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Auswahl an Lokalen in Backnang wächst

Neue Gastronomie: Eröffnet haben die Gasthöfe Zum Löwen und Zur Linde sowie Joe Peña’s Cantina y Bar und der Stadtstrand

Wohin zum Speisen, wohin zum Chillen? Die Auswahl in Backnang wächst, der Möglichkeiten gibt es viele. Seit  einigen Wochen haben die beiden Gasthöfe Zum Löwen und Zur Linde nach mehrjährigem Stillstand wiedereröffnet. Ganz neu aufgemacht hat Joe  Peña’s Cantina y Bar an der Aspacher Brücke. Auch den Stadtstrand Backnang gibt es in diesem Jahr erstmals.

Im „neuen“ Löwen hat sich viel verändert. Die Bar ist an die Straßenseite gewandert, sodass für die Gäste nun in diesem Bereich mehr Platz ist.

Im „neuen“ Löwen hat sich viel verändert. Die Bar ist an die Straßenseite gewandert, sodass für die Gäste nun in diesem Bereich mehr Platz ist.

Von Florian Muhl

BACKNANG. „Unsere Entscheidung, dieses älteste Gasthaus Backnangs, den Löwen, wieder neu zu beleben, war richtig“, sagt Pächter Andreas Walz selbstbewusst. Das habe mehrere Gründe, so der Sulzbacher Brauhauswirt weiter. „Wir sind außergewöhnlich von der Stadtverwaltung und den Stadträten hier empfangen und unterstützt worden. Dann habe ich mit dem Eigentümer Jochen Stroh einen ganz fairen und transparenten Partner gefunden, wo ich sagen kann: Hier stimmt die Chemie und die Zusammenarbeit.“ Ganz besonders freue er sich auch darüber, „dass wir von den Backnanger Bürgern sehr warmherzig empfangen worden sind“.

Er sei positiv überrascht, dass die Löwen-Küche von den Bürgern so gut angenommen wird, sagt Walz. Die anfänglichen Schwierigkeiten habe man rasch in den Griff bekommen. Völlig unterschätzt habe man die immensen Unterschiede zwischen der großen Küche im Brauhaus Sulzbach und der kleinen im Löwen. „In Sulzbach haben wir eine riesige, dicke Grillplatte, die braucht zweieinhalb Stunden und dann ist die konstant auf 250 Grad. Hier hab ich neue Gusspfannen und Gas. Die Umstellung war eine besondere Herausforderung“, sagt Walz, und ergänzt: „Mit der vorhandenen Küche ist es nicht möglich, diese Gastronomie zu versorgen.“ Deswegen habe das Brauhaus-Team ein individuelles Konzept entwickelt. Das Gulasch beispielsweise werde im großen Kessel in Sulzbach gekocht und fertig gebracht, ebenso der Kartoffelsalat, die Maultaschen und die Fleischküchle. Das Fleisch werde in Sulzbach pariert, also von allen unerwünschten Teilen wie Sehnen, Haut und Fett befreit, und dann in 220- bis 250-Gramm-Scheiben vakuumiert in Backnang angeliefert.

Löwen-Pächter Walz: „Ich will mich ganz auf Backnang konzentrieren“

„Die Umsatzzahlen sind besser als geplant.“ Mitte/Ende Oktober, drei Monate nach der Eröffnung, werde er Bilanz ziehen. „Wir werden analysieren, wo gibt’s schwache Tage, wo muss ich personell verstärken, wo gibt’s umsatzstarke Tage“, sagt der Unternehmer. Zufrieden sei er auch mit der Terrasse, auch wenn sie weniger Sitzplätze aufweist als geplant. Ursprünglich hätten rund 60 Gäste auf der provisorischen Holzkonstruktion Platz finden sollen, jetzt sind es etwa 40 Plätze. Somit sitzen die Gäste nicht so eng aufeinander und Hausbewohner kommen in diesem Bereich auch ungestört an ihre Briefkästen heran.

Die Fertigstellung der Terrasse hatte sich aus statischen Gründen mehrmals verschoben. Sie hat eine Freigabe für drei Jahre, die wohl auch noch verlängert werden kann. Sie soll jedenfalls so lange stehen, bis die Stadt die Umgestaltung des Rathausvorplatzes in Angriff nimmt. Nach Auskunft der Stadt Backnang findet die Umsetzung der Neugestaltung des Rathausplatzes voraussichtlich in vier bis fünf Jahren, also 2023 oder 2024, statt. Dann schlägt auch für Walz die große Stunde. Dann nämlich, und unter der Voraussetzung, „dass uns die Backnanger weiterhin so lieben und annehmen“, wird sich der 58-Jährige ganz auf Backnang konzentrieren. Das kleine Haus Marktstraße 20 wird dann abgerissen und dekorativ neu aufgebaut. Hinter großen Glasfronten kann man dann die Braukessel aus Sulzbach bewundern.

