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Betrüger oder Betrogene? Prozess um dubiose Goldgeschäfte

dpa/lsw Stuttgart. Sie sollen Anleger mit angeblich lukrativen Goldgeschäften gelockt haben - und so geholfen haben, diese um insgesamt zwei Millionen Euro zu bringen. Am Freitag hat vor dem Landgericht Stuttgart der Prozess gegen eine Frau und zwei Männer begonnen. Zwei mutmaßliche Drahtzieher können nicht mehr belangt werden - sie sind mittlerweile gestorben.

Goldbarren in unterschiedlicher Größe liegen bei einem Goldhändler in einem Tresor. Foto: Sven Hoppe/dpa

Goldbarren in unterschiedlicher Größe liegen bei einem Goldhändler in einem Tresor. Foto: Sven Hoppe/dpa

Laut Anklage soll die Aufgabe der drei Angeklagten im Alter von 51 bis 65 Jahren gewesen sein, Anleger anzuwerben. Ihr Versprechen: Ihr Hintermann habe eine Goldschmelze in Afrika und könne lukrative Geschäfte mit der Veredelung des Metalls machen. 26 Anleger konnten sie damit überzeugen - ihnen entstand ein Millionenschaden. Denn die Hintermänner - Inhaber einer Firma mit Sitz in der Schweiz - nutzten große Teile des Geldes laut Staatsanwaltschaft für private Zwecke. Um den Schein aufrecht zu erhalten, wurden rund 333 000 Euro an angeblicher Rendite ausbezahlt.

Nur einer der Angeklagten machte am Freitag Angaben - und stellte sich selbst als Betrogener dar. Er habe die Geschichte mit der Goldmine selbst geglaubt und sei von der Geschäftsidee überzeugt gewesen. Auch er bleibe auf einem nicht unerheblichen Schaden sitzen. Den Vermittlern sei eine Provision von drei Prozent der Anlage versprochen worden. Die sei aber nur zu Beginn regelmäßig ausgezahlt worden, sagte der Angeklagte.

Die Taten sollen zwischen Juni 2010 und 2012 begangen worden sein. Einer der beiden Drahtzieher wäre eigentlich ebenfalls in dem Verfahren angeklagt gewesen. Er starb aber wenige Wochen vor Prozessbeginn.

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Erstellt:
5. Juni 2020, 13:20 Uhr

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