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Angeklagter in Mordprozess: „Rache-Motiv war vorherrschend“

dpa Ellwangen. Der Angeklagte im Prozess um die Gewalttat in Rot am See hat vor der Tat nach eigenen Angaben in einem Zustand von Angst und Abschottung gelebt. So habe er die meiste Zeit in seinem Zimmer im Elternhaus verbracht und vor dem PC gesessen, sagte der 27-Jährige am Montag zum Auftakt des Verfahrens in Ellwangen. Er habe dort Überwachungskameras installiert, stets seine Tür abgeriegelt und die Telefonate seiner Eltern abgehört - er wollte nach eigenen Angaben verhindern, dass seine Mutter ihn vergiftet. Zudem habe er nachts die Zimmertür mit einem schweren Balken und einer Infrarot-Alarmschranke gesichert, damit sie ihn nicht im Schlaf töte. „Ich habe allen Menschen um mich herum misstraut“, sagte er.

Vor dem Gerichtsgebäude hält eine Statue der Justitia eine Waagschale. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild

Vor dem Gerichtsgebäude hält eine Statue der Justitia eine Waagschale. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild

Der 27-Jährige gab am Montag an, dass seine Mutter ihm immer wieder Substanzen ins Essen gemischt und ihn mit weiblichen Hormonen vergiftet habe. Deshalb habe er sie getötet. „Das Rache-Motiv war vorherrschend“, sagte er.

Mit 30 Schüssen soll der Mann im Januar bei einem Familientreffen im baden-württembergischen Rot am See (Kreis Schwäbisch Hall) sechs Verwandte - darunter seine Mutter - getötet und zwei weitere schwer verletzt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord und versuchten Mord vor. Die Tat hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt.

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Erstellt:
29. Juni 2020, 12:06 Uhr

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