„Wir sind überrascht vom Ansturm“, sagt Kiriakos Gountoulas, einer der vier Geschäftsführer von Joe Peña’s Backnang. „Von den Leuten wird’s sehr, sehr gut angenommen.“ Oft müsse man reservieren, um sicher einen Platz zu bekommen. Der 29-Jährige ist sehr stolz, die so toll restaurierte Lokalität betreiben zu dürfen, in der sich viele Jahre ein Wolle-Laden befunden hat. Im Innenbereich gibt es 116 Plätze, im Außenbereich, der direkt an der Murr bei der Aspacher Brücke liegt, stehen 65 Sitzplätze zur Verfügung. Weitere 60 bis 70 Plätze sind nach vorne hin in Richtung Traum palast-Kino geplant.

Kiriakos Gountoulas hatte in den vergangenen zwei Jahren in der Joe-Peña’s-Zentrale in Esslingen gearbeitet. „Mein Traum war es schon immer, eine eigene Filiale leiten zu können“, sagt der 29-Jährige, der aus einer Wirte-Familie stammt. Mit seinen drei Partnern, seinen beiden Brüdern Athanasios (33) und Nicos (27) sowie seinem Freund Hrisowalandis Betikis (33), versteht er sich blendend. Athanasios ist der Küchenchef, Hrisowalandis ist für den Service verantwortlich und Nicos ist der Barchef. Schade findet er, dass er im Außenbereich nur eine Lizenz bis 22 Uhr hat. Dieser frühe Ausschankschluss ist einem Nachbarn geschuldet, der im Vorfeld zahlreiche Einwände gegen den Bau dieser Gastronomie hatte.

„Bei uns ist das Gute: Wir kochen wirklich alles frisch“

Davon können auch die beiden Investoren, der Unternehmer Heinz Lochmann und seine Tochter Lara, ein Lied singen. Die Auseinandersetzungen und der Rechtsstreit hätten viel Geduld und viele Nerven gekostet. Und auch Geld, weil es viele Verzögerungen gab. Das mexikanische Lokal hätte schon viele Monate zuvor eröffnet werden sollen. Dann, am 1. August, die Premiere: Der erste Joe  Peña’s in Backnang öffnet seine Türen.

Und was macht Joe Peña’s aus? „Bei uns ist das Gute: Wir kochen wirklich  alles frisch. Das hebt uns von anderen Franchise-Unternehmen ab“, sagt Kiriakos Gountoulas. Zum Schluss verrät der junge Geschäftsführer noch seine Lieblingsspeisen: „Auf jeden Fall Texas-Chicken-Asada, aber mit Erdnusssoße, und auch Fajita mit Chicken-Beef.“

Wieder eröffnet hat in diesem Jahr auch der Gasthof Zur Linde in der Stuttgarter Straße. Derzeit sind dort Betriebsferien, aber am Montag öffnet die Pächterin Agorasti Ioannidou wieder die Türen für ihre Gäste. „Angeboten werden die Klassiker von der schwäbischen Küche, die vom Linde-Koch liebevoll zubereitet werden. Und es wird viel hand- und hausgemacht“, sagt die 55-Jährige, die den Gasthof für sieben Jahre gepachtet hat. Ioannidou hat langjährige Gaststättenerfahrung. Von 1984 bis 1996 hat sie die Wohnland-Stube betrieben.

Die Lokalität hat eine lange Tradition. 1875 eröffnete Johann Erb im kurz zuvor erbauten Gebäude in der heutigen Stuttgarter Straße 58 eine „Schankwirtschaft mit Wein, Obstmost, Bier und Branntwein“, schreibt Autor Peter Wolf in seinem neuesten Buch „Das Backnanger Wirtschaftenwunder“. Zehn Jahre später habe Georg Kottler aus Cottenweiler die Linde mit dazugehörigem Wirtschaftsgarten und beheizter Kegelbahn übernommen. 1899 ging sie in den Besitz von Gottlieb Deininger über, und 1913 erwarb sie der aus Dettingen an der Erms stammende Karl Dirr. 1938 verpachtete Dirr die Linde an Metzgermeister Franz Hartner aus Obermedlingen in Bayern, der das Gebäude 1953 schließlich kaufte. 1979 übernahm Sohn Helmut Hartner die Metzgerei und das Gasthaus Linde. Seit Mai 2019 gibt es mit Agorasti Ioannidou eine neue Linde-Wirtin. „Wir erhalten die Tradition des Hauses mit einer gutbürgerlichen deutsch-schwäbischen Küche“, verspricht sie.

