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Aus Gartenschau wird Remstal-Route

Tourismusverein will Vermarktung nach Ende der Gartenschau im Oktober übernehmen  –  Mitglieder müssten mehr zahlen

Die Remstal-Gartenschau mit ihrem Maskottchen Remsi ist werbewirksam für die ganze Region – diese Vermarktung will der Tourismusverein auch in Zukunft nutzen. Foto: L. Breusch

© lukas breusch photography

Die Remstal-Gartenschau mit ihrem Maskottchen Remsi ist werbewirksam für die ganze Region – diese Vermarktung will der Tourismusverein auch in Zukunft nutzen. Foto: L. Breusch

Von Matthias Ellwanger

URBACH/REMSHALDEN. Die Remstal-Gartenschau hat gerade erst begonnen, da diskutieren die Gemeinderäte bereits über die Zeit danach. Denn im Anschluss an die Veranstaltung soll die Remstal-Route die Strukturen der Gartenschau GmbH und damit die touristische Vermarktung übernehmen.

Im Zuge der Gartenschau, so die Begründung der Remstal-Route, erfahre das Tal ein nie da gewesenes öffentliches Interesse. Ziel des Tourismusvereins sei es, „diesen positiven Schwung nach Ende der Remstal-Gartenschau aufzufangen und nachhaltig zu nutzen.“ So heißt es in einem Schreiben an die Mitglieder.

Vor diesem Hintergrund sei es notwendig, dem Verein zusätzliches Personal und Sachmittel zur Verfügung zu stellen. Für kommendes Jahr hat der Verein einen zusätzlichen Bedarf von 167000 Euro ausgemacht, der in eine bis anderthalb Stellen fließen und den Schwerpunkt auf die Bereiche neue Medien, Firmenbetreuung und Gruppenreisen sowie Markenaufbau und Branding legen soll. Der Verein will sich nach der Gartenschau also komplett neu aufstellen – unter der „Strategie 2019+“. Mit dieser Strategie soll das Remstal als die zentrale Naherholungsregion vor den Toren Stuttgarts etabliert werden. Die drei Säulen der künftigen touristischen Arbeit sind die Themen Stadt, Land und Genuss. Es sollen in diesem Zuge neue Printprodukte entstehen, darunter ein interkommunaler Imageprospekt.

Die Strategie umfasst aber auch den Aufbau einer „Firmenbetreuung“ bei der Etablierung touristischer Angebote. Die Wirtschaft soll daher als zusätzliche Säule hinzukommen. Für die Mitglieder wäre mit diesen zusätzlich geplanten Leistungen eine Erhöhung der Beiträge verbunden. Dies wurde bereits im Mai 2018 bei der Mitgliederversammlung als Ziel formuliert. Konkret bedeutet dies eine Verdopplung der Beiträge im kommenden Jahr – weitere Erhöhungen in den Folgejahren nicht ausgeschlossen. Die Beiträge orientieren sich an der Größe der Kommune und belaufen sich aktuell in Schorndorf etwa auf 18700 Euro. Remshalden zahlt 6600 Euro, Urbach knapp 3600 Euro. In den beiden letztgenannten Kommunen war das Thema jetzt bereits auf der Tagesordnung der Gemeinderäte.

Martina Fehrlen, Bürgermeisterin von Urbach, sieht für ihre Kommune einen „deutlichen Mehrwert durch einen gemeinsamen Auftritt“ im Rahmen der Remstal-Route. Dennoch müsse mit Blick auf die geplante Erhöhung klar sein: „Der Verein muss jetzt erst mal leisten.“ Detlef Holzwarth verlangte eine genauere Definition dessen, was Urbach an Leistungen bekomme, um dies den Bürgern auch kommunizieren zu können.

Die Remstal-Route sei eine Solidargemeinschaft, so viel sei klar, sagte Ursula Jud (Freie Wähler). Allerdings habe Urbach als Nicht-Weinbaugemeinde bislang weniger profitiert als andere Kommunen. Durch die Gartenschau gebe es jetzt aber einiges, das auch in Zukunft beworben werden könne.

Während Sandra Bührle (Grüne) die Erhöhung für „völlig im Rahmen“ hielt, stellte Joachim Habik (SPD) den Nutzen des Tourismusvereins für Urbach infrage. Vor allem, dass bislang kaum Gastronomen Angebote wie den Remstal-Teller nutzten. Angesichts der in den darauffolgenden Jahren angedachten weiteren Kostensteigerungen müsse man zudem aufpassen, dass sich das zu keinem Selbstläufer entwickelt. Das glaubt Bürgermeisterin Fehrlen indes nicht. Der Tenor unter den Kollegen sei bei diesem Punkt klar negativ. Der Urbacher Gemeinderat stimmte der Erhöhung der Beiträge schließlich einstimmig zu.

Remshalden: Entscheidung auf die Haushaltsberatungen vertagt

Keine Entscheidung fiel hingegen im Remshaldener Gemeinderat. SPD-Rat Harald Bay war es, der den entsprechenden Antrag dazu stellte. Bei der Erhöhung handle es sich zum einen ja nur um eine Absichtserklärung, meinte Bay. „Die Sache ist daher noch nicht beschlossen.“ Er sieht darin außerdem „einen typischen Selbstläufer aus einem Gremium heraus. Der Souverän sind aber immer noch wir.“ Angesichts der anstehenden Kostensteigerung müsse sich der Gemeinderat aber Gedanken machen über andere wichtige Punkte. Bereits die bisherigen 6600 Euro seien für eine Kommune wie Remshalden „kein Pappenstiel“. Die Gemeinde spare sich an vielen Stellen zu Tode, „aber da schmeißen wir das Geld raus.“

Die Entscheidung solle daher zunächst einmal zurückgestellt werden – und erst wenn über den kommenden Haushalt diskutiert wird, wieder auf die Tagesordnung kommen.

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Erstellt:
22. Mai 2019, 16:00 Uhr

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