Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Aufwendiger Ausbau der Wasserleitungen

Gemeinderat Aspach fasst Grundsatzbeschluss. Förderung für millionenschweres Projekt wird jetzt beantragt.

In das Wassernetz muss ständig investiert werden, damit das kostbare Nass nie versiegt. Foto: NOW

© NOW

In das Wassernetz muss ständig investiert werden, damit das kostbare Nass nie versiegt. Foto: NOW

Von Renate Schweizer

ASPACH. Es ist der perfekte Moment, um über Wasser zu reden: Noch am frühen Abend 31 Grad im Schatten, in der Gemeindehalle ins Aspach vergleichsweise angenehm kühl – bei der jüngsten Gemeinderatssitzung vor den Sommerferien in Aspach stand die Trinkwasserversorgung auf der Agenda, ganz genau der „Ausbau der Wasserversorgung der Gemeinde Aspach im Zuge der NOW-Eigenwasserkonzeption“. Hoch konzentrierte, bestens vorbereitete Gemeinderäte aus allen Listen (CDU, FWA, SPD) hatten sich versammelt: Wasser ist wichtig. „Wir spüren es alle: Niederschläge werden unberechenbarer, der Wasserverbrauch steigt, gleichzeitig sinkt der Grundwasserspiegel“, brachte es Sabine Welte-Hauff, die Bürgermeisterin der Kommune, auf den Punkt. Natürlich ist eine verlässliche Trinkwasserversorgung für alle Gemeinden existenziell – aber in Aspach ist die Sache schon deshalb besonders kompliziert, weil die einzelnen Ortsteile und Wohnplätze weit verstreut liegen und weil der Höhenunterschied zwischen ihnen beträchtlich ist. Wasser, das „unten“ in Großaspach mit hohem Druck aus der Leitung schießt, tröpfelt 100 Höhenmeter weiter „oben“ in Völkleshofen oder Sinzenburg müde aus dem Hahn. Um für alle eine gleichermaßen sichere Trinkwasserversorgung zu gewährleisten, hat sich Aspach schon vor Jahr und Tag der NOW angeschlossen. Die Großbuchstaben stehen für den Zweckverband Wasserversorgung Nord-Ost-Württemberg und der Deal geht so: Die teilnehmenden Gemeinden speisen sämtliche Quellwasser (Rohwasser) ihrer Gemarkung ins System ein. Und wie das bei Quellen so ist: Mal ist es viel, mal ist es wenig, und die Wasserqualität schwankt. Im Wasserwerk der NOW wird es gesammelt, lebensmitteltechnisch überprüft, aufbereitet, enthärtet und schließlich bekommen es die Kommunen in stets gleichbleibender überprüfter Qualität zurück, um es an ihre Bürger wieder zu verteilen. Mit der Entscheidung, sich an der NOW zu beteiligen, hatte es sich der Aspacher Gemeinderat nicht leicht gemacht: Drei Jahre lang war es immer wieder Thema im Gemeindeparlament. Seit 2014 ist nun der Vertrag in trockenen Tüchern und der Bau der Rohwasserleitungen der NOW zum zentralen Wasserwerk ist längst angelaufen. Bleibt aufseiten der Gemeinde laut Vertrag der Um- und Ausbau der Leitungen für das Trinkwasser auf Gemeindegebiet und, wie schon gesagt, das ist in Aspach ganz schön aufwendig.

Zahlreiche Einzelbaustellen in zwei Bauabschnitten

Allein der erste Bauabschnitt, den Christoph Raithle vom Ingenieurbüro Frank aus Backnang vorstellte, umfasste sage und schreibe 13 Einzelbaustellen und der zweite Abschnitt immer noch stolze acht. Sollte Raithle gehofft haben, die Aspacher Räte nicken das, erschlagen vom Umfang des Projekts, einfach so ab, hätte er die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Wie sich herausstellte, kannten die gewählten Vertreter der Bürgerschaft auch die entlegensten Winkel ihrer Gemeinde wie ihre Westentasche, und so gab es jede Menge Zwischenfragen und im Anschluss an die Präsentation eine lebhafte Diskussion. Ein Hauptgegenstand der Debatte war dabei die Versorgungssituation in Sinzenburg und Neuwirtshaus, die als Einzige nicht durch Anschluss an einen Leitungsring doppelt gesichert versorgt sein werden und deren Notstromaggregat auch in Zukunft manuell eingeschaltet werden muss. Zu jedem Posten des umfangreichen Planungswerks hatte das Ingenieurbüro einen Kostenvoranschlag erstellt, und wie man sich denken kann, kamen da am Ende stolze Summen zusammen: 5720000 Euro muss die Trinkwasserversorgung in Aspach den Steuerzahlern wert sein. Und es gilt, schleunigst die Gewährung von 80 Prozent Fördermitteln des Landes zu beantragen, damit die Gemeinde nicht auf diesen Kosten sitzen bleibt. Am Ende wurde der Grundsatzbeschluss zum Ausbau und der Auftrag zur Stellung des Förderantrags mit einer Gegenstimme (Wolfgang Schopf, SPD) beschlossen.

Zum Artikel

Erstellt:
30. Juli 2020, 16:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!
Mit Steinen oder Ziersplit gefüllte Gärten sollen nach dem neuen Landesnaturschutzgesetz nicht mehr angelegt werden dürfen. Foto: Adobe Stock/U. J. Alexander
Top

Stadt & Kreis

Gesetzesänderung mit Appellcharakter

Das Land Baden-Württemberg hat sogenannte Schottergärten verboten – für den örtlichen Nabu ein begrüßenswerter Schritt. Eine Kontrolle dessen gestaltet sich jedoch schwierig, weshalb die Stadt Backnang lieber auf den Dialog mit Bauherren setzen will.