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BASF weiter unter Druck - Milliarden-Deal noch 2019 erwartet

dpa Gent/Ludwigshafen. Der Chemieriese hat sich eine neue Strategie samt Sparprogramm verpasst. Noch kann das Ludwigshafener Dax-Unternehmen keine Besserung melden. Immerhin: Verkaufserlöse im Milliardenvolumen aus einem Spartenverkauf könnten schon bald fließen.

Der Chemiekonzern BASF will seine Bauchemie-Sparte noch bis Ende des Jahres verkaufen. Foto: Frank Rumpenhorst

Der Chemiekonzern BASF will seine Bauchemie-Sparte noch bis Ende des Jahres verkaufen. Foto: Frank Rumpenhorst

Der Chemiekonzern BASF steht weiter unter Druck und verzeichnet auch im laufenden dritten Quartal eine eher gedämpfte Geschäftsentwicklung.

Im Vergleich zum zweiten Quartal habe es keine Besserung gegeben, sagte Vorstandschef Martin Brudermüller am Freitag auf einer Investorenkonferenz im belgischen Gent.

Dagegen könnte der geplante Verkauf der Bauchemie-Sparte schon bald mögliche Milliardenerlöse in die Kassen des Dax-Konzerns spülen. BASF will den Bereich noch bis Ende des Jahres veräußern. Es gebe bestätigte Angebote, sagte Brudermüller. Er erwarte bis Ende des Jahres, die Verträge zu unterzeichnen. Nach unbestätigten Berichten vom Sommer könnte der Verkauf bis zu drei Milliarden Euro in die Kassen von BASF spülen.

Das Sparprogramm im Zuge einer neuen Konzernstrategie soll nach Angaben des Unternehmens bereits im laufenden Geschäftsjahr eine halbe Milliarde Euro zum operativen Ergebnis (Ebitda) beisteuern. Anschließend ist eine Steigerung geplant: Im kommenden Jahr rechnet Brudermüller mit einer Verbesserung des operativen Ergebnisses von bis zu 1,3 Milliarden Euro. Ab 2021 soll das Sparprogramm zwei Milliarden Euro beisteuern. BASF hatte das Programm im November angekündigt. Brudermüller setzt damit vor allem auf schlankere Strukturen und einfachere Abläufe.

Anfang Juli hatte BASF seine Prognose wegen der Flaute in der Autoindustrie und des Zollstreits zwischen den USA und China kräftig gesenkt. Auch bei der Vorlage der Halbjahreszahlen gut zwei Wochen später zeigte sich der Dax-Konzern weiter pessimistisch.

Im zweiten Quartal war der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 15,2 Milliarden Euro gesunken. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern hat sich mit einer Milliarde Euro fast halbiert. Nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter erhöhte sich der Gewinn nur dank eines Buchgewinns von 1,5 Milliarden Euro im Vorjahr auf 6,5 Milliarden Euro.

Wachstum soll unter anderem die Agrarsparte von BASF bringen. Der Umsatz in diesem Bereich soll laut dem Management bis 2030 um 50 Prozent steigen (2018: 6,17 Mrd Euro). Bis 2028 will der Konzern hier über 30 neue Produkte mit einem Spitzenumsatzpotenzial von mehr als 6 Milliarden Euro auf den Markt bringen.

Mit Blick auf das Öl- und Gasgeschäft der Tochter Wintershall Dea bestätigte das Management Pläne, im zweiten Halbjahr des kommenden Jahres an die Börse zu gehen. BASF ist vor dem Schritt an den Kapitalmarkt mit 73 Prozent an dem Unternehmen beteiligt. Anschließend wird der Chemiekonzern nach bisheriger Planung noch die Mehrheit halten, im Nachgang will er sich aber von weiteren Anteilen trennen. BASF hatte erst im Mai das Öl- und Gasgeschäft seiner Tochter Wintershall mit dem Rivalen Dea zusammengelegt.

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Erstellt:
27. September 2019, 15:47 Uhr

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