Biden erreicht Impfziel mit Verspätung

dpa Washington. Corona-Fallzahlen, Krankenausweisungen und Todesfälle steigen auch in den USA. Doch nach einem wochenlangen Kampf gegen die Impfmüdigkeit scheint es zumindest in diesem Bereich wieder voran zu gehen.

US-Präsident Joe Biden. Mit Stand Montag haben 70 Prozent aller Erwachsenen in den USA mindestens eine Impfdosis erhalten. Foto: Andrew Harnik/AP/dpa

US-Präsident Joe Biden. Mit Stand Montag haben 70 Prozent aller Erwachsenen in den USA mindestens eine Impfdosis erhalten. Foto: Andrew Harnik/AP/dpa

Mit rund einem Monat Verspätung haben die USA ein von US-Präsident Joe Biden ausgerufenes Impfziel erreicht. Mit Stand Montag haben 70 Prozent aller Erwachsenen mindestens eine Impfdosis erhalten, wie aus Daten der Gesundheitsbehörde CDC hervorgeht.

„Wir haben genug Impfstoff für jeden Amerikaner, der einen haben möchte“, sagte der Corona-Koordinator der Regierung, Jeff Zients. All diejenigen, die für eine Impfung in Frage kämen, müssten jetzt die Ärmel hochkrempeln und ihren Beitrag leisten. Gleichzeitig warnten die Gesundheitsbehörden eindringlich vor der Delta-Variante des Coronavirus.

Independence Day war eigentlich es Zieldatum

Eigentlich sollte die 70-Prozent-Marke bereits am Unabhängigkeitstag am 4. Juli erreicht werden. Das Ziel wurde damals jedoch trotz zahlreicher Impfanreize und eines großen Vorrats an Impfstoffen verfehlt. In den USA sind bislang fast 50 Prozent der Gesamtbevölkerung von rund 330 Millionen Menschen vollständig geimpft, rund 58 Prozent haben mindestens die erste Spritze bekommen. Angesichts der rasch steigenden Zahl neuer Corona-Infektionen haben sich in den USA zuletzt wieder deutlich mehr Menschen impfen lassen.

Gleichzeitig steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Land weiter an. Im Durchschnitt der vergangenen Tage verzeichneten die USA rund 72.000 Neuinfektionen pro Tag. Das entspreche einem Anstieg von 44 Prozent gegenüber der Vorwoche und liege über dem Spitzenwert des vergangenen Sommers, sagte Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen und der Todesfälle steige an. „Obwohl wir mit dieser Pandemie unbedingt fertig sein wollen, ist Covid-19 eindeutig noch nicht mit uns fertig. Und so muss unser Kampf noch ein wenig länger dauern.“

CDC besorgt über Delta-Variante

Walensky warnte die Menschen im Land vor der Delta-Variante, die „hochgradig ansteckend“ sei. „Wenn Sie an der Alpha-Variante erkranken, könnten Sie etwa zwei andere ungeimpfte Personen anstecken. Wenn Sie an der Delta-Variante erkranken, könnten Sie nach unseren Schätzungen etwa fünf andere ungeimpfte Personen anstecken“, so die CDC-Chefin. Deshalb sei es umso wichtiger, sich impfen zu lassen. Zwar könnten sich Menschen trotz Impfung anstecken. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie aber erkranken sei durchaus geringer.

„Kein Impfstoff ist zu 100 Prozent wirksam, so dass mit Impfdurchbrüchen zu rechnen ist“, sagte auch US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci. „Die meisten dieser Infektionen verlaufen asymptomatisch oder mild.“ Auch der prominente US-Senator Lindsey Graham ist trotz Impfung positiv auf das Coronavirus getestet worden. Seine Symptome seien mild, betonte Graham. „Ich bin sehr froh, dass ich geimpft wurde, denn ohne Impfung würde ich mich sicher nicht so gut fühlen wie ich es jetzt tue“, schrieb der Republikaner auf Twitter.

Höchster Wochenschnitt seit 4. Juli

Die Impfkampagne in den USA war seit Juni ins Stocken geraten und die Behörden hatten die Menschen gerade zu angefleht, sich impfen zu lassen. In den vergangenen Wochen habe sich die Zahl der Erstimpfungen um fast 70 Prozent erhöht, sagte Corona-Koordinator Zients. Allein in den vergangenen sieben Tagen haben sich demnach drei Millionen Amerikaner zum ersten Mal impfen lassen. Das sei der höchste Wochendurchschnitt seit dem 4. Juli.

© dpa-infocom, dpa:210803-99-675003/5

Zum Artikel

Erstellt:
3. August 2021, 04:01 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!