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Beispielhafter Einsatz fürs Gemeinwohl

Spiegelberger Eugen Ritter für vielfältiges ehrenamtliches Engagement mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Als „der Ehrenamtliche“ ist Eugen Ritter in der Lautertalgemeinde bekannt. Seit Jahrzehnten liegen ihm deren Vereine und Hilfsorganisationen besonders am Herzen, für die er sich ideenreich und verantwortlich einbringt. Dafür hat ihm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Die fünfjährige Alisa (links) ist stolz auf ihren Opa: Eugen Ritter hat das Bundesverdienstkreuz von Wilfried Klenk überreicht bekommen. Foto: E. Klaper

© E. Klaper

Die fünfjährige Alisa (links) ist stolz auf ihren Opa: Eugen Ritter hat das Bundesverdienstkreuz von Wilfried Klenk überreicht bekommen. Foto: E. Klaper

Von Elisabeth Klaper

SPIEGELBERG. „Eugen Ritter setzt sich mit unermüdlicher Hingabe und Überzeugung beispielhaft für das Gemeinwohl ein“: So sei er „ein Vorbild für soziales und gesellschaftliches Engagement“, betonte Bürgermeister Uwe Bossert bei der Feierstunde zur Überreichung der hohen Auszeichnung im alten Schulhaus in Großhöchberg. Beeindruckend viele Ehrenämter und Tätigkeiten hat Eugen Ritter übernommen.

1975 trat er in die Freiwillige Feuerwehr Spiegelberg ein, war 35 Jahre Schriftführer, „rechte Hand des Kommandanten“ und wurde zum Ehrenfeuerwehrmann ernannt. Er war „mitentscheidend verantwortlich“ dafür, dass die selbstständigen Abteilungen der Ortsteile aufgelöst und zu einer Feuerwehr zusammengeführt werden konnten. Bei Groß- und Jubiläumsveranstaltungen der Feuerwehr war Ritter „Cheforganisator“ und hat maßgeblich die Gründung des Fördervereins zur Förderung des Feuerwehrwesens in 2010 begleitet, der vor allem die Jugendarbeit unterstützt, hob Bossert hervor.

Seit 1977 Mitglied, ist Ritter seit 1986 Vorsitzender des DRK-Ortsvereins. „Er hat die Zusammenarbeit der beiden Spiegelberger Hilfsorganisationen Feuerwehr und DRK forciert“: Darum übten diese heute regelmäßig gemeinsam und kooperierten im Einsatzfall effektiver. Dank Ritters Initiative wurde bereits vor über zehn Jahren eine Gruppe ehrenamtlicher Ersthelfer vor Ort geschaffen, die im Notfall den Rettungsdienst unterstützt.

Über zehn Jahre war er auch anerkannter, umsichtiger Reiseleiter beim betreuten Seniorenreisen des DRK. Aktuell hat Ritter die Initiative ergriffen, um die DRK-Aktion „Gemeinsam gegen den Herzinfarkt“ zu unterstützen: Dazu sollen bis zu zehn öffentlich zugängliche Defibrillatoren in allen Teilorten Spiegelbergs installiert werden, kündigte Bossert an. Seit über 30 Jahren singt Ritter im gemischten Chor seines Heimatdorfes Vorderbüchelberg mit, ist seit 2002 dessen Vorsitzender und hat Anfang 2017 die Dorfgemeinschaft Vorderbüchelberg mitbegründet. Als „Oberorganisator und Brückenbauer“ fördere er das Zusammenspiel zwischen den Vereinen, sichere nachhaltig deren Zukunft und das Angebot der Freizeitgestaltung in Spiegelberg.

Auf seine Mitinitiative geht der „Lautertal-Bikemarathon“ zurück, bei dessen Organisation er Regie führt. Bis heute ist er mitverantwortlich für Veranstaltungen verschiedenster Art für alle Generationen und arbeitet mit im Organisationsteam des Theaterabends der Vereine. Als Bindeglied von Gemeindeverwaltung und Gemeinderat zu den Vereinen ist dem „selbstlosen Ehrenamtlichen das Wir und das Miteinander zum Wohle der Sache und seiner Gemeinde Spiegelberg wichtig“, die sein Wirken 2010 mit der höchsten Ehrung in Gold würdigte, so Bossert.

Seit Jahrzehnten kennt Wilfried Klenk, politischer Staatssekretär im Innenministerium Baden-Württemberg, Eugen Ritter persönlich und heftete ihm das Bundesverdienstkreuz ans Revers. „Er ist der zuverlässige, kompetente Mann für alle Fälle, der niemals nie sagt und sich für nichts zu schade ist, sondern selbst mit anpackt und mitgestaltet“, umschrieb Klenk Ritters herausragende Stellung für die Gemeinde. Als „echtes Vorbild für die jüngere Generation“ würdigte Gernot Gruber Eugen Ritter. Der SPD-Landtagsabgeordnete hatte den Antrag für die Auszeichnung als „Dank und Anerkennung unseres demokratischen Staates“ gestellt, die Gemeindeverwaltung, Kreis und Land unterstützten. Vor 60 Jahren habe Eugen Ritters ehrenamtliche Laufbahn als Theaterspieler beim gemischten Chor Vorderbüchelberg begonnen. 1987 habe er die DRK-Blutspendetermine eingeführt, die er seither organisiert. Ehrenamtliches Engagement sei laut Bundespräsident „der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält“ und besonders wichtig in kleinen Gemeinden. „Wenn es in der Bürgerschaft etwas zu tun gibt, übernimmt Eugen Ritter Verantwortung“ in diversen Funktionen, hob Gruber hervor.

„Wir sind stolz auf dich“, betonte Susanne Weiss. Eugen Ritter „setzt sich mit ganzer Kraft ein, da steckt viel Zeit und Arbeit dahinter, und auch das ganze Privatleben wird danach geregelt“, erzählte die Zweite Vorsitzende des DRK-Ortsvereins. „Endlich wird auch mal jemand geehrt ohne Parteibuch“, freute sich der 74-Jährige und dankte besonders seiner Frau Helene. „Ohne sie wäre es nicht möglich.“ Was motiviert den früheren Kaufmann zu dieser außergewöhnlichen Ehrenamtsarbeit? „Ich mache das gerne, weil das für die Gemeinschaft in einer kleinen Gemeinde wichtig ist“, verdeutlichte Eugen Ritter.

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Erstellt:
6. Juni 2018, 06:00 Uhr

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