Arbeitsagentur-Chef: Nicht nur um Industriejobs kümmern

dpa/lsw Stuttgart. Der baden-württembergische Regionalchef der Bundesagentur für Arbeit, Christian Rauch, warnt in der Arbeitsmarkt-Debatte vor einer Fokussierung ausschließlich auf den Automobilsektor. „Man darf den Wohlstand des Landes nicht nur daran bemessen, wie es dem Automotivesektor gerade geht“, sagte Rauch der Deutschen Presse-Agentur und betonte: „Wenn wir uns nur um den Industriefacharbeiter in der Automobilbranche kümmern, könnte das auch zu einer gesellschaftlichen Schieflage führen.“

Christian Rauch, baden-württembergische Regionalchef der Bundesagentur für Arbeit, im Interview. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild

Christian Rauch, baden-württembergische Regionalchef der Bundesagentur für Arbeit, im Interview. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild

Zwar litten wichtige Branchen wie der Automotivesektor und der Maschinenbau gerade unter einer schwachen Konjunktur. Es gebe aber zugleich viele Branchen, in denen keine Konjunkturabschwächung zu beobachten sei und in denen weiter händeringend Arbeitskräfte gesucht würden. Als Beispiele nannte Rauch das Handwerk, den Dienstleistungs- sowie den Pflegebereich. „Es ist nicht so wie hin und wieder in der Vergangenheit, dass die gesamte Volkswirtschaft Baden-Württembergs runtergeht, sondern nur einzelne Branchen sind konjunkturellen Dellen ausgesetzt“, kommentierte Rauch. Das sei ein zentraler Unterschied im Vergleich zur Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 und 2009.

In den vergangenen zehn Jahren sei in Baden-Württemberg eine Million Jobs dazugewonnen worden auf jetzt knapp 4,8 Millionen. „Ein Viertel der Beschäftigung ist also in den letzten zehn Jahren kontinuierlich aufgebaut worden, das gab es in der Kontinuität und dem Maße noch nie. Man muss also schon sehen, dass wir ein sehr hohes Niveau haben.“

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Erstellt:
30. Dezember 2019, 06:47 Uhr

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