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Beim Silvesterball haben sie sich kennengelernt

Eheleute Lux aus Auenwald sind seit 50 Jahren verheiratet. Der Verlobung an Weihnachten 1969 folgte neun Monate später die Hochzeit.

Feiern das Fest der goldenen Hochzeit: Walter und Ingeborg Lux. Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Feiern das Fest der goldenen Hochzeit: Walter und Ingeborg Lux. Foto: J. Fiedler

Von Hans-Christoph Werner

AUENWALD. Der Backnanger Walter Lux ist Jahrgang 1948. Nach der Schulzeit machte er im Jahr 1963 eine Ausbildung in der Spinnerei Adolff. Er arbeitete sich bis zum Spinnerei- und Weberei-Techniker hoch. Ingeborg Lux, damals noch Arzischewski, hat im Landkreis Lüneburg in Niedersachsen das Licht der Welt erblickt. Dorthin war ihre Familie, von Osten kommend, gegen Ende des Zweiten Weltkriegs geflohen. Nach Besuch der Handelsschule arbeitete sie als Steno-Kontoristin. Aber Letzteres geschah schon in Backnang. Dorthin war die Familie Arzischewski im Jahr 1952 umgezogen. Württemberg brauchte Arbeitskräfte. Man lockte ferner mit vorhandenen Wohnungen. Arzischewskis kamen in der Südstraße unter.

Am Silvesterabend 1967 war es, dass eine Musikgruppe im Bahnhofhotel zum Tanz aufspielte. Und da geschah es. Walter Lux forderte Ingeborg Arzischewski zum Tanz. Und irgendwas war da, so sagen beide heute im Rückblick, was sie aneinander faszinierte. Man tauschte die Adressen aus und verabredete sich.

Walter Lux hatte das Privileg, bereits ein Auto zu besitzen. So stand den gemeinsamen Unternehmungen nichts im Wege. An Weihnachten 1969 wurde Verlobung gefeiert, neun Monate später geheiratet. Ingeborg Lux erinnert sich: Es hat furchtbar geregnet an ihrem Hochzeitstag. Die erste Wohnung bezog das Ehepaar Lux im „Stern“ in Auenwald-Hohnweiler. Ein Jahr darauf ging man gleich daran, eine eigene Heimstatt zu bauen. So entstand das Haus in der Lerchenstraße, das die Familie noch heute bewohnt. Wie damals üblich, wurde vieles an dem Haus in Eigenarbeit ausgeführt. Als Tochter Sandra im Jahr 1972 das Licht der Welt erblickte, war das neue Domizil in Lippoldsweiler fertig.

1978 und 1981 stellten sich noch die Söhne Andreas und Joachim ein. Als der Jüngste zwölf Jahre alt war, nahm Ingeborg Lux wieder eine Berufstätigkeit auf. Sie ließ sich in einem Kurs zur Hauswirtschafterin ausbilden und trat eine Stelle in dem Verein „Kinder- und Jugendhilfe“ an. Sie sorgte für das leibliche Wohl der Kinder und Jugendlichen, die dort betreut wurden. „Es hat Spaß gemacht“, sagt sie. Drei Jahre zuvor hatte sich Walter Lux selbstständig gemacht. Er wartete Maschinen in der Textil- und Lederindustrie. Das bedeutete, dass er viel unterwegs war. Vor allem an Wochenenden, denn die Produzenten wollten ihre Maschinen an den Wochenenden gewartet haben, damit mit der neuen Woche die Produktion wieder anlaufen konnte. Etwa 60000 Kilometer legte Walter Lux jedes Jahr zurück. Als die Textilindustrie zurückging, nahm Walter Lux die Pflege von Grünanlagen als Arbeitsbereich hinzu. Noch heute sind drei Mitarbeiter in seinem Auftrag unterwegs. Gab’s Urlaub, dann war die Familie Lux gern mit dem Wohnwagen unterwegs. In das Vereins- beziehungsweise Kirchenleben ihres Geburts- oder Wohnorts haben sich Walter und Ingeborg Lux auch eingebracht. Er spielte 30 Jahre im Musikzug der Turn- und Sport-Gemeinschaft. Beim ersten Straßenfest, hebt Walter Lux hervor, sei er dabei gewesen. Ingeborg Lux ist der örtlichen Kirchengemeinde verbunden. 18 Jahre lang war sie Kirchengemeinderätin und ist aktive Sängerin im ökumenischen Kirchenchor Auenwald.

Nach dem Geheimnis einer langen Ehe befragt sagt Walter Lux, dass man sich vertrauen muss. Beides zusammenzubringen, Berufstätigkeit und Familienleben und die damit einhergehenden ständigen Herausforderungen, würde zusammenschweißen.

Wie Ehepaar Lux ihr besonderes Ehejubiläum feiern wird, steht noch nicht ganz fest. In einer örtlichen Gaststätte haben sie ihren Festtag angemeldet. Aber beide sind skeptisch, ob nicht das erneute Aufflammen der Coronapandemie einen Besuch der Gaststätte unmöglich macht. Zur Not kommt die Familie, die drei Kinder und die acht Enkel, zum Feiern auch im Haus des Jubelpaars unter.

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Erstellt:
11. September 2020, 11:30 Uhr

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