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Ausflug in den Schwäbischen Wald statt Festbesuch

Strafenfest-Erfinder Klaus Erlekamm erzählt, was er statt dem Straßenfestbesuch nun macht

Foto: I. Knack

© Ingrid Knack

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(ik). Vor genau 50 Jahren hat Klaus Erlekamm, damals Hauptamtsleiter der Stadt Backnang, das Straßenfest erfunden. Bisher ist das Fest noch kein einziges Mal ausgefallen. Auch Diskussionen, die drei Ausnahmetage und vier -nächte nur alle zwei Jahre zu veranstalten, fielen am Ende eindeutig aus: Das Straßenfest muss bleiben, wie es ist – alle Jahre wieder. Und Klaus Erlekamm, der später Kulturamtsleiter wurde und mittlerweile schon 17 Jahre im Ruhestand ist, hat noch kein einziges davon verpasst.

Wie hätte er das Jubiläumsfest verbracht? Erlekamm: „Backnang wäre sicher schon in freudiger Erwartung seines 50. Jubiläums-Straßenfests! Ich stelle mir vor, beim Erreichen des Marktplatzes herrscht vor dem Fassanstich wie immer dichtes Gedränge. Zum Auftakt donnern zehn gewaltige Böllerschüsse vom Stadtturm – für jedes Jahrzehnt des Bestehens jeweils zwei. Anschließend wird es zunächst sehr feierlich: Der 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens ist den Backnangern Verpflichtung, den Festreigen mit der Europahymne zu eröffnen. Das Städtische Blasorchester spielt, unterstützt von einem Chor, die ‚Ode an die Freude‘. Alle singen mit. Nach den Eröffnungsreden freue ich mich über leckere Maultaschen, das gute Fassbier von Schwabenbräu und lausche den Klängen des Blasorchesters. Was für ein Abend! In den kommenden Tagen bummle ich mit meiner Familie immer wieder durchs Fest. Wir treffen sporadisch Freunde und Bekannte, schauen beim Nachwuchsfestival vorbei und freuen uns über die gelöste und friedliche Straßenfest-Stimmung. Obligatorisch auch der Besuch des Vergnügungsparks. Auf der Sulzbacher Brücke empfängt uns verführerischer Duft von gebrannten Mandeln und das Musikgewirr der Fahrgeschäfte. Wir halten einen spontanen Plausch mit den Schaustellerfamilien Roschmann und Weeber. Zum Ausklang genießen wir die Stimmung in der Lounge des Bandhaus-Theaters und sind beim legendären romantischen Zapfenstreich dabei – wie immer mit Gänsehaut-Feeling!“ Zu schön, um wahr zu sein.

Und wie sieht die Realität nun aus? „Da dies nun leider eine Fiktion bleibt, werden wir uns an diesem Wochenende etwas anderes vornehmen, beispielsweise einen Ausflug in den Schwäbischen Wald oder einen Lauf durch den schönen Plattenwald. Mit bangem Blick nach vorn: Hoffentlich überstehen alle wichtigen Akteure finanziell die Coronazeit bis zum nächsten, 50. Backnanger Straßenfest!“

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Erstellt:
26. Juni 2020, 06:00 Uhr

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