Rückrufe

Asbest-Alarm weitet sich aus – Spielsand auf keinen Fall einsaugen

Gefährlicher Fund in Kinderspielzeug: Es häufen sich aktuell Rückrufe von Spielsand und sandhaltigen Spielfiguren – betroffen sind unter anderem Aldi Süd und Woolworth.

Bunter Spielsand aus China kann krebserregendes Asbest enthalten.

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Bunter Spielsand aus China kann krebserregendes Asbest enthalten.

Von mic/red

In Deutschland läuft aktuell eine große Rückrufaktion für verschiedene Spielsand-Produkte und Spielzeuge, die mit asbesthaltigem Sand gefüllt sind. Der hochgiftige und krebserregende Stoff wurde in mehreren Produkten aus China nachgewiesen.

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Betroffen sind nicht gewöhnliche Sandkastensande, sondern speziell gefärbte, feinkörnige Spielsande, die unter Namen wie „Rainbow Sand“, „Magic Sand“ oder „Glow Art Sand“ verkauft werden. Diese werden häufig für kreative Bastelprojekte oder als Dekoration in durchsichtigen Behältern verwendet. Auch Actionfiguren mit Sand-Füllung sind betroffen.

Asbestverseuchter bunter Spielsand

Zu den zurückgerufenen Produkten gehören unter anderem Artikel von Hobbycraft wie das „My Living World Worm Kit“, verschiedene Bastel-Sets und Sandmalerei-Produkte. Auch die Handelsketten Aldi Süd und Woolworth haben Rückrufe für Stretcherz-Spielfiguren gestartet, die im Zeitraum von November 2025 bis Februar 2026 verkauft wurden.

Die Verbraucherzentrale rät dringend davon ab, die betroffenen Produkte weiter zu verwenden. Bei bereits geöffnetem Sand sollten besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden: Der Sand muss befeuchtet werden, um Staubbildung zu vermeiden. Anschließend sollte er in luftdichten Beuteln oder Behältern verpackt und als Sondermüll entsorgt werden. Keinesfalls darf ein Staubsauger verwendet werden, da dies die gefährlichen Fasern im Raum verteilen könnte.

Asbestfasern verursachen Lungenkrebs

Die Gefährlichkeit von Asbest liegt darin, dass die Fasern beim Einatmen schwere Erkrankungen wie Asbestose, Lungen- und Rippenfellkrebs verursachen können. Die Folgen zeigen sich meist erst nach Jahrzehnten. Besonders problematisch sind freigesetzte Fasern, wie sie bei den betroffenen Produkten auftreten können.

Die Untersuchungen laufen noch, weitere belastete Produkte könnten gefunden werden. Erste umfassende Ergebnisse werden in den kommenden Wochen erwartet. Verbraucher sollten gefärbten Spielsand vorsorglich nicht mehr verwenden und sich über weitere Rückrufe auf dem Laufenden halten.

Betroffene Spielzeug-Chargen im Überblick

Moxy Sand Painting:

  • EAN 8715427068824
  • EAN 8715427068831
  • EAN 8715427136066
  • EAN 8715427170442
  • EAN 8714274360402
  • EAN 8714274723276

Pufferz Puffer-Figur Sand (dehnbar):

  • Item Nr. 35886Z
  • Barcode 8714627012316

Stretcherz Slammerz via Woolworth:

  • EAN 5050835105345
  • Auftragsnr. 409557/00

Creafun Sandmalerei-Bauernhof:

  • EAN 8715427137506
  • Artikelnr. 250-0099
  • Charge IO-240520

Stretcherz via Aldi Süd und Action:

  • 5014761014713
  • 5014761015802
  • 5014761015819
  • 5050837662419
  • 5014761016779
  • 5014761016786
  • 5014761016793
  • 5014761016809
  • 5014761016892
  • 5014761016908
  • 5014761016915
  • 5014761016922
  • 5014761016816
  • 5014761016823
  • 5014761016830
  • 5014761016847
  • 5014761016854
  • 5014761016861
  • 5014761016878
  • 5014761016885

Die aktuellen Funde in Deutschland reihen sich in eine internationale Serie von Warnungen ein. Bereits im November 2025 hatten Behörden in Australien und Neuseeland vor belastetem Sand aus China gewarnt. Anfang Februar 2026 wurden auch in den Niederlanden und Belgien zahlreiche kontaminierte Produkte entdeckt.

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Erstellt:
19. Februar 2026, 09:12 Uhr

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