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Akute Probleme und Dauerbaustellen

Gruber (SPD) hakt bei Minister Hermann wegen des Schienennahverkehrs an Murr und Rems nach

Bei den Regionalzügen auf der Murrbahn bleibt es vorerst noch beim einstündigen Grundtakt. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Bei den Regionalzügen auf der Murrbahn bleibt es vorerst noch beim einstündigen Grundtakt. Foto: A. Becher

BACKNANG (pm). Eine Andeutung von Verkehrsminister Winfried Hermann hat den Backnanger SPD-Landtagsabgeordneten Gernot Gruber auf den Plan gerufen. In einem Interview der Märzausgabe des Staatsanzeigers hatte er gesagt, dass gewisse Probleme im Personennahverkehr sich bald, andere dagegen nur langfristig lösen ließen. Gruber hakte schriftlich nach. Jetzt liegt die Antwort vor.

Danach sollen bis Mai die Züge des Regionalexpresses nach Nürnberg auf der Murrstrecke vollständig erneuert sein. Auf der Remsstrecke sollen im Rahmen des kleinen Fahrplanwechsels Mitte Juni die Kapazitäten außerhalb der Hauptverkehrszeiten ausgebaut werden, insbesondere an Wochenend-Heimspielen des VfB Stuttgart – sobald diese wieder vor Publikum stattfinden können. Jetzt bestehende Kapazitätsengpässe sollen durch den sukzessiven Einsatz von Waggons aus dem vom Land nachbestellten Fundus ausgeglichen werden.

Trotz des 2012 für 12 Millionen Euro gebauten Kreuzungsbahnhofs bei Fornsbach bleibe die Strecke zwischen Backnang und Schwäbisch Hall-Hessental ein eingleisiges Nadelöhr. Gruber hofft darauf, dass hier der Bund mit weiteren finanzierbaren, kreuzungsfreien Bahnhöfen Zwischenschritte zur Zweigleisigkeit realisiert. Der Minister listet auch die Barrierefreiheit zu niedriger Bahnsteige, sowohl auf der Murr- als auch auf der Remsstrecke, als Aufgaben für die nächsten Jahre auf. Gruber dazu: „Neue Züge und angepasste Bahnsteige sind wichtig – kurzfristig ist aber das Wichtigste, dass die Züge fahren.“

Der Backnanger hatte sich deshalb beim Minister auch nach den Reserven an Zügen und Personal erkundigt, um einen verlässlicheren Zugverkehr dauerhaft sicherstellen zu können. Diese Frage betrifft den derzeitigen Notbetrieb ebenso wie die stufenweise Rückkehr zum Regelbetrieb. Laut Hermann hält Go-Ahead für die Murrbahn zwei und für die Remsbahn drei Reservezüge vor, allerdings seien diese „zum Teil“ nicht einsatzfähig. Für das von der Deutschen Bahn betriebenen Netz 3b auf der Murrbahn macht der Minister keine Angaben. Gruber ist mit der Antwort unzufrieden: „Reservezüge nutzen nur etwas, wenn sie auch gewartet, repariert und einsatzfähig sind.“

Bei der Personalreserve hält sich das Land laut Hermann raus. Der Verkehrsminister verweist diesbezüglich aber darauf, dass personalbedingte Zugausfälle finanziell doppelt bestraft würden. Den Mangel an qualifizierten Lokführern zählt der Verkehrsminister jedoch zu den kurzfristig nicht lösbaren Problemen, er drängt aber darauf, dass Go-Ahead künftig Lokführer ausbildet. „Der Passus einer Ausbildungsquote sollte für künftige Verkehrsverträge vereinbart werden, um mehr jungen Menschen eine klare berufliche Perspektive zu geben, um nicht zum Bittsteller bei den Zugbetreibern zu werden und um dauerhaft genügend viele Lokführer zu haben“, fordert Gruber.

Info

Der VVS hat jetzt angekündigt, dass die S3 ab Montag in der Hauptverkehrszeit zwischen 6 und 10 und zwischen 15 und 19 Uhr von Backnang nach Stuttgart-Vaihingen wieder im 15-Minuten-Takt fährt. Bei den regionalen Zügen bleibt es aber noch beim einstündigen Grundtakt.

Auch der Busverkehr wird wieder ausgeweitet: Vom Samstagsfahrplan wird auf den Ferienplan umgestiegen (siehe auch www.vvs.de). Gruber hatte bei der Nahverkehrsgesellschaft für den Zugverkehr schon nachgefragt, welche Vorlaufzeiten für die schrittweise Ausweitung notwendig seien. Vor allem wenn der Schulbetrieb wieder anläuft, sei eine Rückkehr zum Regelbetrieb notwendig.

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Erstellt:
18. April 2020, 06:00 Uhr

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