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Am Schlittenhang kennengelernt

Eheleute Schiff aus Weissach im Tal feiern goldene Hochzeit – Zuhören ist das Wichtigste für sie

Sind seit 50 Jahren miteinander verheiratet: Maria und Josef Schiff aus Weissach. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Sind seit 50 Jahren miteinander verheiratet: Maria und Josef Schiff aus Weissach. Foto: A. Becher

Von Hans-Christoph Werner

WEISSACH IM TAL. Er ist mit ihr Schlitten gefahren. Allerdings das nicht im Sinne von „jemanden zurechtweisen“, sondern ganz konkret. Im Jahr 1968 war das. Als in hiesigen Breiten noch reichlich Schnee fiel. Und Kinder waren sie auch nicht mehr. Im Gegenteil. Josef Schiff, in einem Vorort von Budapest geboren, war mit seinen Eltern und seinem Bruder Georg 1946 als Heimatvertriebener nach Deutschland gekommen. In Oberweissach ist ihnen ein Zimmer zugewiesen worden. Die Familie musste sich geraume Zeit auf beengte Verhältnisse einrichten. Eine Lehre als Schmied hat er nach Abschluss der Schule gemacht und anschließend in einer Dachziegelfabrik gearbeitet.

Maria Schiff, damals noch Preßburger, ist ebenfalls im Großraum Budapest geboren. Auch sie kam 1946 nach Deutschland. In Jagsthausen hat sie die Schule besucht, dann in Heilbronn eine Lehre als Metzgereiverkäuferin gemacht. Der Lohn war mager. Auch deshalb, weil man als Lehrling Kost und Logis frei hatte. In dieser Zeit zogen die Eltern von Maria Schiff von Jagsthausen nach Unterweissach um. Wochenends war sie dort zu Besuch. Und so waren nun beide Akteure am Ort der Begegnung, einem Schlittenhang bei Weissach. Übrigens: Diese gemeinsame Fahrt war so rasant, dass der Schlitten dabei zu Bruch ging. Beide fühlten sich dazu verpflichtet, den Schaden wieder in Ordnung zu bringen. So waren einige Besorgungen nötig. Und da man das gemeinsam tat, kam man sich näher. Mit der Folge, dass man zwei Jahre später heiratete.

Im Haus der Eltern von Josef Schiff in der Goethestraße hat das junge Paar gewohnt. Mit Eltern sowie Großeltern und Bruder waren es sieben Personen. Das Haus wurde gleich durch einen Anbau erweitert, später noch durch einen Wintergarten. In Unterweissach wuchsen auch die Söhne Marco und Gregor auf.

Dank der Großeltern der beiden Jungen, die sich um ihre Enkel kümmerten, war es möglich, dass Josef und Maria Schiff ihren Berufen in vollem Umfang nachgingen. Nach Jahren bei der Baufirma Fritz Müller arbeitete Josef Schiff drei Jahrzehnte bei der Firma Binder-Fördertechnik in Burgstall. Maria Schiff stand weiterhin in Metzgereien hinter dem Ladentisch. Josef Schiff hatte in den Jahren zuvor zudem eine Zusatzausbildung als Hufbeschlagschmied gemacht. So war er in seinen Feierabendstunden noch in den Pferdehöfen der Region unterwegs.

Auf Urlaubsfahrten haben sie auch die alte Heimat besucht, wenngleich dort keine Verwandten mehr wohnten. Brasilien war dann eine ganz große Reise, die die Schiffs wagten. Dabei erlebten sie auch den Karneval in Rio de Janeiro. Das kam vor allem Josef Schiff zupass, war er doch 13 Jahre lang Präsident des Unterweissacher Carnevals-Clubs.

Nach dem Geheimnis ihrer gemeinsamen Jahre befragt geben die Schiffs an, dass das Zuhören das Wichtigste sei. Heraushören, was den anderen bewegt, und ihn verstehen. Ferner sei ihnen eine gesunde Arbeitsteilung zugutegekommen. Das Praktische, Handwerkliche erledigte er, um finanzielle Angelegenheit kümmerte sie sich. Feiern werden die Schiffs am Samstag nach ihrem Ehrentag. Erst mit einem Gottesdienst, dann zusammen mit Familie und Freunden. Auch die beiden Enkel werden dabei sein.

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Erstellt:
6. Februar 2020, 16:00 Uhr

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