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Alemannenschule Wutöschingen für gute Schulqualität geehrt

dpa/lsw Berlin/Wutöschingen. Auszeichnung aus Berlin und Kritik nach Stuttgart: Eine kleine Schule in Südbaden wird als beste im Land geehrt. Vieles läuft hier anders. Und gängeln lassen will man sich nicht.

Schüler sitzen an der Gemeinschaftsschule im großen Gemeinschaftsraum. Foto: Patrick Seeger/Archivbild

Schüler sitzen an der Gemeinschaftsschule im großen Gemeinschaftsraum. Foto: Patrick Seeger/Archivbild

Sie setzt auf ein demokratisches Schulmodell und gilt als Vorreiter für individualisiertes Lernen: Für ihre beispielhafte Schulqualität ist die Alemannenschule im südbadischen Wutöschingen (Kreis Waldshut) im Rahmen des Deutschen Schulpreises in Berlin geehrt worden. Die Gemeinschaftsschule, die ihre Vorstellung von Lehren und Lernen auch mit einer modernen Schularchitektur verknüpft, erhält ein Preisgeld in Höhe von 25 000 Euro. Sie unterrichtet 150 Grund- und 400 Gemeinschaftsschüler.

Noch vor wenigen Jahren, heißt es in der Laudatio, sei die einzige weiterführende Schule in Wutöschingen von Auflösung bedroht gewesen. Die nüchterne Erkenntnis, dass der kleine Ort unweit der Schweizer Grenze ohne ein weiterführendes Bildungsangebot keine Zukunft haben würde, habe eine bemerkenswerte Allianz von Gemeindepolitik und Pädagogik ausgelöst. Dabei seien nahezu alle vertrauten Vorstellungen von schulischem Lernen zunächst einmal angezweifelt, auf den Kopf gestellt und schließlich neu justiert wurden.

„Wände wurden herausgerissen, die passende Raumatmosphäre zur Unterstützung des Lernens in unterschiedlichen Sozialformen geschaffen, gleichzeitig die Jahrgangsklassen durch altersgemischte Lerngemeinschaften ersetzt und die Arbeitsbeziehungen zwischen Kindern und Erwachsenen neu definiert“, wird die Schule weiter beschrieben. „Innerhalb weniger Jahre ist in Wutöschingen ein öffentlich wahrnehmbarer Lernraum entstanden, in dem sich ausgezeichnet beobachten lässt, wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene ihrem gemeinsamen Lernen auf die Spur kommen und sich dabei ohne Angst auf eine ungewisse Zukunft einlassen.“

Der Rektor der ausgezeichneten Schule, Stefan Ruppaner, nutzte die Ehrung für Kritik an der Bildungspolitik im Land: „Mich ärgert am meisten, dass den Schulen in Baden-Württemberg keine Eigenverantwortung zugetraut wird“, sagte er der „Südwest Presse“ (Donnerstag). Als Beispiel nannte er das neue Qualitätskonzept von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU), das einen Umbau und Neuzuschnitt der Schulverwaltung vorsieht. „Durch die neue Schulaufsicht werden die einzelnen Schulen jetzt künftig noch mehr gegängelt.“ Aus Sicht des Rektors brauchen Schulen mehr Freiheit und Eigenverantwortung.

Den mit 100 000 Euro dotierten Hauptpreis beim Deutschen Schulpreis gewann die Gebrüder-Grimm-Schule im nordrhein-westfälischen Hamm. Der Deutsche Schulpreis wird seit 2006 von der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung für eine besonders gute Schulqualität vergeben. Verglichen wurden: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, „Schulklima, Schulleben und außerschulische Partner“ und „Schule als lernende Institution“.

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Erstellt:
5. Juni 2019, 16:31 Uhr

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