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Auch Sachsenweiler hat jetzt eine Krippe

Evangelischer Kindergarten wird am Sonntag offiziell eingeweiht – Neue Gruppe mit zwölf Plätzen für unter Dreijährige

Im Garten baggern noch die Landschaftsgärtner, doch im Gebäude haben schon die Kinder das Kommando übernommen. Seit September ist der neu gebaute evangelische Kindergarten in Sachsenweiler in Betrieb. Er ist nicht nur moderner, sondern auch größer als sein abgerissener Vorgänger. Erstmals gibt es in Sachsenweiler nun auch eine Krippengruppe für unter Dreijährige.

Mit Gummistiefeln und Regenkleidung geht’s auch bei schlechtem Wetter nach draußen. Im großen Foyer des Neubaus haben die Kinder aus Sachsenweiler nun reichlich Platz zum Umziehen. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Mit Gummistiefeln und Regenkleidung geht’s auch bei schlechtem Wetter nach draußen. Im großen Foyer des Neubaus haben die Kinder aus Sachsenweiler nun reichlich Platz zum Umziehen. Foto: A. Becher

Von Kornelius Fritz

BACKNANG. Jutta Hofer war 24, als sie 1989 als frisch ausgebildete Erzieherin nach Sachsenweiler kam. 30 Jahre später arbeitet sie immer noch im selben Kindergarten, mittlerweile als Leiterin. Manche Kinder, die sie damals betreut hat, trifft sie heute als Eltern wieder. Der Abschied vom alten Gebäude, das vor eineinhalb Jahren abgerissen wurde, ist ihr nach so langer Zeit nicht ganz leicht gefallen. Doch wenn sie heute Besucher durch die neuen hellen Räume führt, dann sieht Jutta Hofer rundum zufrieden aus: „Das neue Gebäude bietet uns ganz andere Möglichkeiten. Das kann man überhaupt nicht mehr vergleichen.“

Auch die Kinder, die während der Bauzeit in Räume der Grundschule und der Mennoniten-Gemeinde ausquartiert waren, haben sich in dem Neubau schnell eingelebt. Im alten Kindergarten, der in den 1950er-Jahren gebaut wurde, sei alles sehr beengt gewesen, erzählt die Leiterin. „Für Bewegungsangebote gab es kaum Platz.“ Als Büro stand der Leiterin nur ein fensterloses Kämmerchen zur Verfügung, und für die Teambesprechung mussten sich die Erzieherinnen auf Kinderstühlen an den Maltisch setzen.

Feste Gruppen und offene Angebote

Beim Neubau wurden die Erzieherinnen nun von Anfang in die Planung einbezogen. So ist ein Gebäude entstanden, das fast keine Wünsche offenlässt. Da ist etwa das große Foyer, das genug Platz für Feste, Aufführungen und den Morgenkreis mit allen 60 Kindern bietet. Da gibt es eine Küche für gemeinsame Kochaktionen, ein Atelier für kreative Projekte und einen Bewegungsraum, in dem sich die Kinder austoben können. An einer Schiene an der Decke kann man sogar eine Schaukel befestigen. „Das lieben die Kinder besonders“, weiß Jutta Hofer.

Im Untergeschoss, abseits des Trubels, gibt es Räume, die zum Beispiel für die Sprachförderung bei Kindern aus Migrantenfamilien genutzt werden. Hier gibt es auch einen Besprechungs- und Aufenthaltsraum für die Erzieherinnen und einen für Elterngespräche. Das Büro der Leiterin ist gleich im Eingangsbereich: Durch die verglaste Tür hat Jutta Hofer immer im Blick, was sich gerade im Foyer tut. „Der Kindergarten wird nun mehr als gemeinsames Haus genutzt“, freut sich die Leiterin. Zwar gibt es auch künftig drei Gruppen mit festen Bezugspersonen, in der Freispielzeit machen die Erzieherinnen aber auch Angebote für alle. Die Krippenkinder werden dabei zum Teil schon mit eingebunden. Allerdings haben sie auch ihren eigenen, geschützten Bereich mit direktem Zugang zum Garten.

Dass es nun auch Sachsenweiler eine Betreuung ab dem zweiten Lebensjahr gibt, ist für Christhild Schenk das größte Plus des neuen Kindergartens: „Es bestand großer Bedarf für ein solches Angebot“, sagt die Kindergartenbeauftragte des Kirchenbezirks. Aktuell geht die Betreuung in Sachsenweiler maximal bis 14.30 Uhr. Bei entsprechendem Bedarf wäre in den neuen Räumen aber auch eine Ganztagsbetreuung mit einem warmen Mittagessen möglich.

Die Kostenschätzung für den Kindergartenneubau, der von den Backnanger Architekten Sibylle und Tilmann Nussbaum geplant wurde, lag bei 2,2 Millionen Euro. Christhild Schenk geht davon aus, dass dieser Rahmen auch ungefähr eingehalten wird. Lediglich die Gartengestaltung sei etwas teurer geworden als gedacht. Obwohl der Kindergarten unter kirchlicher Trägerschaft steht, trägt den Löwenanteil an den Investitionskosten die Stadt Backnang. Der Gemeinderat hat einen Zuschuss von 80 Prozent bewilligt, das sind etwa 1,8 Millionen Euro.

Info
Festwochenende in Sachsenweiler

Gleich mehrere Gründe zum Feiern gibt es am Wochenende in Sachsenweiler. Neben der Einweihung des neuen Kindergartens feiert die evangelische Gemeinde auch das 50-jährige Jubiläum der Petruskirche. Außerdem feiert der Musikverein Sachsenweiler sein 60-jähriges Bestehen.
Der Musikverein Sachsenweiler eröffnet das Festwochenende am Samstag um 19.30 Uhr mit einem Konzert in der Petruskirche. Der Verein hat ein Programm mit Stücken aus den vergangenen 60 Jahren vorbereitet.

Der Festgottesdienst zum Kirchenjubiläum beginnt am Sonntag um 9.30 Uhr. Die Predigt hält Dekan Wilfried Braun, musikalisch umrahmt wird der Gottesdienst von der Musikgruppe S.A.M und dem Liederkranz Steinbach. Nach Grußworten wird zum Mittagessen in die Mehrzweckhalle eingeladen.

Um 13 Uhr feiert die Gemeinde die Einweihung des neuen Kindergartens, der jetzt den Namen Petruskindergarten trägt und damit die enge Verbindung zur Kirchengemeinde unterstreicht. Oberbürgermeister Frank Nopper und Dekan Wilfried Braun werden Ansprachen halten. Ein buntes Programm mit Spielstationen, Kutschfahrten, einer Hüpfburg, Bücherflohmarkt und weiteren Attraktionen wartet auf die Gäste.

Um 14 Uhr führen die Kindergartenkinder in der Petruskirche ein Mini-Musical auf. Im Anschluss wird zu Kaffee und Kuchen in die Mehrzweckhalle eingeladen. In der Kirche wird eine Bilderausstellung mit einem Rückblick auf 50 Jahre Petruskirche zu sehen sein. Auch Bilder von Kindern der Grundschule Sachsenweiler zum Thema „So sehe ich die Petruskirche“ sind zu sehen.

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Erstellt:
18. Oktober 2019, 06:00 Uhr

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