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Anwohner fordern separate Zufahrt fürs Baugebiet

Über 250 Stellungnahmen und 75 Einwände aus Lautern gegen das Baugebiet Ziegeläcker III in Sulzbach in der geplanten Form

Das Sulzbacher Baugebiet Ziegeläcker III soll nur über die Margarethenstraße erreichbar sein. Das wollen die Anwohner dieser Straße nicht. Nur für den Linienbus soll es eine Verbindung nach Lautern geben. Das lehnen jedoch die Bürger von Lautern ab. Sie befürchten, dass viele Bewohner des Gebiets Ziegeläcker die Straße unerlaubt als Abkürzung benutzen. Zeichnung: LK&P

Das Sulzbacher Baugebiet Ziegeläcker III soll nur über die Margarethenstraße erreichbar sein. Das wollen die Anwohner dieser Straße nicht. Nur für den Linienbus soll es eine Verbindung nach Lautern geben. Das lehnen jedoch die Bürger von Lautern ab. Sie befürchten, dass viele Bewohner des Gebiets Ziegeläcker die Straße unerlaubt als Abkürzung benutzen. Zeichnung: LK&P

Von Ute Gruber

SULZBACH AN DER MURR. In der Gemeinde am idyllischen Südhang des Schwäbischen Waldes soll es mit dem Areal Ziegeläcker III ein neues Baugebiet geben (wir berichteten). Es ist der dritte Abschnitt eines Gesamtkonzeptes aus den 90er-Jahren. Mit dem Hinweis, dass die Zufahrt planmäßig durch eine Straße des bestehenden Neubaugebietes Ziegeläcker II gehen und (nur) der Linienbus dann möglicherweise durch den Teilort Lautern fahren soll, hat die Verwaltung in ein Wespennest gestochen: Über 250 Stellungnahmen aus dem Neubaugebiet und 75 Unterschriften aus Lautern sind in kürzester Zeit bei der Gemeinde eingegangen. Alle haben den Tenor: Nicht mit uns.

In den einheitlichen, sehr detaillierten Stellungnahmen aus dem Neubaugebiet werden sieben Punkte angeführt, die abzuwägen seien: Mit der Umwandlung der Margarethenstraße von einer Sackgasse in eine Durchgangsstraße werde es durch die geschätzten 120 bis 150 Fahrzeuge zusätzlich im geplanten Baugebiet zu einer Lärm- und Abgasbelastung kommen, die für ein Wohngebiet nicht mehr tolerierbar sei. Außerdem werde dadurch der Verkehrswert der Grundstücke gemindert, die explizit für Familien mit Kindern ausgelobt worden waren. Die Gefährdung der Verkehrssicherheit und der gestörte Verkehrsfluss auch in den weiterführenden Straßen Richtung L1066 wird angeführt, zumal sich an der zentralen Straße „Ziegeläcker“ ein Kindergarten und ein Altenheim befinden. Eine weitere Zufahrt zum geplanten Wohngebiet sei auch wegen Bau- beziehungsweise Rettungsfahrzeugen sinnvoll. Ebenso wird der Artenschutz thematisiert. Ansprechpartner Dietmar Woelke meint: „Manche Nachbarn fielen da aus allen Wolken, die wussten nichts von den Plänen.“

Lauterns Ortsanwalt Joachim Magenau überreicht 75 Unterschriften gegen die Buslinie durch Lautern. „Weniger wegen dem Bus“, vielmehr befürchtet man Schleichverkehr auf der Bustrasse. Und er verweist auf die Zusage bei den ersten Planungen für das Neubaugebiet, wonach der Teilort Lautern nicht angebunden werde an den gewachsenen Ort Sulzbach. In der Tat wurde die enge Dorfstraße nach ihrer Sanierung vor einigen Jahren liebevoll gestaltet und sowohl die öffentlichen Blumenrabatten wie die Dorfgemeinschaft am neuen Brunnen dort werden von den Ortsansässigen gepflegt – eine lebendige Landidylle, wie es scheint.

Magenau möchte auch nicht, dass das seither gute Verhältnis mit dem jetzigen Neubaugebiet belastet wird: „Da geht’s dann irgendwann drum: Fahren die über die Margarethenstraße oder durch Lautern.“ Sein Vorschlag: eine Zufahrt vom Feldweg nördlich der Ziegeläcker. „Zumindest für den Baustellenverkehr.“

Hauptamtsleiter Michael Heinrich nimmt das Ganze gelassen. „Deshalb haben wir ja so frühzeitig die Öffentlichkeit beteiligt“, meint er, „damit wir Einwände im Vorfeld berücksichtigen können.“ Als Zuständiger für die Bauleitplanung wundert er sich allerdings über die Überraschung unter den Häuslesbauern: „Dass die Margarethenstraße der Übergang sein wird, steht aber groß im Bebauungsplan. Das ist kein Geheimnis, das war von Anfang an klar.“ Als Hin-weis diene auch die Ausgestaltung der Straße: „Sechs Meter breite Fahrbahn und anderthalb Meter breiter Gehweg – das ist ja bei den Parallelstraßen viel weniger.“

Zum Vorschlag der Anwohner, dem zukünftigen Wohngebiet eine direkte Zufahrt zur L1066 zu bauen, will er noch nichts sagen: „Da müssen erst mal die Eigentumsverhältnisse geklärt werden, dann das Finanzielle und zuletzt hat auch das Regierungspräsidium als Straßenbaulastträger (der L1066) noch ein Wörtchen mitzureden.“

Die Gemeinde sammelt also derzeit alle Stellungnahmen, sowohl private wie öffentliche, um sie dann in den nächsten Wochen Punkt für Punkt abzuarbeiten. Zuerst mit dem Ingenieurbüro, das mit der Planung beauftragt ist, dann mit dem Gemeinderat. Dann werde eine Abwägung erfolgen. „Das ist jetzt unsere nächste Aufgabe.“

Dass die Margarethenstraße in der Tat als Übergang Richtung neues Wohngebiet/Lautern geeignet ist, zeigt sich bereits in der Praxis: Ein von Fußgängern und Radlern stark frequentierter Trampelpfad quer durch Wiese und Biotop verbindet die Ziegeläcker bereits jetzt mit Lautern.

Stellungnahmen können laut Gemeinde diese Woche noch abgegeben werden.

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Erstellt:
4. Juli 2018, 06:00 Uhr

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