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Alle reden, keiner handelt: Kritik an Klimakommunikation

dpa/lsw Karlsruhe. Inzwischen reden alle drüber, aber weiterhin handelt niemand - aus Sicht von Klimaexperten hat alle Kommunikation der Wissenschaft zum Thema Klimawandel politisch nichts bewirkt. „In gewisser Weise bin ich damit selbst gescheitert“, sagte am Mittwoch der Klimaforscher Mojib Latif am Rande des Kongresses zu „Klimawandel, Kommunikation und Gesellschaft“ in Karlsruhe. Die Kommunikation müsse neue Wege gehen und den Menschen mehr positives Denken nahebringen: „Klimaschutz ist der Innovationsmotor schlechthin. Wir sehen das nur nicht.“

George Marshall, Gründer des britischen Thinktanks Climate Outreach, sprach von einem sozialen Auftrag: „Wir sind damit gescheitert, die Menschen quer durch die Gesellschaft zu mobilisieren.“ Es gebe immer noch Menschen, die glaubten, dass der Klimawandel sie nicht betreffe. Soziologe Harald Welzer forderte einen völlig neuen Blick: Das Klima sei eben nicht ein Politikfeld wie jedes andere. „Es geht hier um Überlebensprobleme und das wird nicht verstanden.“

Welzer und Latif stellten dem Klimapaket der Regierung erneut ein vernichtendes Zeugnis aus. „Wenn Frau Merkel davon spricht, die Politik sei die Kunst des Machbaren, dann weiß ich schon: Es hat keinen Sinn“, sagte Latif, der auch Vorsitzender des Deutschen Klima-Konsortiums (DKK) ist. „Bloß niemandem wehtun ist kein zukunftsfähiges Politikmodell“, betonte Welzer.

In Karlsruhe hatten sich seit Dienstag rund 500 Teilnehmer zu dem vom DKK organisierten Kongress getroffen und darüber beraten, wie man beim Klimaschutz besser vom Wissen zum Handeln kommt.

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Erstellt:
25. September 2019, 14:09 Uhr

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