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Bewegung macht Schüler schlau

Realschule am Weissacher Bildungszentrum setzt auf Sportprofil – Aktiv im Unterricht und in Pausen – Sportklasse geplant

Bewegung tut gut: Bewegung macht fit, Bewegung fördert das Lernen, Bewegung nutzt der Gesundheit. Die Realschule des Weissacher Bildungszentrums hat Bewegung zum Programm erhoben: Sie ist jetzt ganz offiziell als weiterführende Schule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt zertifiziert. Praktiziert wird dies im Unterricht ebenso wie in den Pausen.

Die Bewegungsangebote in den Pausen bieten vielfältige Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Die Bewegungsangebote in den Pausen bieten vielfältige Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen. Foto: A. Becher

Von Armin Fechter

WEISSACH IM TAL. Quer durch die Schule wird Bewegung großgeschrieben: „Das Gelände lädt dazu ein“, schwärmt Schulleiter Jürgen Wörner von idealen Voraussetzungen. Das betrifft nicht nur die räumlichen Möglichkeiten und die beispielhaften Sportstätten, sondern das gesamte Areal im Seegut mit seinem parkähnlichen Charakter.

Vielfältige Möglichkeiten stehen bereit, damit die Schüler in den großen Pausen aktiv werden können. In der Sporthalle beispielsweise finden die Fünft- bis Siebtklässler verschiedene Geräte vor, sie können dem Ball nachjagen, Rollbrett fahren, Badminton spielen oder an Seilen schwingen, schaukeln und abhängen – ein Angebot, das sich an Schüler aller drei Bize-Schularten richtet. Ein Sportlehrer der Realschule ist als Aufsicht zusammen mit zwei älteren Schülern des Sozialpraktikums zugegen.

Die Sportkiste auf dem Pausenhof: Kleine Geräte und Tipps für Spiele

Unterdessen bietet die Sportkiste auf dem Schulhof beim Fünfer- und Sechserbau andere Betätigungsmöglichkeiten an. Seile, Bälle und anderes gibt es da zum Ausleihen, ältere Schüler des Sozialpraktikums stehen auch da bereit, um Tipps zu geben. Fang- und Seilspiele sind möglich, Gummitwist ist im Angebot, ebenso auch das altbekannte Himmel-und-Hölle-Spiel, wie die Sportlehrerin Stefanie Heinrich berichtet. Und alles ganz ohne große Gerätschaften.

Die vielfältigen Pausenangebote kommen nicht von ungefähr. Wie Konrektor Christian Zeller beschreibt, war in der Vergangenheit immer wieder aufgefallen, dass die Schüler in Trauben zusammenstehen und an den Handys daddeln. Ein No-Go aus erzieherischer Sicht. Also wurde die Handynutzung strenger geregelt – und zum Ausgleich das Bewegungsangebot geschaffen. „Die Kinder nehmen es an, es war richtig schön, das zu beobachten“, bilanziert Stefanie Heinrich. „Und das merkt man im Unterricht: Sie sind entspannter, ausgeglichener.“

Aber auch im Unterricht selbst wird Bewegung gezielt eingesetzt, etwa bei sogenannten Laufdiktaten, wie sie auch in der Grundschule praktiziert werden. Im Mathe-Unterricht lassen sich geometrische Figuren und Größen wie Kreis und Radius mit den Kindern anschaulich auf dem Schulhof darstellen. „Man hat festgestellt, dass Bewegung einen guten Behaltenseffekt hat“, erklärt Konrektor Zeller und verweist auf die Erkenntnisse des Sportpädagogen und Hirnforschers Frieder Beck, der auch am Bize unterrichtet. Über ihn hat sich die Realschule eine wissenschaftliche Begleitung für das neue Programm gesichert. Becks Botschaft in kurzen Worten: Sport macht schlau. Dazu dienen beispielsweise auch Bewegungspausen im Unterricht, die die üblichen Doppelstunden auflockern.

Ein wichtige Säule im Sportprofil der Realschule stellt die enge Zusammenarbeit mit insgesamt zehn Kooperationspartnern dar. Dazu zählen Krankenkassen, aber auch mehrere Sportvereine, etwa der HCOB (Handball) oder die SG Sonnenhof Großaspach (Fußball). Zu einigen von ihnen besteht schon seit Längerem Kontakt, so hat ein Drittliga-Profi der SG Sonnenhof einige Unterrichtseinheiten gehalten und mit den Schülern auch über Fragen der beruflichen Orientierung gesprochen. Neu hinzugekommen ist beispielsweise die Backnanger Tanzschule Dance Intense Factory. Das ermöglicht ein breit gefächertes Angebot, das weit über den Sportunterricht hinausgeht, von Leichtathletik über Turnen und Tennis bis Football und Tischtennis.

Überhaupt, Tischtennis: Ein Sportstudent hat an der Schule alternative Bewegungsformen eingebracht, wie im Klassenzimmer ohne Schläger, nur mit ohnedies vorhandenen Utensilien, gespielt werden kann. Der Vorteil von Tischtennis: Diese Sportart hat eine starke verbindende Wirkung, kann von Mädchen und Jungs gleichermaßen gespielt werden, ist leicht zu erlernen, und es sind schnell Erfolge zu sehen. Und, darüber hinaus: Im Technikunterricht können die Schüler Schläger selbst herstellen.

„Die Profilierung nach außen wird für die Schulen wichtig“, erläutert Schulleiter Wörner und erinnert an die rückläufigen Kinderzahlen, „jede Schule braucht etwas Besonderes.“ Der Anstoß, einen sport- und bewegungserzieherischen Schwerpunkt aufzubauen, kam von den Sportlehrern. Sie haben damit bei Wörner, selbst ehemaliger Tischtennis-Bundesliga-Spieler und nach wie vor sportaffin, offene Türen eingerannt und genießen zugleich die volle Unterstützung des Kollegiums. Auch beim nächsten Schritt, der als Highlight noch draufgesetzt wird: Die Schule richtet zum nächsten Schuljahr eine Sportklasse ein, um das Profil zu vertiefen. Im Vordergrund soll dabei aber nicht eine leistungsorientierte Förderung stehen. Angedacht sind vielmehr erlebnispädagogische Aktivitäten, soziales Engagement, aber auch Sporttheorie, Bewegungslehre und Exkursionen.

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Erstellt:
7. Februar 2020, 11:30 Uhr

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