Backnang plant Lastenradverleih

Um den Radverkehr zu fördern, tritt die Stadt der Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen (AGFK) bei. Damit verbunden ist die Hoffnung auf Zuschüsse vom Land, die neue Angebote für Zweiradfahrer möglich machen.

Ein Lastenrad könnte das Auto zum Beispiel beim Wocheneinkauf ersetzen. Foto: schulzfoto - stock.adobe.com

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Ein Lastenrad könnte das Auto zum Beispiel beim Wocheneinkauf ersetzen. Foto: schulzfoto - stock.adobe.com

Von Kornelius Fritz

Backnang. Im Alltag aufs Auto zu verzichten, könnte sich mancher vielleicht sogar vorstellen. Aber wie soll man dann den Wocheneinkauf oder die Getränkekisten nach Hause bringen? Die Lösung könnte ein Lastenrad sein. Manche bieten inzwischen den gleichen Stauraum wie der Kofferraum eines Kleinwagens und sie sind nicht nur umweltfreundlich, sondern mit Elektromotor auch bequem zu fahren. Allerdings sind solche E-Lastenräder auch ziemlich teuer: Wer nur sporadisch eines braucht und dafür nicht gleich 5000 Euro ausgeben möchte, für den bietet sich ein Verleihsystem an.

In Backnang könnte es demnächst solche Leihlastenräder geben. Die Stadt bewirbt sich nämlich bei der Initiative „Radkultur Baden-Württemberg“ um eine Förderung. Kommt sie zum Zug, erhält sie 21000 Euro vom Land, um damit neue Angebote für Radfahrer zu schaffen. Der Verleih von Lastenrädern soll eines davon sein. Außerdem will die Stadt eine Broschüre namens „Radgeber“ herausgeben, um die Angebote für Zweiradfahrer in der Stadt bekannter zu machen. Um in den Genuss der Förderung zu kommen, muss die Stadt allerdings Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg (AGFK) sein. Dem Beitritt hat der Ausschuss für Technik und Umwelt jetzt einstimmig zugestimmt.

Karl Scheib steht für Testfahrt parat

Für eine Mitgliedschaft gebe es noch weitere gute Gründe, erklärte der Leiter des Stadtplanungsamts, Tobias Großmann: „Der Mehrwert ist gigantisch.“ So werde die Stadt vom regelmäßigen Austausch der insgesamt 88 Mitgliedskommunen profitieren. Die Arbeitsgemeinschaft biete Beratung und Unterstützung bei der Planung der Radinfrastruktur sowie Schulungen für die städtischen Mitarbeiter. Außerdem sei die AGFK erster Ansprechpartner der Landesregierung für Forschungs- und Modellprojekte in Sachen Radverkehr.

An einem davon ist Backnang schon heute beteiligt: Zwischen Sachsenweiler und der Spinnerei sowie an der Schöntaler Straße wird noch bis Jahresende getestet, ob die in Städten bereits sehr verbreiteten Schutzstreifen auch außerorts die Sicherheit von Radfahrern erhöhen. Die 2000 Euro Jahresbeitrag für die AGFK sind aus Sicht der Stadtverwaltung also gut angelegt. Backnang ist übrigens nicht die einzige Stadt aus dem Rems-Murr-Kreis, die dem Bündnis angehört: Fellbach, Waiblingen, Winnenden und Schorndorf sind schon länger mit dabei, ebenso Rudersberg.

Im Gemeinderat stieß der Vorschlag der Verwaltung fraktionsübergreifend auf Zustimmung. „Es ist gut, dass das Bewusstsein für die Radfahrer endlich erwacht ist“, sagte Ulrike Sturm (Grüne). Auch die Idee eines Verleihsystems für Lastenräder kam gut an: Rolf Hettich (CDU) regte an, zusammen mit dem Stadtmarketingverein auch über einen Lieferservice für Einkäufe mit dem Lastenrad nachzudenken. Karl Scheib (Bürgerforum/FDP/BIG), selbst passionierter Radfahrer, kündigte an, er werde das neue Lastenrad als Erster für eine Testfahrt ausleihen, um auszuprobieren, „ob man damit hier in Backnang überhaupt fahren kann“.

Einig waren sich die Stadträte darin, dass sich die Situation für die Radfahrer in Backnang schon spürbar verbessert habe, dass aber noch weitere Anstrengungen nötig sein werden. Die beiden SPD-Stadträte Heinz Franke und Armin Dobler forderten in diesem Zusammenhang auch mehr Kontrollen durch den Vollzugsdienst, um Autofahrer zu sanktionieren, die ihr Fahrzeug mitten auf einem Radweg abstellen.

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Erstellt:
16. Oktober 2021, 06:00 Uhr

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