Backnanger Weihnachtsmarkt findet statt

Mit den Weihnachtsmärkten könnte im Winter 2021 wieder ein Stück vorweihnachtliche Normalität zurückkommen. Doch die Pandemie macht so manchem Weihnachtsmarkt noch mal einen Strich durch die Rechnung, denn nicht alle Gemeinden können die Voraussetzungen erfüllen.

Der Backnanger Weihnachtsmarkt findet dieses Jahr wieder statt, wenn auch unter besonderen Bedingungen. Nicht in der Marktstraße, wie noch 2019, sollen die Stände der Vereine stehen, sondern im Stiftshof, der besser kontrolliert werden kann. Archivfoto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Der Backnanger Weihnachtsmarkt findet dieses Jahr wieder statt, wenn auch unter besonderen Bedingungen. Nicht in der Marktstraße, wie noch 2019, sollen die Stände der Vereine stehen, sondern im Stiftshof, der besser kontrolliert werden kann. Archivfoto: T. Sellmaier

Von Kristin Doberer

Rems-Murr. In diesem Jahr kann es in Baden-Württemberg wieder Weihnachtsmärkte geben. Das hat die Landesregierung Ende September bekannt gegeben. In vielen Städten und Gemeinden hat man sich nach dieser Nachricht mit dem Thema auseinandergesetzt. Denn aufgrund der Pandemie müssen bestimmte Regelungen eingehalten werden. So gilt für den Verkauf von Speisen und Getränken sowie für Angebote, die zum Verweilen einladen, die 3-G-Pflicht; in der Alarmstufe sogar die 2-G-Pflicht. Die hierbei erforderliche Zugangskontrolle kann zum Beispiel durch einen sichtbaren Nachweis wie ein Bändchen für das Handgelenk gewährleistet werden oder indem der Einlass ausschließlich für Personen mit 3-G- beziehungsweise 2-G-Nachweis an bestimmten Punkten eines umzäunten Geländes erfolgt. Für viele gerade kleine Gemeinden sind die Weihnachtsmärkte unter den Bedingungen in diesem Winter noch nicht umsetzbar, die Kontrollen beziehungsweise Organisation ist so kaum leistbar.

In Backnang wird der Weihnachtsmarkt auf jeden Fall stattfinden. Wenn auch nicht im üblichen Format. „Was möglich ist, wollen wir unbedingt möglich machen“, sagt Wirtschaftsbeauftragter Reiner Gauger. Aufgrund der Regelungen soll der Markt auf einem abgesperrten Areal auf dem Stiftshof stattfinden, auf dem es zur besseren Kontrolle nur einen Eingang geben wird. Die Stadt plant, dort etwa 20 standardisierte Hütten aufzustellen, die von Backnanger Vereinen betrieben werden, das teilt Johannes Ellrott vom Amt für Kultur und Sport mit. Eventuell könne es auch eine Bühne oder Krippe geben. Stattfinden soll der Markt am üblichen ersten Adventswochenende, Samstag, 27., und Sonntag, 28. November. Eventuell könnte der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr aber schon am Freitagabend losgehen, da man sich erhofft, dadurch den Besucheransturm etwas zu entzerren. „Aber das hängt davon ab, ob die Ehrenamtlichen dazu auch bereit sind“, sagt Gauger. Mit den Vereinen sei man schon im Gespräch.

Ein vorläufiges Hygienekonzept gibt es für den Weihnachtsmarkt auf dem Stiftshof auch schon. So soll es eine Einlasskontrolle geben, die die Einhaltung der 3-G beziehungsweise 2-G-Regelung überprüft. Auch soll es am Einlass eine digitale oder analoge Datenerfassung für die Nachverfolgung geben. Die Maskenpflicht wird auf dem gesamten Gelände gelten, erweiterte Securitypräsenz soll auf die Maskenpflicht aufmerksam machen. Außerdem sollen mehrere Desinfektionsstationen auf dem Gelände platziert werden.

Diese Weihnachtsmärkte

sollen 2021 stattfinden

Auch in Murrhardt wird es einen Weihnachtsmarkt geben, fest steht hier bisher aber nur das Datum – der 4. Dezember. Wie genau das Konzept aussehen soll und was sich im Vergleich zu den Vorjahren ändert, steht noch nicht fest, daran arbeitet die Verwaltung aktuell.

In Weissach im Tal ist die endgültige Entscheidung noch nicht gefallen. „Die Verwaltung und der Gemeinderat möchten das möglich machen – für die Bürger und die Vereine“, sagt Hauptamtsleiterin Madelaine Fischer. Für gewöhnlich findet der Weissacher Weihnachtsmarkt rund um das Rathaus herum statt, ob das auch in diesem Jahr und unter den gegebenen Auflagen möglich ist, wird aktuell geprüft. Auch mit den Vereinen sei man nun im Gespräch. Wenn alles klappt, wird der Markt in Weissach am dritten Adventswochenende, also dem 11. Dezember, stattfinden, entscheiden wird sich das aber erst in den kommenden Wochen. „Die Organisation wird dann noch mal sportlich“, meint Fischer.

