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„Bei uns sind Lehrjahre auch wirklich Lehrjahre“

Allmersbacher Unternehmen Harro Höfliger Verpackungsmaschinen von der Bundesagentur für Arbeit für außerordentliches Engagement in der Ausbildung geehrt

Das Thema Ausbildung wird bei der Harro Höfliger Verpackungsmaschinen GmbH großgeschrieben. Das sieht man auch an den Zahlen: 60 Prozent der jungen Menschen bleiben nach ihrer Ausbildung im Betrieb. Jetzt wurde das Allmersbacher Unternehmen von der Bundesagentur für Arbeit für außerordentliches Engagement in der betrieblichen Berufsausbildung geehrt.

Neben dem hohen Praxisbezug während der Ausbildung wird den Azubis der Harro Höfliger Verpackungsmaschinen GmbH unter anderem auch ein ruhiger Rückzugsraum zum Lernen geboten. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Neben dem hohen Praxisbezug während der Ausbildung wird den Azubis der Harro Höfliger Verpackungsmaschinen GmbH unter anderem auch ein ruhiger Rückzugsraum zum Lernen geboten. Foto: A. Becher

Von Silke Latzel

WAIBLINGEN/ALLMERSBACH IM TAL. „Menschen, die auch nach ihrer Ausbildung in Unternehmen bleiben, dort vielleicht 25 Jahre und mehr arbeiten, den Betrieb aus dem Effeff kennen – die sind Gold wert.“ Markus Höfliger, Vorsitzender des Aufsichtsrats des Verpackungsmaschinenherstellers Harro Höfliger in Allmersbach im Tal weiß um die Qualitäten, die seine Auszubildenden haben, und den Wert der Ausbildung, die sie in seinem Unternehmen genießen. „Unser Anspruch ist, besser zu sein als andere. Und das leben wir auch in unserer Ausbildung. Unsere Auszubildenden haben Zeit, sich einzuarbeiten, und auch im zwischenmenschlichen Bereich stimmt es bei uns. Wir erlauben uns zu sagen, dass Lehrjahre bei uns auch wirklich Lehrjahre sind.“

Höfliger-Azubis gehören schon seit Jahren zu den Besten

Und die Zahlen, die Höfliger präsentieren kann, unterstreichen seine Aussage: Rund 60 Prozent der Auszubildenden bleiben nach dem Ende ihrer Ausbildung im Unternehmen. Seit 1981 bildet die Höfliger GmbH schon aus, über 400 Auszubildende haben seitdem erfolgreich ihre Prüfungen absolviert, beispielsweise als Industrie- und Zerspanungsmechaniker oder als Mechatroniker. Dafür wurde das Unternehmen jetzt von der Bundesagentur für Arbeit ausgezeichnet. Bereits seit 2007 würdigt die Agentur mit ihrem Ausbildungszertifikat Unternehmen, die sich in besonderem Maß für die Ausbildung von Jugendlichen einsetzen und gesellschaftliche Verantwortung zeigen. Mit der Verleihung des Ausbildungszertifikats will man auf die überragende Bedeutung der beruflichen Ausbildung hinweisen.

Laut Arbeitsagentur zeichnet das Unternehmen Höfliger sich unter anderem durch „ein besonderes Engagement in der Vorbereitung auf eine Ausbildung aus“. Das Unternehmen hat Bildungspartnerschaften am Bildungszentrum Weissach und der Gewerblichen Schule Backnang und nimmt zusätzlich an zahlreichen Berufsmessen im Rems-Murr-Kreis teil. Das Unternehmen hat außerdem eine eigene Academy und fördert so die Aus- und Weiterbildung im eigenen Betrieb, da ihm ein hoher Praxisbezug ebenso wichtig ist wie technische und soziale Kompetenz. „Seit Jahren gehören die Auszubildenden der Harro Höfliger Verpackungsmaschinen GmbH zu den Besten ihrer Ausbildung und werden regelmäßig bei den Kammern geehrt. Dies beweist die herausragende Qualität der Ausbildung in diesem Unternehmen“, so Christine Käferle, Leiterin der Waiblinger Arbeitsagentur, lobend.

Gute Auszubildende zu haben und sie anzuleiten, bedeutet für das Allmersbacher Unternehmen übrigens nicht, immer nur die jungen Menschen mit den besten Noten einzustellen. „Man muss auch einfach zu uns passen“, so Markus Höfliger. Und auch Ausbilder Andreas Müller sagt: „Wir brauchen nicht nur Häuptlinge, sondern auch Indianer. Oft bringen Kandidaten, deren Noten vielleicht nicht die besten sind, fachlich einfach entsprechend viel mit.“ Er ergänzt: „Wir wollen jeden Azubi mit dem Ziel ausbilden, ihn auch zu übernehmen. Eine gute Anzahl von Eigengewächsen bildet eine solide Säule in einem mittelständischen Unternehmen.“

Info
Ausbildungsjahr 2018/19

Zum Ende des Berufsberatungsjahrs (30. September) zieht die Agentur für Arbeit Waiblingen eine positive Bilanz für das vergangene Ausbildungsjahr. Von Oktober 2018 bis September 2019 wurden der Agentur 2737 Ausbildungsstellen gemeldet, 87 mehr als im Vorjahreszeitraum. Im gleichen Zeitraum lag die Zahl derer, die Vermittlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten der Berufsberatung nutzten, mit 3223 Ausbildungssuchenden leicht unter dem Niveau des Vorjahrs.

Dass im Rems-Murr-Kreis die Zahl der gemeldeten Bewerber weiterhin höher ist als die Zahl der Ausbildungsstellen, bietet für die Leiterin in der Waiblinger Agentur für Arbeit, Christine Käferle, keinen Anlass zur Sorge. „Auszubildenden steht hier nicht nur der Rems-Murr-Kreis für ihre Suche zur Verfügung, sondern die Ausbildungsplatzsuche geht weit in die Region Stuttgart, insbesondere in die Landeshauptstadt hinein. Dort gibt es deutlich mehr gemeldete Stellen als Bewerber.“

Von den über 3200 bei der Arbeitsagentur gemeldeten Bewerbern nahm rund die Hälfte zu Beginn des Ausbildungsjahrs nach eigener Auskunft eine Ausbildung auf. 20,6 Prozent entscheiden sich für einen weiteren Schulbesuch, ein Studium oder ein Praktikum. 266 junge Erwachsene haben anstelle einer Ausbildung eine Arbeit aufgenommen, weitere 81 Personen engagieren sich in gemeinnützigen, sozialen Diensten. 46 Jugendliche, die bei der Ausbildungssuche noch nicht erfolgreich waren, haben über die Agentur für Arbeit eine berufsvorbereitende Maßnahme aufgenommen, um so ihre Chancen für das nächste Ausbildungsjahr erheblich zu verbessern. 33 junge Menschen konnten zum 30. September weder eine Ausbildung aufnehmen noch eine Alternative finden.

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Erstellt:
12. November 2019, 11:30 Uhr

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