Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Angehende Backnanger des Herzens

Über 200 Neubürger beim Begrüßungsabend im Bürgerhaus – Vereine und Organisationen zeigen an 39 Ständen ihre Vielfalt

Insgesamt waren es 254 Menschen mit 28 Kindern, die im vergangenen Jahr nach Backnang gezogen sind. Und über 200 folgten der Einladung der Stadtverwaltung zur Neubürgerbegrüßung ins Bürgerhaus. Viele Vereine und Organisationen hatten sich mächtig ins Zeug gelegt. An 39 Ständen im Foyer konnten sich die neuen Backnanger über die Vielfalt des gesellschaftlichen Angebotes in Backnang ein Bild machen.

Ist aus Hessen in die Murr-Metropole umgezogen: Cornelia van Rinsum.

© Pressefotografie Alexander Beche

Ist aus Hessen in die Murr-Metropole umgezogen: Cornelia van Rinsum.

Von Andreas Ziegele

BACKNANG. Den musikalischen Rahmen des offiziellen Programmes bildete das Schlagzeugensemble der Jugendmusikschule unter Leitung von Burkhardt Wörnle, das zu Beginn und zum Abschluss sein Können zeigte und mit großem Applaus bedacht wurde. Viele „Ahs“ und „Ohs“ gab es beim Auftritt der Wild Thing Cheerleader im Publikum. Mit einer Choreografie aus Hebeübungen und Pyramiden begeisterten die jungen Sportler das Publikum.

Gewohnt humorvoll und gut aufgelegt begrüßte Oberbürgermeister Frank Nopper die Neubürger und versprach gleich zu Beginn: „Wir werden alles daransetzen, dass Sie vom Neu-Backnanger zum Backnanger des Herzens werden.“ Mit einem Film, der Backnang aus der Luft zeigt, wollte Nopper klarmachen, dass es sich lohnt, „Backnang zu Wasser, zu Lande und in der Luft zu entdecken und zu erobern“. An Superlativen zur Stadt Backnang sparte er nicht. „Unsere Wirtschaft ist seit Jahren in Hoch- und Beststimmung“, freut sich Nopper. Die Arbeitslosigkeit geht mit 3,3 Prozent in Richtung Vollbeschäftigung; einige Unternehmen haben in den letzten Jahren enorm an Arbeitsplätzen zugenommen.

Einführung in die fünfte

Backnanger Jahreszeit

Auch die Verkehrsanbindung der Stadt wird immer besser. „Backnang ist aber auch eine bärenstarke Sportstadt“, ließ der OB wissen. Nicht fehlen durfte natürlich eine Heranführung der Neubürger an die fünfte Backnanger Jahreszeit: das Straßenfest, das Nopper als „so etwas wie ein Eheanbahnungsinstitut“ bezeichnet; Backnang tituliert er in diesem Zusammenhang als „Landesstraßenfest-Hauptstadt“. Stolz zeigt sich der OB auf das Vereinsleben: „Es gibt kaum eine Freizeitbetätigung, die nicht von unseren Sport-, Musik-, Kultur-, Alten- und Jugendvereinen angeboten wird.“

Zum Schluss überprüfte Nopper dann, ob die neuen Bürger ihrem Oberbürgermeister auch zugehört hatten. Mit Fragen wie „Zum wievielten Mal fand das Straßenfest 2018 statt?“ oder „An was erinnert der Gänsemarkt?“ prüfte er das Wissen des Publikums, das auf alle Fragen die richtigen Antworten wusste. Den ersten Preis sicherte sich Tobias Weimer, seit Mai dieses Jahres Pfarrer der Matthäuskirche in Backnang, mit der Antwort auf die Frage: „Aus welchem Jahr stammt das Historische Rathaus?“ Es ist 1599.

Auf eine Krücke gestützt ist Cornelia van Rinsum gekommen. Sie wohnt in Strümpfelbach. Auf die Frage, wie es ihr in Backnang gefällt, antwortet sie: „Ich konnte noch gar nicht so viele Eindrücke gewinnen, denn ich bin kurz nach meinem Umzug gestürzt und habe mir dabei einen Beckenbruch zugezogen. Seither war ich mehr oder weniger ans Haus gebunden.“ Als Grund für ihren Umzug aus dem hessischen Heusenstamm nennt sie ihren Partner. „Er hat mich überredet, hier runter zu kommen.“

Claudia Thom und Birgitta Toppstedt sind sozusagen Wiederkehrerinnen. Thom: „Nach 18 Jahren hat es mich wieder zurück zur Familie und meinen Wurzeln gezogen.“ Besonders der Stadtturm hat es ihr angetan. „Den Turm, den liebe ich von allen Seiten“, sagt die aus Remseck-Aldingen Zurückgekehrte, die nun im Plattenwald wohnt. Ihre Nachbarin Birgitta Toppstedt ist schon in Backnang zur Schule gegangen und hat die Stadt aufgrund des Wohnungsmangels vor einigen Jahren verlassen. „Ich fühle mich wieder heimisch“, sagt sie und lobt besonders die neu gestaltete Gartenstraße.

