Appell an die Zuversicht der Aspacher

Unwetterbedingt muss der zweite Aspacher Sommerempfang kurzfristig in die Kleinaspacher Hardtwaldhalle verlegt werden. Ursprünglich hätte er in der historischen Kelter stattfinden sollen. Geehrt werden Blutspender, Feuerwehrleute und ehrenamtlich Engagierte.

Nach dem Empfang bietet sich so mancher Plausch bei einem kühlen Getränk vor der Hardtwaldhalle an. Fotos: Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Nach dem Empfang bietet sich so mancher Plausch bei einem kühlen Getränk vor der Hardtwaldhalle an. Fotos: Tobias Sellmaier

Von Carmen Warstat

ASPACH. „Wie es so oft im Leben ist: Es kommt anders, als man sich das vorstellt“, sagte Bürgermeistern Sabine Welte-Hauff eingangs. „Genauso ist es uns heute gegangen, als wir uns kurzfristig entschieden haben, aufgrund des Starkregenereignisses gestern und der weiterhin instabilen Wetterlage unseren Sommerempfang in die Hardtwaldhalle zu verlegen.“ Die Sicherheit der Gäste, der Bauhofmitarbeitenden und Helfer gehe vor, betonte sie und merkte an, dass sie Absagen, etwa die des Landrats Richard Sigel, der wegen der Hochwasserfolgen verhindert war, nachvollziehen könne.

Der Musikverein Rietenau unter Leitung von Jozsef Luczek hatte die Veranstaltung zuvor „mit einem flotten Konzertmarsch“, wie Welte-Hauff es ausdrückte, eröffnet und sollte sie auch im weiteren Verlauf mit Liedbeiträgen und einer Zugabe bereichern. Den schottischen Essayisten und Historiker Thomas Carlyle zitierend („Alle Bedeutung des Lebens liegt im Handeln für die Gemeinschaft“), nahm die Bürgermeisterin Bezug auf das Funktionieren der Gesellschaft in der Gemeinde, zu dem jeder und jede beitragen könne: „Jeder Einzelne von uns hat die Fähigkeit, einen Unterschied zu machen. Ob groß oder klein, jeder Beitrag zählt.“ Sie sprach auch von den kleinen Gesten, dem Lächeln und der helfenden Hand, die die Gemeinschaft stark machen.

Die Gemeinde muss künftig langsamer investieren, so die Bürgermeisterin

Vor den Bürgerehrungen informierte Sabine Welte-Hauff über den Stand der Dinge seit dem vergangenen Jahr und gab einen Ausblick in die Zukunft. Die Einführung von Tempo-30-Zonen in Großaspach, Rietenau und Kleinaspach bezeichnete sie als großen Erfolg. Man hoffe auf weitere Lärmminderungsmaßnahmen, speziell auch in Allmersbach am Weinberg. Im Rahmen des Sirenenförderprogramms steht die Gemeinde momentan bei vier von neun installierten Sirenen, für sieben Stück habe man einen Zuschuss erhalten. Die Bürgermeisterin ging auf die Entwicklung der Basisinfrastruktur ein, etwa auf Wasserkonzeptionen und die Kläranlage, auf barrierefreie Bushaltestellen und den Breitbandausbau. Aktuell verhandele die Gemeinde „hartnäckig über den Ausbau noch nicht angeschlossener Adresspunkte und abgelegener Liegenschaften“. Für Aspachs Eigenwasserversorgung stehe im Herbst unter anderem der Einbau einer Druckerhöhungsanlage im Hochbehälter Schönenbühl an. Ein neues und ganz besonderes Baugebiet („Stegmühlenweg“) sei erschlossen worden und die Gemeinde habe eine neue Straße („Blütengärten“) bekommen.

Der Gürtel wird enger geschnallt

Sabine Welte-Hauffs Herzensthema sei „die Entwicklung von generationengerechten Angeboten“, für die gleich in mehrere Richtungen gearbeitet werde. Im Hinblick auf die Zukunft war zu hören, dass die finanzielle Lage der Gemeinde prekär sei. „Die Kommunalaufsicht hat die Aufnahme weiterer Kredite untersagt.“ Mehrere Gründe hätten dazu geführt, dass man „den Gürtel enger schnallen“ und „Pflichtaufgaben priorisieren“ müsse. Man werde trotzdem weiter investieren, aber eben langsamer.

