Althütte investiert 4,5 Millionen Euro

Bürgermeister Reinhold Sczuka bringt den Haushaltsentwurf für 2021 ein. Die Gemeinde kann die immensen Ausgaben nur schultern, indem sie einen Kredit über 1,2 Millionen aufnimmt. Der Haushalt wird in der Sitzung am 16. Februar verabschiedet.

Althütte investiert 4,5 Millionen Euro

Von Florian Muhl

ALTHÜTTE. Fast 4,5 Millionen Euro will die Gemeinde Althütte in diesem Jahr für Investitionen ausgeben. Eine Rekordsumme. Das geht aus dem Haushaltsentwurf hervor, den Kämmerer Rainer Hillmann erstellt und Bürgermeister Reinhold Sczuka in der jüngsten Gemeinderatssitzung eingebracht hat. Rekordverdächtig ist auch die Neuverschuldung: Um die Investitionen zu finanzieren beziehungsweise den Haushalt ausgleichen zu können, muss die Gemeinde einen Kredit in Höhe von 1,2 Millionen Euro aufnehmen.

Für die Aufstellung des Etats seien folgend Aspekte berücksichtigt worden: „Sinnvolle und maßvolle Investitionen umsetzen, keine Abenteuer im investiven Bereich und keine ausufernden neuen Sachausgaben“, so der Bürgermeister in seiner Haushaltsrede, die er allerdings nicht gehalten hat, sondern den Gemeinderäten und Zuschauern in ausgedruckter Form als Tischvorlage zur Kenntnis gab. Der Grund: Sitzungsökonomie. Jedes gesprochene Wort kostet Zeit. Jedes nicht gesprochene Wort spart Zeit. Das ist in Pandemiezeiten angesagt.

Die Verschuldung von 14 Euro je Einwohner steigt auf 288 Euro.

„Sie dürfen versichert sein, dass wir als Verwaltung auf Sicht fahren und uns auf keine Abenteuer einlassen werden“, wendet sich Sczuka in seiner niedergeschriebenen Rede an die Gemeinderäte und Bürger. Angesichts der Kreditaufnahme werde die Verschuldung von derzeit 14 Euro je Einwohner auf 288 Euro am Jahresende steigen. Als Wermutstropfen nennt der Verwaltungschef: „Trotz mehr oder weniger guter Einnahmesituation ist bei uns in Althütte die wichtigste Einnahmequelle, der Anteil an der Einkommensteuer, in einem extrem rückläufigen Bereich.“ Sorge bereite deshalb nicht dieses, sondern die folgenden Jahre. Warum? „Weil verbesserte Einnahmesituationen einen zeitversetzten steigenden Umlagebedarf bedeuten und vermutlich die Auswirkungen von Corona erst nach diesem Jahr 2021 richtig in den öffentlichen Haushalten wirken werden“, so Sczuka.

Das Haushaltsvolumen beträgt in diesem Jahr rund zehn Millionen Euro und bleibt damit relativ stabil und im Vergleich zu den Vorjahren ähnlich hoch. „Die Liquidität ist für unsere Verhältnisse sehr gut. Da brauchen wir keine Sorge haben“, so der Bürgermeister, der folgende große Ausgabeposten für 2021 nennt: die Feuerwehr, der Bau der Kalthalle beim Bauhof und andere notwendige Ersatzbeschaffungen des Bauhofs wie das derzeit im Winterdienst eingesetzte Fahrzeug sowie der Ausbau des Breitbandnetzes im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit mit den Kommunen Murrhardt, Großerlach und Sulzbach an der Murr. Der Löwenanteil in diesem Jahr wird allerdings in die Abwasserbeseitigung und in den Straßenausbau mit insgesamt rund 1,9 Millionen Euro fließen. Die zuletzt genannten Ausgaben allerdings unter dem Vorbehalt, dass die Gemeinde die beantragten Fördermittel für die Kanalerneuerung in der Ebniseestraße erhält. „Ohne diesen Zuschuss ist dieses Projekt nicht machbar“, stellt Sczuka klar.

Coronabedingt sei im Jahr 2020 Improvisationstalent gefragt gewesen. „Dies geht auch 2021 so weiter“, meint der Bürgermeister. Die Gemeinde, aber nicht nur die, sondern alle, müssten positive Anreize schaffen, denn wirtschaftliche Stimmung habe auch viel mit Psychologie zu tun. „Wir glauben daran, diese Krise meistern zu können.“ Dann wendet sich der Bürgermeister an jene Bürger, die nicht mit Disziplin und Zusammenhalt dazu beitragen würden, durch die Krise zu kommen: „Querdenken und das Voranstellen von Einzelinteressen gehört scharf verurteilt. Impfgegnern sei gesagt: Dies ist die einzige realistische Chance, einigermaßen die Pandemie zu bewältigen. Aus eigener Erfahrung mit dem Thema Kinderlähmung weiß ich, wovon ich spreche.“ Sczuka schließt seine Rede zur Haushaltseinbringung mit den Worten: „Wir haben also Aufgaben im Visier, wollen diese auch umsetzen, haben allerdings die Hand an der Handbremse, um diese notfalls zu ziehen, wenn dies notwendig werden sollte.“

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Erstellt:
2. Februar 2021, 11:30 Uhr

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