Ähnlich sieht es aktuell in Althütte aus. Hier findet für gewöhnlich ein adventlicher Hobbykünstlermarkt am Samstag und Sonntag statt. Vermutlich wird es eine Abwandlung davon geben, die Details sind noch unklar. „Wir wollen einen Weihnachtsmarkt, sind aber aktuell noch in der Planungsphase“, sagt Hauptamtsleiter Pascal Schwinger. Er geht aber davon aus, dass der Kunstmarkt, den es eigentlich im Rathaus gibt, eher nicht machbar sein wird. Um ausreichend Abstand zu halten, sei auf den Rathausgängen einfach nicht genug Platz. Stände mit Essen und Trinken vor dem Rathaus dagegen seien vorstellbar, wenn die Vereine sich dafür auch offen zeigen. „Wir versuchen, ein Konzept zu entwickeln. Aber wir müssen auch noch mit den Vereinen sprechen, ob die Umsetzung dann tatsächlich möglich ist oder nicht“, sagt Schwinger.

In Sulzbach an der Murr kann der beliebte Nussknackermarkt am Marktplatz in diesem Jahr vermutlich stattfinden. Die Verwaltung sei dazu aktuell im Gespräch mit dem Verein der Selbstständigen, der den Markt organisiert. Zwar werde er unter den gegebenen Umständen wahrscheinlich etwas kleiner ausfallen als in den Vorjahren, aber man geht davon aus, dass es einen Weihnachtsmarkt geben wird, teilt die Gemeinde Sulzbach mit.

Diese Weihnachtsmärkte

fallen noch einmal aus

In Aspach steht dagegen schon fest: Den üblichen Weihnachtsmarkt vom Bund der Selbstständigen wird es 2021 nicht geben. Ganz ohne Glühwein und vorweihnachtliche Stimmung müssen die Aspacher dann aber doch nicht auskommen. Geplant ist stattdessen eine Weihnachtshütte neben dem Rathaus, in der es am ersten Dezemberwochenende Glühwein, Punsch und Essen geben soll. Bereits abgesagt sind auch die beiden Weihnachtsmärkte der Gemeinde Spiegelberg. In Jux steigt Mitte November eigentlich der weit und breit erste Markt in der Region Stuttgart, bei dem über 50 Aussteller rund um den Dorfplatz und in der Gemeindehalle ihre Waren anbieten. Das sei in diesem Jahr noch nicht wieder möglich. „Der Andrang der Menschen wäre einfach viel zu groß“, teilt Gabriele Stricker von der Verwaltung mit. Und auch der Weihnachtsmarkt im nostalgischen Stil in Großhöchberg ist aus diesem Grund für 2021 abgesagt.

Ebenfalls bereits vom Tisch ist der Weihnachtsmarkt in Auenwald, der für gewöhnlich in der Unterbrüdener Ortsmitte stattfindet. Man habe darüber gesprochen, sich aber aufgrund der Problematik mit Umzäunung und der Kontrolle sowie der aktuellen Pandemiesituation dagegen entschieden, das teilt Roland Schmidt von der Gemeinde Auenwald mit. Auch die Mehrkosten, die dabei entstanden wären, haben bei der Entscheidung eine Rolle gespielt.

Bekannte Weihnachtsmärkte

Rudersberg Der Adventswald in Rudersberg wird in diesem Jahr noch nicht wieder stattfinden. Der Weihnachtsmarkt, der sich durch das Nadelbaumwäldchen im Zentrum auszeichnet, ziehe zu viele Besucher an. In den vergangenen Jahren seien es an manchen Wochenenden bis zu 20000 gewesen, teilt die Gemeinde mit. Das werde unter Coronabedingungen in diesem Jahr nicht möglich sein.

Schorndorf Der Schorndorfer Weihnachtsmarkt ist vom 27. November bis 21. Dezember geplant. Und zwar nicht auf einer abgezäunten Fläche mit streng kontrollierten Zugangsregeln. Derzeit sieht die Planung so aus, dass alle Besucher, die einfach nur über den Weihnachtsmarkt bummeln oder an einem der Non-Food-Marktstände etwas einkaufen wollen, freien Zugang haben, dass aber alle anderen, die Glühwein trinken und etwas verzehren wollen, an zwei Check-in-Stellen einen 3-G-Nachweis vorlegen müssen, den sie dann mit einem Armbändchen bestätigt bekommen.

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Erstellt:
16. Oktober 2021, 06:00 Uhr

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