weinbautradition und damit auch das Landschaftsbild um das Schloss herum bewahren, wie Prinz Michael von Baden betont“, heißt es in der Erklärung. Das markgräfliche Weingut hat nach eigenen Angaben einen weiteren Standort am Bodensee. Michael Prinz von Baden - so lautet der korrekte Name - ist nach Angaben des Hauses Generalbevollmächtigter und leitet die Markgräflich Badische Verwaltung.

Wie der Deutsche Bauernverband berichtet, sind die Gründe für die Weinbaukrise vielfältig: Der Weinkonsum sinkt. Nur noch rund 40 Prozent der im Inland getrunkenen Weine stammen aus Deutschland.

Schloss Staufenberg selbst soll verkauft werden - wie es weitergeht, blieb zunächst offen. „Die Zukunft des Schlosses ist derzeit Gegenstand von Gesprächen“, erklärte der Sprecher des Hauses Baden. Über den laufenden Prozess wolle man sich derzeit nicht äußern. Die burgähnliche Anlage liegt hoch über dem Rheintal und wird den Angaben zufolge von rund 800.000 Menschen im Jahr besucht.

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Erstellt:
10. Februar 2026, 09:58 Uhr

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