Belastete Erde bei Arbeiten ausgehoben

Beim Bau eines 1,8 Millionen teuren Regenüberlaufbeckens könnten zusätzliche Kosten anfallen.

Die Arbeiten am Regenüberlaufbecken schreiten voran. Auf der Baustelle vorne links im Bild zu sehen ist Heiko Weber vom Ingenieurbüro Frank, in der Mitte Bürgermeister Ian Schölzel, rechts Frank Braun vom Ingenieurbüro Frank. Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Die Arbeiten am Regenüberlaufbecken schreiten voran. Auf der Baustelle vorne links im Bild zu sehen ist Heiko Weber vom Ingenieurbüro Frank, in der Mitte Bürgermeister Ian Schölzel, rechts Frank Braun vom Ingenieurbüro Frank. Foto: J. Fiedler

Von Melanie Maier

WEISSACH IM TAL. Ende März haben die Arbeiten an dem neuen Regenüberlaufbecken „Kläranlage“, unmittelbar vor der Kläranlage in Unterweissach, begonnen. Der Bau des Beckens, das unter Regie des Zweckverbands Abwasserklärwerk entsteht, kostet rund 1,8 Millionen Euro. Die Ausführung liegt bei dem Ingenieurbüro Frank mit Sitz in Backnang. Es ist das vorerst letzte Regenüberlaufbecken im Verbandsgebiet.

Der Bau schreite gut voran, teilt die Gemeindeverwaltung mit, allerdings wurde beim Abtragen der Erde festgestellt, dass es sich teilweise nicht um Mutterboden, sondern um Auffüllerde handelt, vermutlich aus einem früheren Bauabschnitt des Klärwerks. Schon zu Beginn der Aushubarbeiten habe man festgestellt, dass die Erde geruchlich auffällig ist, sagt Heiko Weber, Bauingenieur beim Ingenieurbüro Frank. Das belastete teerige Erdmaterial sei zwischengelagert beziehungsweise in ein Labor geschickt worden, fügt sein Kollege Frank Braun hinzu: „Dort wurde es beprobt.“

Die Sachsenweilerstraße bleibt voraussichtlich bis
Ende Oktober gesperrt.

Mittlerweile liegen die Ergebnisse der Beprobung vor. Das Aushubmaterial ist in Deponieklasse II eingestuft worden. Es wird dementsprechend ein Nachtragsangebot für die Entsorgung erstellt. „Das muss aber nicht heißen, dass das Gesamtprojekt teurer wird“, erklärt Braun. Im Laufe der Bauarbeiten könne es noch zu Kostenverschiebungen kommen. Auf die Baudauer wirke sich die Entdeckung des belasteten Materials nicht aus. Ein Teil der unbelasteten Erde soll später zur Auffüllung genutzt werden.

Das neue Regenüberlaufbecken sei ein wichtiges Becken, um bei starkem Regen Abwasser zwischenzulagern, betont Braun. Das sogenannte Sonderbauwerk der Abwasserbeseitigung wird nach der Fertigstellung bis zu 400 Kubikmeter Nutzinhalt fassen können. Das Abwasser soll im Falle der Nutzung abgepumpt und der Kläranlage zugeführt werden, so Braun. Die Randdaten hat Weber parat: „Das Becken hat eine Gesamtlänge von 28 Metern und ist bis zu zehn Meter breit. 700 Kubikmeter Beton werden verbaut sowie mehr als 100 Tonnen Stahl.“

Die Maschinen- und Steuerungstechnik, zu der Pumpen und Schaltschränke gehören, werde kommendes Frühjahr eingebaut. Spätestens in einem Jahr soll das Becken also voll funktionsfähig sein.

Da für die Baustelle nur ein sehr enges Baufeld zur Verfügung steht, ist die Sachsenweilerstraße für einen längeren Zeitraum komplett gesperrt worden. Eine entsprechende Umleitungsstrecke ist eingerichtet und ausgeschildert worden. Die Gemeindeverwaltung rechnet damit, dass das bis Ende Oktober so bleiben wird.

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Erstellt:
7. Juni 2021, 06:00 Uhr

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