Artenschützer kritisieren Notzulassung von Insektizid

dpa/lsw Stuttgart. Naturschützer werfen Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) einem Zeitungsbericht zufolge vor, mit der Notfallzulassung eines Insektizids den Artenschutz zu torpedieren. „Wir sind enttäuscht“, sagte der Geschäftsführer des Verbands Pro Biene, Tobias Miltenberger, der „Südwest Presse“ (Montag). Hintergrund des Streits ist dem Bericht zufolge eine vom Land beantragte und vom zuständigen Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) genehmigte Notfallzulassung für das Pflanzenschutzmittel Cruiser 600 FS. Mit dem Insektizid ummanteltes Zuckerrüben-Saatgut dürfe nun bis Ende April auf rund 12 000 Hektar von Feldern der Südzucker AG im Kreis Heilbronn ausgebracht werden.

Imker Tobias Miltenberger. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Imker Tobias Miltenberger. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Das umstrittene Mittel gehört zur Gruppe der Neonicotinoide, die als schädlich für Bienen und andere Insekten gelten. Diese Pflanzenschutzmittel sind in der EU eigentlich verboten. Laut Landwirtschaftsministerium diene die Notfallzulassung dazu, den Zuckerrübenanbau vor dem Aus zu bewahren, berichtet das Blatt weiter. Zuckerrüben seien von Schädlingsbefall besonders betroffen. Ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums betonte, dass mit dem Einsatz des behandelten Saatgutes sogar Insektizide eingespart würden, weil man Flächen nicht mehrfach spritzen müsse. Auch würden strenge Regelungen gelten - etwa ausreichender Abstand zu Nachbarfeldern, sagte er.

© dpa-infocom, dpa:210201-99-251460/3

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Erstellt:
1. Februar 2021, 09:32 Uhr

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