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Anwohner stöhnen über Schleichverkehr

Die Sperrung der Strecke Rettichkreisel–Stöckenhof verursacht in den Ortsdurchfahrten von Heiningen und Waldrems tägliche Staus

Gesperrt ist eigentlich nur die Straße zwischen dem Rettichkreisel und Berglen-Stöckenhof. Und die ist aus Backnanger Sicht weit entfernt. Die Auswirkungen der Sperrung bekommen aber besonders die Anwohner von Backnangs südlichen Stadtteilen zu spüren. Der Ausweichverkehr zwängt sich durch die Hauptstraßen von Waldrems und Heiningen und sorgt täglich für Staus.

Der Verkehr in den südlichen Stadtteilen hat auch tagsüber deutlich zugenommen. Die offizielle Umleitungsstrecke über die Heinrich-Hertz-Straße ist vielen Autofahrern zu lang. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Der Verkehr in den südlichen Stadtteilen hat auch tagsüber deutlich zugenommen. Die offizielle Umleitungsstrecke über die Heinrich-Hertz-Straße ist vielen Autofahrern zu lang. Foto: A. Becher

Von Matthias Nothstein

BACKNANG.Die Ortsvorsteherin von Waldrems, Regina Konrad, findet klare Worte: „Die Auswirkungen auf die Anwohner sind dramatisch.“ Die Bewohner der südlichen Stadtteile sind die täglichen Fahrzeugschlangen ja schon seit Jahren gewohnt, aber seit der Straßensperrung Rettichkreisel–Stöckenhof stauen sich die Blechkolonnen schon morgens um 6 Uhr bis zum Hundekreisel zurück. Doch nicht nur in der Rushhour sind die Anwohner gewaltig genervt, neuerdings rollen die Fahrzeuge auch tagsüber nur noch im Schritttempo durch den Ort. Die offizielle Umleitungsroute über die Heinrich-Hertz-Straße in Backnang wählen die wenigsten Fahrzeuglenker. Konrad: „Oft reicht der Stau am helllichten Tag bis zum Rathaus Waldrems zurück, das ist dann noch eine gute Situation. Zuweilen stehen die Fahrzeuglenker aber auch schon bei der Einfahrt zur Filsstraße oder beim Kreisel Friedhof.“

Die gesamten Bauarbeiten sollen fünf Monate dauern. Aber, und das stimmt Konrad etwas zuversichtlich, der erste Bauabschnitt könnte am 21. Oktober – also nach sieben Wochen Bauzeit – beendet werden. Vorausgesetzt, dass der Zeitplan eingehalten wird. Bei diesem Bauabschnitt geht es in erster Linie um die Sanierung der Landesstraße im Bereich Königsbronnhof. Nach dem Ende des ersten Bauabschnitts sollen zumindest die Autos wieder zwischen Rettichkreisel und Stöckenhof verkehren können. Konrad hat die Hoffnung, dass der Verkehr in ihrer Ortsmitte dann spürbar abnimmt.

Der zweite Teil der Baustelle beinhaltet Arbeiten an der Ortsdurchfahrt Stöckenhof und dauert mindestens weitere neun Wochen. Im Gegensatz zu den Autos müssen Lastwagen weiter die Umleitung über Allmersbach und Backnang fahren, da die weitere Strecke nach Hertmannsweiler und somit zur B-14-Anschlussstelle Nellmersbach für weitere zwei Monate komplett gesperrt wird. Und die Straße nach Bürg, die die naheliegendste Ausweichstrecke wäre, sowieso für den Schwerlastverkehr gesperrt ist. Die Strecke ist eng, kurvig, steil und in einem schlechten Zustand.

Die aktuelle Situation in Waldrems und Heiningen ist laut Konrad auch für die Autofahrer ein Riesenproblem, „die sind ebenso genervt“. Denn die Autos stehen, obwohl die Ampelschaltung an der Opti-Kreuzung zugunsten des Querverkehrs geändert wurde. Konrad: „Die Wartenden hupen und wenden und nutzen sämtliche erlaubten und unerlaubten Schleichwege.“ Schlimm auch die Abgassituation. Die Anwohner können laut Konrad trotz des schönen Wetters nicht einmal ihre Fenster öffnen. Und die Anwohner selbst kommen aus den Querstraßen nicht mehr raus, weil die genervten Autofahrer keine Lücken mehr lassen, sondern nur noch weiter wollen.

Groß: „Ich hätte eine Pförtnerampel vor Heiningen fordern sollen“

Auch Heiningens Ortsvorsteher Leonhard Groß klagt, „die Anwohner sind unheimlich belastet“. Ebenso wie Konrad sieht er in den Staus ein deutliches Zeichen, dass die B-14-Anschlussstelle Backnang-Süd dringend leistungsstark und wenn möglich ohne Ampelregelung ausgebaut werden muss. Die Anschlussstelle muss laut Groß und Konrad so attraktiv werden, dass die Autofahrer auch den etwas weiteren Weg in Kauf nehmen. Angesichts des enormen Schleichverkehrs geißelt Groß das unsolidarische Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer. Gleichzeitig macht er sich inzwischen selbst Vorwürfe, dass er nicht während der Bauphase auf eine Pförtnerampel vor Heiningen bestanden hat.

Nur ein frommer Wunsch Von Matthias Nothstein Die aktuellen Verkehrsmengen sind in gewisser Weise ein Vorgeschmack auf die Situation, wenn der Knoten Waldrems erst fertig gebaut und als Abkürzungsstrecke noch lukrativer ist. Wenn heute schon Tausende trotz des täglichen Staus diese Route wählen, werden sie es erst recht machen, wenn die Auffahrt auf die B14 völlig problemlos klappt. Es bleibt ein frommer Wunsch, dass die Autofahrer die offizielle Umleitung über die Heinrich-Hertz-Straße wählen, diese Route wird partout nicht angenommen. Die Anwohner müssen sich wohl damit abfinden und können sich allenfalls damit trösten, dass es in ferner Zukunft mit dem leistungsstarken Anschluss Waldrems zumindest keine Staus mehr geben wird. Appelle, Solidarität mit den Anwohnern zu üben, werden heute und in Zukunft wirkungslos verpuffen. Kommentar
Würden alle die offizielle Umleitung fahren, wäre alles in Ordnung. Quelle: Landratsamt/Grafik ZVW

Würden alle die offizielle Umleitung fahren, wäre alles in Ordnung. Quelle: Landratsamt/Grafik ZVW

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Erstellt:
10. Oktober 2018, 06:00 Uhr

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