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Betrunkener bedroht seine Ex-Partnerin

Der Fall endete vorerst „glimpflich“ – Schlaglichter auf besorgniserregende Statistiken von „Beziehungstaten“

Am Sonntagabend stürmte der Ex-Freund einer Frau deren Wohnung in Winnenden-Hertmannsweiler. Foto: 7aktuell.de/Lermer

© 7aktuell.de/Kevin Lermer

Am Sonntagabend stürmte der Ex-Freund einer Frau deren Wohnung in Winnenden-Hertmannsweiler. Foto: 7aktuell.de/Lermer

WINNENDEN (ngr/awus). Diesmal blieb es nur bei einer Tötungsdrohung und die ehemalige Lebensgefährtin kam mit dem Schrecken davon. Eine notwendig gewordene Festnahme eines mutmaßlichen Gefährders am Sonntag in Hertmannsweiler wirft jedoch erneut Schlaglichter auf eine ganze Reihe tödlich verlaufener Beziehungstaten im Rems-Murr-Kreis der jüngsten Zeit.

In Hertmannsweiler kam es am Sonntagabend (11. August) gegen 20.40 Uhr zu einem Feuerwehr- und Polizeieinsatz. Ein 42-jähriger betrunkener Mann hatte am Sonntag seiner ehemaligen Lebensgefährtin gedroht, sie umzubringen. Im Lauf des Abends hat er dann die Wohnungsinhaberin ausgesperrt. Die Polizei ging zur Lagebewältigung in die Wohnung. Um die Tür zu öffnen, rückte auch die Feuerwehr an.

„Der 42-Jährige wurde letztlich in der Wohnung schlafend angetroffen. Wie sich herausstellte, befand sich der Mann in einem psychischen Ausnahmezustand, weshalb er von der Polizei einer Fachklinik zugeführt wurde. Die strafrechtlichen Ermittlungen zur Bedrohung dauern an“, heißt es im Polizeibericht.

Der Vorfall, auch wenn er „glimpflich“ ausgegangen ist, gemahnt an eine lange Reihe von „Beziehungstaten“, die sehr häufig sind. Anfang Juni 2019 ist eine polnische Pflegekraft aus Aspach von ihrem ehemaligen Lebensgefährten entführt und nach Frankreich verschleppt worden. Die Frau wurde glücklicherweise befreit. Doch Anfang Juli ist eine 40-jährige Frau aus Remshalden sehr wahrscheinlich von ihrem Ex-Freund getötet worden. Ihre Leiche wurde am 10. Juli am Remsufer bei Endersbach gefunden.

Info
Grässliche Tötungsfälle

Eine 22-jährige Frau aus Backnang-Strümpfelbach ist im November 2017 von ihrem Ex-Lebensgefährten, mit dem sie einen Sohn hatte, ermordet worden. Ein Rentner aus Schwaikheim hat im Sommer 2015 seine Frau erwürgt. Kurz nach Weihnachten 2011 starb eine damals 47-jährige Frau in Waiblingen. Sie wollte sich von ihrem Mann scheiden lassen. Er wurde wegen Mordes verurteilt.

Grässliche Tötungsfälle, die sich einreihen in besorgniserregende Statistiken. Allein im Jahr 2017 sind 19 Frauen in Baden-Württemberg von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet worden. Drei Männer starben durch Gewalt innerhalb einer Beziehung.

Für kurze Zeit sorgten diese bundesweiten Zahlen für Aufsehen: 2017 wurden 147 Frauen in Deutschland von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Statistisch ist also in Deutschland alle zweieinhalb Tage eine Frau auf diese Weise gestorben.

In ihrer Jahrespressekonferenz im Frühjahr 2019 berichtete die Polizei in Aalen, dass Fälle häuslicher Gewalt im Rems-Murr-Kreis auch 2018 deutlich zugenommen hätten. Der Polizeipsychologe Professor Adolf Gallwitz sprach Ende 2018 gegenüber dieser Zeitung von einem „unheimlich hohen Niveau an Gewalt in bundesdeutschen Familien“.

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Erstellt:
13. August 2019, 06:00 Uhr

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