Mehrere Bauprojekte stehen auf der Agenda, darunter der Ausbau der Bundesstraße 328, zu dem die Bürgermeisterin Vorüberlegungen bezüglich der Interessen der Aspacher Bürgerschaft mitteilte.

Weitere Themen

Breiten Raum nahmen die allgemeine Würdigung des Ehrenamts in der Gesellschaft sowie die Ehrungen einer Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern ein. Für Mehrfachblutspenden erhielten jeweils eine Anerkennung: Geena Gerstenheimer, Ina Jacobi, Carola Maywald, Hannah Wintergerst (jeweils zehn Spenden), Regine Albrecht, Daniel Ekert, Heike Föll-Wöhrle, Ann-Kathrin Übele (jeweils 25 Spenden), Andreas Eisenmann, Wolfgang Glück, Astrid Übele (jeweils 50 Spenden), Andrea Eppler, Edgar Klinke, Dagmar Sachs (jeweils 75 Spenden), Bernhard Moser (100 Spenden) und Gerd Guhr (125 Spenden).

Peter Hanisch wird mit der Bürgermedaille geehrt

Die Ehrenträger der Freiwilligen Feuerwehr stehen angesichts der jüngsten Unwetterereignisse ganz besonders im Fokus und wurden daher mit besonders kräftigem Applaus bedacht. Durch den Feuerwehrkommandanten Danilo Heber wurden ausgezeichnet: Marcel Barall und Michael Brandt (für 15 Jahre aktiven Feuerwehrdienst), Alexander Trautwein (25 Jahre aktiver Feuerwehrdienst) und Andreas Kiefer (als langjähriger Jugendwart). Für den Einsatz in Sachen Natur- und Artenschutz erhielten die Teilnehmer der Mistelaktion (Manfred Breisch, Tim Hahn, Catrin Hahn, Wilfried Laufer, Rudi Merkle, Klaus-Peter Müller, Tobias Bäuerle und Rainer Deichmann) Anerkennungen und speziell um das Thema Streuobstwiesen haben sich Alfred Binder (als Vorstand des Obst- und Gartenbauvereins Rietenau), Jochen Schäufele (Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe) sowie Michael Reichert (Vorstand der Rietemer Epfelbutza) verdient gemacht. Jürgen Wuthe erhielt ebenso wie Philip Beveridge und Klaus-Uwe Knödler (beide in Abwesenheit) eine Anerkennung als engagierter Bürgerfahrdienstler und dankte dem 30-köpfigen Team in einer kurzen Ansprache.

Bürgermeisterin Sabine Welte-Hauff (vorne mittig) zeichnete verdiente Feuerwehrleute, Blutspender und gesellschaftlich engagierte Bürger aus. Dem langjährigen Gemeinderat Peter Hanisch (links) wurde die Bürgermedaille verliehen.

© Tobias Sellmaier

Bürgermeisterin Sabine Welte-Hauff (vorne mittig) zeichnete verdiente Feuerwehrleute, Blutspender und gesellschaftlich engagierte Bürger aus. Dem langjährigen Gemeinderat Peter Hanisch (links) wurde die Bürgermedaille verliehen.

Die Bürgermedaille, bis zuletzt geheim gehalten, ging an Peter Hanisch, der als Gemeinderat seit 1989 große Verdienste erworben hat und nach 35 Jahren auf eigenen Wunsch ausscheidet. Die Bürgermeisterin lobte unter anderem Hanischs „niederschwellige Art der Kommunikation“ und seine Loyalität und Verlässlichkeit sowie seinen guten Draht zur Bürgerschaft.

In ihrem Schlusswort appellierte Sabine Welte-Hauff noch einmal an das Gemeinschaftsgefühl und die Zuversicht der Aspacher Bürgerinnen und Bürger und dankte allen Organisatoren des Sommerempfangs, nicht zuletzt den Jüngsten: „Ein großer Dank geht auch an die Kinder und Erzieherinnen unserer Aspacher Kindertagesstätten, die mit ihren selbst gebastelten Blumen für die Dekoration gesorgt haben.“

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Erstellt:
29. Juni 2024, 06:00 Uhr

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