Aktion gegen Menschenhandel und Ausbeutung im Südwesten

dpa/lsw Wiesbaden/Stuttgart. In Baden-Württemberg und elf weiteren Bundesländern sind Polizei und Zoll in einer koordinierten Aktion gegen Menschenhandel und Ausbeutung durch Arbeit vorgegangen. Im Südwesten gab es unter anderem Kontrollen im Raum Ravensburg und am Bodensee, wie das Landeskriminalamt in Stuttgart am Dienstag auf Anfrage mitteilte. Auch an Autobahnen wurde kontrolliert. Es wurden unter anderem 466 Menschen überprüft. Menschenhandel sei aber nicht festgestellt worden, dafür über 100 andere mutmaßliche Gesetzesverstöße, beispielsweise Verstöße gegen das Mindestlohngesetz oder Arbeiten ohne Arbeitserlaubnis oder der Verdacht der Scheinehe.

Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild

Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild

Nach Angaben des Bundeskriminalamts in Wiesbaden kontrollierten die Beamten bundesweit zwischen dem 14. und 20. September knapp 3300 Menschen an gut 340 Orten. In mindestens 36 Fällen hätten sich Hinweise auf Menschenhandel oder Ausbeutung durch Arbeit ergeben. Nun werde geprüft, ob Ermittlungsverfahren eingeleitet würden.

Die Ermittler nahmen sich schwerpunktmäßig diesmal unter anderem Nagelstudios, Kosmetiksalons, Gaststätten, die Personenschifffahrt sowie das Transportgewerbe und Baustellen vor. Die Kontrollen in Deutschland waren Teil einer von Europol koordinierten Aktion in insgesamt 19 europäischen Staaten.

„Opfer von Zwangsarbeit und Ausbeutung der Arbeitskraft erhalten oft keinen oder nur einen geringen Lohn für ihre Arbeit“, erläuterte das BKA. Die Arbeitsbedingungen seien für die Menschen gefährlich. „Hinzu kommen die unwürdigen Bedingungen, unter denen die Opfer während ihres Aufenthaltes in Deutschland zu überhöhten Mieten untergebracht werden.“

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Erstellt:
22. September 2020, 16:22 Uhr

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