Super Bowl
Bad Bunny mit Lady Gaga auf der Bühne – So war die Halbzeitshow beim Super Bowl
Die Halbzeitshow beim Super Bowl ist gewohnt aufwendig, Künstler Bad Bunny hat einige Überraschungen im Gepäck.
© Matt Slocum/AP/dpa
Bad Bunny (links) mit Lady Gaga bei der Halbzeitshow des Super Bowl.
Von Michael Bosch
Die mit Spannung erwartete Halbzeitshow beim Super Bowl im kalifornischen Santa Clara ist ohne großen Aufreger über die Bühne gegangen. Bad Bunny, der in einem cremfarbenen Anzug auftrat, und einige politische Botschaften platzierte, brachte Superstar Lady Gaga für einen Song („Die with a smile“) mit auf die Bühne. Außerdem hatte Bad Bunnys Landsmann Ricky Martin einen Kurzauftritt.
In der aufwendig inszenierten Show waren zeitweise mehrere hundert Musiker, Tänzer und Schauspieler in einem aufwendigen Bühnenbild, das an Bad Bunnys Heimat Puerto Rico erinnerte, zu sehen. Unter anderem waren die Schauspieler Jessica Alba und Pedro Pascal sowie Rapperin Cardi B unter den Tänzern.
Bei dem Auftritt sang der 31-Jährige auch eines der politischen Lieder seines aktuellen Albums: „Lo que paso con Hawaii“ (Was mit Hawaii geschehen ist). Darin kritisiert er die kulturelle Übernahme von Hawaii durch die USA, das 1898 gleichzeitig wie Puerto Rico unter die Herrschaft der Vereinigten Staaten geriet.
Bad Bunny mit Botschaft auf dem Football
Bad Bunny, mit bürgerlichem Namen Benito Antonio Martínez Ocasio, war am vergangenen Wochenende mit dem Grammy für das Album des Jahres ausgezeichnet worden und galt zuletzt als meistgehörter Künstler des Streamingdienstes Spotify. Sein Auftritt beim Super Bowl war ein Novum: Er sang bei der Show ausschließlich auf Spanisch. Seine Musik verbindet Reggaeton mit afrokaribischen und puerto-ricanischen Musikstilen.
Auf der Bühne wurden Szenen aus dem Alltag Puerto Ricos nachgestellt: traditionelle Haus- und Ladenfassaden, mobile Essensstände, Verkäufer mit Getränken und Speisen, Zuckerrohr-Plantagen. Dutzende Tänzer und Akrobaten füllten das Spielfeld und feierten mit ihrer Choreographie die Kultur, Geschichte und das Lebensgefühl der Karibikinsel. Einer der emotionalen Höhepunkte folgte, als der Künstler einen seiner Grammy-Awards an einen kleinen Jungen übergab – im Stadion brach daraufhin lauter Jubel aus.
Nachdem Bad Bunny seine Hits wie „DTMF“ oder „Titi Me Pregunto“ dargeboten hatte, waren zum Ende der Show neben der us-amerikanischen und puertoricanischen auch viele Flaggen von süd- und mittelamerikanischen Ländern zu sehen. Bad Bunny hielt, bevor er den Innenraum des Stadions verließ, einen Football in die Kamera, auf dem zu lesen war: „Together we are america“ (deutsch: Zusammen sind wir Amerika). Zudem war auf einer digitalen Anzeigetafel zu lesen: „The only thing more powerful than hate is love“ (deutsch: Die einzige Sache, die stärker ist als Hass, ist Liebe). Zwei Nachrichten, mit denen der Künstler indirekt die Spaltung der USA unter Donald Trump anprangerte.
Bad Bunny ended his halftime show with people holding flags of tons of countries and spiking a ball.Sending a message of togetherness, this halftime show was great ❤️ pic.twitter.com/ZPWsGBiidC — SM Highlights (@SMHighlights1) February 9, 2026
Die NFL-Entscheidung für Bad Bunny als Headliner hatte im Vorfeld politische Debatten ausgelöst – auch wegen seiner Kritik an der US-Einwanderungsbehörde ICE, die Trumps Abschiebepolitik mit rabiaten, teils fragwürdigen Methoden umsetzt. Bad Bunny hatte sich zuletzt – unter anderem in seiner Grammy-Rede – klar gegen Trump und dessen Politik ausgesprochen und war aus Protest gegen die rabiaten Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE nicht mehr in den USA aufgetreten. Bad Bunny hatte im Vorfeld betont, sein Auftritt sei „für mein Volk, meine Kultur und unsere Geschichte“. Er gilt mit seiner Musik als Brückenbauer zwischen Lateinamerika und den Millionen in den USA lebenden Latinos.
Wie politisch aufgeladen sein Auftritt in der war, zeigte sich auch darin, dass Trump die Show auf seiner Plattform Truth Social umgehend als „absolut schrecklich“ und eine der schlimmsten aller Zeiten niedermachte. Man verstehe kein Wort, die Tanzeinlagen seien „ekelhaft“ und überhaupt werde die Show der „Großartigkeit Amerikas“ nicht gerecht, schrieb der Republikaner.
Vor dem Kickoff hatten die Lokalmatadoren von Green Day um Sänger Billie Joe Armstrong die Fans auf das Endspiel eingestimmt. Die Band spielte unter anderem ihren Hit „American Idiot“, der von der Regie an zwei Stellen zensiert wurde. Zunächst war die Originalzeile „The subliminal mindfuck America“ nicht im Originalton zu hören, später auch die in Anspielung auf US-Präsident Donald Trump und seine Anhängerschaft umgedichtete Zeile „I’m not part of a MAGA agenda“. Bereits in der Vergangenheit hatte Armstrong diese Zeile statt des eigentlichen Satzes „I’m not part of a redneck agenda“ performt. Nicht nur an den Fernsehgeräten weltweit wurde die Zeile verzerrt übertragen , sondern auch im Levi’s Stadium.
Mit Material von dpa.
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Impressionen von der Halbzeitshow beim Super Bowl 60.
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Impressionen von der Halbzeitshow beim Super Bowl 60.
