Bilfinger-Aktie erneut von Übernahmefantasie befeuert

dpa Mannheim. Neue Spekulationen um eine Übernahme von Bilfinger haben den Aktienkurs des Industrie-Dienstleisters in die Höhe getrieben. Er schnellte am Freitag im frühen Handel um fast 13 Prozent auf 19,46 Euro nach oben. Damit setzte sich die Aktie mit großem Abstand an die Spitze des SDax der kleineren Börsentitel.

Das Logo des Industriedienstleisters Bilfinger ist am Hauptsitz des Unternehmens angebracht. Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild

Das Logo des Industriedienstleisters Bilfinger ist am Hauptsitz des Unternehmens angebracht. Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild

Medienberichten zufolge soll sich der Infrastrukturkonzern selbst zum Verkauf stellen, nachdem mehrere Finanzinvestoren Interesse an einer Übernahme gezeigt haben sollen. Zu diesen zählten etwa der US-Investor Clayton Dubilier & Rice und Triton Partners, hatten die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) und Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Bilfinger seinerseits habe für einen Verkauf ein Beratungsunternehmen mandatiert.

Das Unternehmen äußerte sich nicht konkret zu den Spekulationen. In einer Mitteilung von Freitag hieß es, „Ziel von Bilfinger ist es, die Wertschöpfung für unsere Anteilseigner zu steigern“. In diesem Rahmen sei Bilfinger regelmäßig im Austausch mit Dritten, „um die strategische Weiterentwicklung und die Möglichkeiten zur Wertschöpfung mit ihnen zu diskutieren“.

Bilfinger ist nach eigenen Angaben speziell in Europa, Nordamerika und Naher Osten aktiv mit Kunden unter anderem aus der Chemie und Petrochemie, Energie, Pharmaindustrie, Metallurgie und Zementindustrie. Mit rund 34 000 Mitarbeitern erwirtschaftete das Unternehmen im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 4,327 Milliarden Euro.

Strategisch wäre eine Übernahme durch einen Private-Equity-Investor mit einem anschließenden Ausbau des Unternehmens durchaus sinnvoll, merkte die Commerzbank an. Denn Bilfinger sei geografisch breit aufgestellt und biete eine große Palette an Dienstleistungen an. Gleichzeitig befinde sich das Unternehmen in einer Restrukturierung und sei mithin ein attraktives Ziel für Private-Equity-Investoren.

Ein Händler riet gleichwohl zur Vorsicht: Als im vergangenen Monat schon einmal Spekulationen am Markt um eine Übernahme aufgekommen seien, habe der Aktienkurs zwar zunächst stark zugelegt, im weiteren Handelsverlauf die Gewinne aber wieder abgegeben.

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Erstellt:
6. November 2020, 12:55 Uhr

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