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Bessere Versorgung in Kinder- und Jugendpsychiatrie gefragt

dpa/lsw Tübingen. Psychisch schwer erkrankte junge Menschen stellen eine zunehmende Herausforderung für Ärzte dar. „Immer mehr Kinder kommen mit akuten Selbstmordgedanken zu uns. Das ist ein Trend, der uns Sorgen macht“, sagte Tobias Renner, Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universitätsklinik Tübingen, am Dienstag. Als Kinder gelten junge Menschen unter 14 Jahren.

Ein Plakat mit dem Artikel 3 der UN-Kinderrechtskonvention hängt in einer Klinik. Foto: Philipp Schulze/dpa/Archivbild

Ein Plakat mit dem Artikel 3 der UN-Kinderrechtskonvention hängt in einer Klinik. Foto: Philipp Schulze/dpa/Archivbild

Bei einem Gespräch des Tübinger Presseclubs forderte Renner eine Verbesserung der therapeutischen Versorgung durch mehr Betten und Personal in Krankenhäusern. Zudem sollen seiner Meinung nach mehr telemedizinische und Online-Angebote geschaffen werden, um auch Betroffenen in ländlichen Gebieten zu helfen.

Laut Sozialministerium wurden 2017 in baden-württembergischen Krankenhäusern rund 7100 Kinder und Jugendliche wegen psychischer Erkrankungen stationär behandelt. Im Jahr 2010 waren es noch knapp 5300. Bettenkapazitäten weist das Land seit 2018 nicht mehr nach zuvor festgelegten Kriterien aus, sondern entsprechend einer nachgewiesenen Auslastung.

Renner kritisierte das neue System, weil es seiner Einschätzung nach eine rasche Erhöhung der zugewiesenen Bettenzahl in seiner Einrichtung verhindert. 32 vollstationäre Bettenplätze gibt es an der Tübinger Kinder- und Jugendpsychiatrie. Um den Bedarf zu befriedigen, wären 50 nötig, sagte Brenner. Ihm zufolge kommen 80 Prozent der Patienten dort über die Notfallaufnahme an. Das heißt, bei ihnen besteht zumeist die dringende Gefahr, dass sie sich selbst oder anderen etwas antun könnten. Mittelschwere Fälle müssten oft an entferntere Kliniken verwiesen werden.

Nach Einschätzung des Arztes haben Kinder ein höheres Stresserleben als noch vor zehn Jahren und fühlten in verschiedenen Lebensbereichen eine Überlastung. Die Krankheitsbilder wie depressive Phasen oder Essstörungen hätten sich deutlich erschwert.

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Erstellt:
26. November 2019, 17:19 Uhr

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