Trotz Waffenruhe
Beirut: Neun Tote bei neuen israelischen Angriffen im Südlibanon
Ungeachtet einer seit dem 17. April geltenden Waffenruhe sind bei neuen israelischen Angriffen im Süden des Libanon nach Angaben aus Beirut neun Menschen getötet worden.
© Ariel Schalit/AP/dpa/Ariel Schalit
Ungeachtet einer Waffenruhe sind bei neuen israelischen Angriffen im Süden des Libanon neun Menschen getötet worden (Archivfoto).
Von red/AFP
Ungeachtet einer Waffenruhe sind bei neuen israelischen Angriffen im Süden des Libanon nach Angaben aus Beirut neun Menschen getötet worden. Unter den Getöteten befänden sich zwei Kinder und fünf Frauen, teilte das libanesische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Zudem seien 23 weitere Menschen verletzt worden. Der libanesische Präsident Joseph Aoun verurteilte die "anhaltende israelische Verletzung" der seit dem 17. April geltenden Waffenruhe.
Aoun erklärte, trotz der Waffenruhe würden "Wohnungen und Gotteshäuser zerstört, während die Zahl der Getöteten und Verwundeten Tag für Tag" ansteige. "Es muss Druck auf Israel ausgeübt werden, um sicherzustellen, dass es internationales Recht und Konventionen respektiert, und damit es aufhört, Zivilisten, Rettungskräfte, den Zivilschutz und humanitäre Gesundheits- und Hilfsorganisationen anzugreifen", fügte er in seiner Mitteilung hinzu.
Israel hat trotz der vereinbarten Feuerpause wiederholt „Hisbollah-Ziele“ im Libanon angegriffen, insbesondere im Süden des Landes. Dabei hat die israelische Armee Grenzdörfer innerhalb einer von ihr im Süden des Libanon festgelegten, durch eine "gelbe Linie" begrenzten Zone zerstört. Am Mittwoch meldete Israel Angriffe auf "etwa 20 Kommandozentralen und militärische Einrichtungen der Hisbollah". In der Vereinbarung über die Waffenruhe wird Israel das Recht eingeräumt, "jederzeit alle notwendigen Schritte legitimer Verteidigung gegen geplante Angriffe, unmittelbar bevorstehende oder stattfindende Angriffe zu ergreifen".
Seit dem 17. April gilt eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon
Aoun machte am Mittwoch eine Einhaltung der Waffenruhe zur Bedingung für direkte Gespräche mit dem südlichen Nachbarland. Der Libanon und Israel unterhalten keine offiziellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand. Mitte April trafen sich diplomatische Vertreter Israels und des Libanon zu ersten direkten Gesprächen seit Jahrzehnten in Washington.
Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei feuerte die von Teheran finanzierte Hisbollah Raketen auf Israel ab. Israel flog daraufhin massive Angriffe auf Teile des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.
Seit dem 17. April gilt eine vergangene Woche bis Mitte Mai verlängerte Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon. Israel und die Hisbollah setzten ihre gegenseitigen Angriffe jedoch fort. Die Hisbollah lehnt sowohl die Waffenruhe als auch direkte Gespräche Beiruts mit Israel ab.
