Ambiente und Angebot gefallen

Gelungene Premiere der Weinmesse in der Stadthalle Backnang – WG Aspach und Weinbau Holzwarth ziehen erfreuliche Bilanz

„Wir haben gar nicht mit so vielen Besuchern gerechnet“, freut sich Joachim Schöffler von der Weingärtnergenossenschaft Aspach. Er und sein Winzerkollege Matthias Holzwarth haben die 1. Weinmesse Backnang ins Leben gerufen. Und damit wohl genau ins Schwarze getroffen. Kaum werden die Tore der Stadthalle Backnang geöffnet, strömen die Weinfreunde in Scharen herbei.

Finden die Idee von der Weinmesse sehr gut (von links): Nicole Tigges, Craig Tigges, Werner Tigges und Susanne Oltmanns.Foto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Finden die Idee von der Weinmesse sehr gut (von links): Nicole Tigges, Craig Tigges, Werner Tigges und Susanne Oltmanns.Foto: T. Sellmaier

Von Simone Schneider-Seebeck

BACKNANG/ASPACH.Auffällig sind die vielen jüngeren Besucher. „Wein liegt bei jüngeren Leuten wieder im Trend. Sie kommen, um Wein zu genießen und stellen auch immer höhere Ansprüche“, hat Schöffler beobachtet. Und Holzwarth ergänzt: „Jüngere Leute haben einen anderen Geschmack als die Älteren. Es gibt ein größeres Interesse an den neueren Trendsorten, wie beispielsweise den Grauburgunder. Insgesamt wird viel probiert und nachgefragt, vor allem trockene Weißweine.“

Schöffler und Holzwarth hatten schon länger die Idee, eine Weinmesse ins Leben zu rufen. Während des letzten Backnanger Weindorfes wurde die Idee dann festgemacht. Ursprünglich sollte die Weinmesse in Aspach ausgerichtet werden, doch dann entschied man sich für Backnang als Standort, da es hier ein größeres Publikum gibt. „In jeder Stadt gibt es heutzutage eine Weinmesse. Backnang braucht das auch“, erklärt Schöffler. Und nach nur zwei Monaten Vorlaufzeit konnte so die 1. Backnanger Weinmesse ihre Tore öffnen.

Überall sieht man Besucher in angeregten Gesprächen vertieft

Die Besucher sind sehr angetan vom Ambiente und der großen Auswahl. Überall sieht man angeregte Gespräche. Holger und Heike Schaap sind gleich zu Beginn gekommen. Man merkt, dass das Ehepaar sich auskennt, denn vor ihnen liegen sorgfältig ausgefüllte Bewertungsbögen. Während ihr Mann Rotwein bevorzugt, favorisiert Heike Schaap einen guten Weißen. Sie kommt selbst aus einer Winzerfamilie und weiß, wovon sie spricht. Beim Blick in die Zeitung stach ihnen die Weinmesse ins Auge, und man entschied sich spontan für den Besuch. Sie war schon auf mehreren Weinmessen und ist begeistert: „Wir haben es nicht bereut. Es ist ein schönes kleines Event mit angenehmer Atmosphäre. Man hat einen guten Überblick.“

Ein überraschendes Familientreffen gibt es ein paar Stehtische weiter. Nicole und Craig Tigges sind erst vor ein paar Minuten gekommen und haben ihren Patenonkel Werner Tigges sowie seine Frau Susanne Oltmanns getroffen. Ein willkommener Zufall. Auf Facebook hat die junge Frau von der Weinmesse gelesen und spontan beschlossen, mit ihrem Mann herzukommen. „Wenn es in Backnang schon mal eine solche Veranstaltung gibt, dann muss man auch hin. Vor allem, wenn man Kinderfrei hat,“ schmunzelt sie. Die Großeltern passen nun auf die Kleinen auf und haben das Paar aus Weissach hergebracht. Werner Tigges und seine Frau Susanne haben es da etwas einfacher, sie sind einfach zu Fuß hergekommen. „Die Idee mit der Weinmesse ist gut. Man hat ja den Wein direkt vor der Haustür. Allerdings hätte etwas mehr Werbung gemacht werden können,“ findet Tigges. Susanne Oltmanns ergänzt: „Wir waren bereits vor zwei Jahren in Marbach auf der Weinmesse.“ Die beiden haben aus der Zeitung von dem Event erfahren. Eine Gruppe Endzwanziger ist ebenfalls über Facebook auf die Weinmesse aufmerksam geworden. Die Freunde trinken auch privat gern ein Gläschen Wein und so haben sie die Messe als optimale Gelegenheit angesehen, einmal etwas Neues auszuprobieren. „Auf einen gemeinsamen Nenner kommt man aber auf keinen Fall,“ lacht eine junge Frau. In einem sind sie sich jedoch einig – es sei schön, mal die Weine aus der Region kennenzulernen. Und einen Verbesserungsvorschlag gibt es gleich dazu. Mit 21 Uhr ist die Veranstaltung definitiv zu früh zu Ende. Sie dürfe beim nächsten Mal gern länger dauern. Vor allem, da in dieser Jahreszeit in der Murr-Metropole nicht viel los sei.

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Erstellt:
12. November 2018, 06:00 Uhr

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