Belebung für die Offensive

Beim 1:1 gegen den 1. FC Köln beweist VfB-Angreifer Woo-yeong Jeong, dass er mehr sein kann als nur ein Ergänzungsspieler.

Gestenreich und stark: Woo-yeong Jeong

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Gestenreich und stark: Woo-yeong Jeong

Von Gregor Preiß

Stuttgart - So richtig ist Woo-yeong Jeong beim VfB Stuttgart ja noch nicht angekommen. Gefühlt hat der Südkoreaner seit seinem Wechsel vom SC Freiburg nach Stuttgart im vergangenen Sommer (Ablöse: 3,5 Millionen Euro) mehr Zeit bei diversen Nationalteams und Asienmeisterschaften verbracht. Nicht nur gefühlt: 15 Einsätzen bei seinem Arbeitgeber in der Bundesliga stehen seit Saisonstart 13 Auftritte für Südkorea gegenüber. Zuletzt bei der Asienmeisterschaft in Katar, als Jeong unter dem inzwischen entlassenen Nationaltrainer Jürgen Klinsmann den vierten Platz belegte. Sicher nicht die besten Startvoraussetzungen, um bei einem neuen Verein Fuß zu fassen.

Nun hat die Reiserei fürs Erste aber ein Ende. Seit Anfang Februar ist Jeong zurück in Stuttgart und auf dem besten Weg, die Integration nachzuholen. Nach zwei Kurzeinsätzen gegen Mainz und Darmstadt bot Trainer Sebastian Hoeneß den flexibel einsetzbaren Offensivspieler beim 1:1 gegen den 1. FC Köln in der Startelf auf – Jeongs erster Startelfeinsatz seit Anfang November in Heidenheim.

Trotz des am Ende enttäuschenden Ergebnisses hat der 24-Jährige seinen Einsatz gerechtfertigt. „Er hat seine Sache sehr, sehr gut gemacht“, befand Sportdirektor Fabian Wohlgemuth. Auf der Achter-Position in den Halbräumen aufgeboten, war Jeong eigentlich überall zu finden, wo Gefahr lauerte. Jeong agierte im Zentrum, wich auf die Flügel aus, von wo er eine Maßflanke auf Serhou Guirassy servierte, dessen Kopfball nur um Zentimeter am Kölner Tor vorbeistrich. Und er tauchte im Strafraum auf, um selbst den Abschluss zu suchen. Gleich zweimal binnen kürzester Zeit, doch FC-Keeper Marvin Schwäbe war zur Stelle. Keine überragenden, aber ordentliche Abschlüsse waren das. Auf keinen Fall waren sie dazu angetan, sie als Beleg für Jeongs grundsätzliche Abschlussschwäche ins Feld zu führen.

Tatsächlich hat der Koreaner das Toreschießen nicht erfunden. Zehn Treffer in 99 Bundesligapartien sind keine berauschende Bilanz für eine Offensivkraft. Gegen Köln zeigte Jeong dafür andere Qualitäten. Wohlgemuth lobte sein „Lauf- und Zweikampfverhalten“, mit dem er zu einem „unserer auffälligsten Spieler der ersten Halbzeit“ wurde. Jeong gewann 69 Prozent seiner Zweikämpfe, für einen Offensivspieler ein sehr guter Wert. 89 Prozent seiner Abspiele fanden ihr Ziel – ebenfalls eine starke Quote.

Seine zielführendste Aktion hatte der 24-Jährige dann in der zweiten Halbzeit. Nach einer Balleroberung leitete er den schönsten Stuttgarter Angriff an diesem Nachmittag ein, der in der Führung durch Enzo Millot mündete (53.). Dass es am Ende nicht zum Sieg reichte, lag an einem gewissen Spannungsabfall in der Mannschaft, dem auch Jeong nichts entgegenzusetzen hatte. Nach 65 Minuten war sein Startelfeinsatz beendet. Der unterm Strich ein sehr gelungener war.

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Erstellt:
25. Februar 2024, 22:04 Uhr
Aktualisiert:
26. Februar 2024, 22:00 Uhr

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