„Unser Konzept war, den Gästen ein Urlaubsfeeling zu schaffen“

Zwischen dem Bürgerhaus Backnang und der Schule nebenan hat sich auf dem kleinen Hof der Stadtstrand Backnang eingenistet. Er wird vom Restaurant-Markgraf-Team um Sebastian Fruth und seiner Schwester Anna betrieben. Das Restaurant Markgraf hat über die Sommermonate von Ende Mai bis Ende September geschlossen und somit ist der Stadtstrand stattdessen offen. Am 15. Juni war die Eröffnung. Der Stadtstrand hat rund 70 Sitzplätze. „Unser Konzept dahinter war, ob Jung oder Alt, den Gästen ein Urlaubsfeeling in einer lockeren Atmosphäre zu schaffen. Eben was ganz anderes in Backnang wie die üblichen Sitzmöglichkeiten, die es sonst noch gibt“, sagt Anna Fruth. Die Geschwister legen Wert auf leckere Cocktails und Drinks. Zudem gibt es eine kleine, aber feine Auswahl an Speisen, die mindestens drei- bis viermal in der Saison geändert wird. Ausschließlich bei gutem Wetter ist geöffnet. Nächstes Jahr macht der Stadtstrand wieder Ende Mai auf. „Natürlich überlegen wir uns jetzt schon, was wir unseren Kunden an neuen Highlights bieten können“, sagt Anna Fruth.

Eine Neuigkeit kündigt Kunberger-Wirtin Petra Wolf jetzt schon an. Im nächsten Jahr wird sie auch auf dem Marktplatz  gegenüber ihrer Gaststätte ein gemüt liches Chill-out-Ambiente mit Pflanzen schaffen. Unter dem Motto „Sunset unter dem Stadtturm“ können es sich ihre Gäste dort gemütlich machen, an Steh tischen mit Barhockern oder in Liegestühlen. Speisen wird es zwar nicht  geben, aber eine reiche  Auswahl an Getränken. Sobald der  Tulpenfrühling zu Ende ist, wird sie mit der Außenbe wirtschaftung beginnen. Schluss wird dann kurz vor dem Gänsemarkt sein. Unterbrochen wird ihre Marktplatz-Saison nur vom Straßenfest. Für diese fünfte Backnanger Jahreszeit muss Petra Wolf den Platz für die  Bühne räumen.

Die Geschäftsführer von Joe Peña’s Cantina y Bar Backnang (von links): Kiriakos Gountoulas,  Hrisowalandis Betikis, Athanasios Gountoulas und Nicos Gountoulas.

Die Geschäftsführer von Joe Peña’s Cantina y Bar Backnang (von links): Kiriakos Gountoulas,  Hrisowalandis Betikis, Athanasios Gountoulas und Nicos Gountoulas.

Urlaubsfeeling in einer lockeren Atmosphäre: Der Stadtstrand Backnang liegt zwischen dem  Bürgerhaus und der nebenan liegenden Schule auf einem kleinen Hof. Fotos: J. Fiedler (2)/privat

Urlaubsfeeling in einer lockeren Atmosphäre: Der Stadtstrand Backnang liegt zwischen dem  Bürgerhaus und der nebenan liegenden Schule auf einem kleinen Hof. Fotos: J. Fiedler (2)/privat

 Info 
Öffnungszeiten

Gasthaus zum Löwen (Marktstraße 22): täglich 11 bis 22 Uhr (ohne Ruhetag), durchgehend warme Küche.

Joe Peña’s Cantina y Bar (Schillerstraße 46): täglich ab 17 Uhr bis „der letzte Gast geht“, Außenbewirtschaftung bis 22 Uhr.

Gasthof Zur Linde (Stuttgarter Straße 58): montags und dienstags 18 bis 21 Uhr, donnerstags und freitags 11.30 bis 14 und 18 bis 21 Uhr, sonntags und an Feiertagen 11.30 bis 19 Uhr.

Stadtstrand Backnang (Bahnhof straße 7): Mittwoch bis Sonntag ab 17 Uhr, unter der Woche bis 23, am Wochenende bis 24 Uhr, ausschließlich bei gutem Wetter. Bei schlechtem Wetter hat das Restaurant Markgraf geöffnet.

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Erstellt:
5. September 2019, 06:00 Uhr

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