Von Remshalden nach Backnang gelockt wurde Jessica Müller von ihrem Ehemann Andreas. Die beiden wohnen nun seit einem halben Jahr im Stiftsgrundhof. Zu Backnang selbst kann sie noch nichts sagen. „Ich war bislang nur einmal in der Stadt, um meinen Personalausweis zu beantragen“, sagt sie. „Mich zieht es immer noch mehr nach Schorndorf oder Waiblingen“, gibt sie offen zu. Aber grundsätzlich gefällt es ihr an ihrem neuen Wohnort gut.

Rolf Maass, der im Januar nach Backnang gezogen ist, hat in der Stadt schon seine Ausbildung bei der Bäckerei Röhm in der Sulzbacher Straße gemacht. „Meine Geschwister und meine Mädchen wohnen hier, und deshalb bin ich nun zurückgekehrt“, sagt er, der zuletzt in Stuttgart gelebt hat.

Seit exakt einem Jahr wohnt Frank Wohlfart nun in der Lichtensteinstraße in Backnang. Zuvor hat er in Waiblingen gewohnt und in Backnang gearbeitet. „Der Umzug war eher Zufall“, sagt der gebürtige Franke. „Ein Arbeitskollege ist umgezogen und hat mir seine Wohnung hier angeboten.“ Einen Vergleich zwischen Waiblingen und Backnang zieht der junge Mann auch noch: „Backnang ist halt ein wenig kleiner und ländlicher als Waiblingen. Da ich aber selber aus dem ländlichen Raum komme, ist das für mich durchaus angenehm.“

Das Fazit von vielen Neubürgern nach diesem Abend lautet: „Diese Begrüßung ist eine tolle Sache und gibt einem das Gefühl, hier willkommen zu sein.“ Viele der Gäste nutzen anschließend die Gelegenheit, um im Foyer miteinander und mit den Vertretern der Vereine und Organisationen ins Gespräch zu kommen.

Wie groß das Interesse der Zugezogenen an ihrer neuen Heimat ist, zeigte sich schließlich am folgenden Tag. An der Stadtführung mit Baudezernent Stefan Setzer, Stadtarchivar Bernhard Trefz sowie dem evangelischen Dekan Wilfried Braun und dem Oberbürgermeister nahmen mehr als 150 Neubürger teil.

Claudia Krimmer geehrt Info Am Tag des Ehrenamtes war sie durch die Hochzeit ihrer Tochter verhindert. So erfolgte die Auszeichnung der gebürtigen Backnangerin Claudia Krimmer mit dem „Backnanger Stadtturm“ jetzt bei der Neubürgerbegrüßung. OB Frank Nopper würdigte ihr Engagement für den Turnsport. „Sie war aber nicht nur Turnerin, Turntrainerin und Turnfunktionärin“, sagte das Stadtoberhaupt und ergänzte dann: „Sie ist auch in jeder Hinsicht Turnmutter.“ Nicht ganz ernst gemeint fügte er hinzu: „Was Turnvater Jahn für Deutschland war, ist Turnmutter Claudia Krimmer für Backnang.“ Als Sechsjährige kam sie zur Turnabteilung der TSG Backnang und wurde dort später Übungsleiterin im Kinderturnen, Trainerin im Förderbereich und Fachwartin im Geräteturnen. Seit 2010 ist sie stellvertretende Vorsitzende des Hauptvereins mit dem Verantwortungsbereich Sport und Gesundheit. Doch was bedeutet die Auszeichnung für Krimmer selbst? „Das ist schon eine große Auszeichnung für mich. Das zeigt mir, dass die Arbeit, die man im Ehrenamt macht, doch auch wahrgenommen wird. Und darüber freue ich mich“, sagt sie mit einem Strahlen im Gesicht.
Wiederkehrerinnen: Brigitta Toppstedt (links) und Claudia Thom, in Backnang Nachbarinnen.

© Pressefotografie Alexander Beche

Wiederkehrerinnen: Brigitta Toppstedt (links) und Claudia Thom, in Backnang Nachbarinnen.

Sind gerade dabei, Backnang kennenzulernen: Jessica und Andreas Müller. Fotos: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Sind gerade dabei, Backnang kennenzulernen: Jessica und Andreas Müller. Fotos: A. Becher

Hat schon die Ausbildung in Backnang absolviert: Rolf Maass, aus Stuttgart gekommen.

© Pressefotografie Alexander Beche

Hat schon die Ausbildung in Backnang absolviert: Rolf Maass, aus Stuttgart gekommen.

Konnte die Wohnung eines Arbeitskollegen in Backnang übernehmen: Frank Wohlfart.

© Pressefotografie Alexander Beche

Konnte die Wohnung eines Arbeitskollegen in Backnang übernehmen: Frank Wohlfart.

Zum Artikel

Erstellt:
22. Oktober 2018, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!
Wohnungsbau in Backnang. Archivfoto: A. Becher
Top

Stadt & Kreis

Keine Einigung bei Sozialwohnungsquote

Weil bezahlbare Wohnungen in Backnang knapp sind, will die Stadt eine Sozialquote für größere Wohnbauprojekte einführen. Über die Frage, wie hoch der Anteil sein soll, gehen die Meinungen im Gemeinderat aber auseinander.

Stadt & Kreis

Das Ende der Spiegelberger Rennstrecke

Nach mehreren Jahren Planung kann die Sanierung der Ortsdurchfahrt im August tatsächlich beginnen. Die Pläne und der Ablauf des Bauvorhabens wurden Interessierten im Rahmen eines Informationsnachmittags erläutert.