Biotonne, Laubsack, Kompostplatz: Wohin mit den Blättern?

dpa/lsw Freiburg. Gelblich, rötlich, bräunlich: Solange es in der Herbstsonne an den Bäumen schimmert, ist buntes Laub vor allem ein Signal für den Jahreszeitenwechsel. Auf dem Boden angekommen stört es meist. Es gibt viele Möglichkeiten der Entsorgung. Doch das muss nicht immer sein.

Mitarbeiter der Straßenreinigung blasen mit Laubbläsern nasses Laub auf die Straße. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Mitarbeiter der Straßenreinigung blasen mit Laubbläsern nasses Laub auf die Straße. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Tonnenweise Laub erfordert im Herbst wieder den Einsatz von Straßenkehrern, Laubbläsern und mit Rechen gewappneten Gartenbesitzern. Allein in Freiburg haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung in den vergangenen Jahren im Schnitt 514 Tonnen Laub von Straßen, Rad- und Fußwegen eingesammelt, wie eine Sprecherin erklärte. Bürger und Bürgerinnen können Laub vor ihrer Haustür oder auf Gehwegen im Herbst in „Laubsäcke“ à 50 Cent stopfen, die die Straßenreinigung bei der nächsten Reinigungstour mitnimmt. Alternativ kann es kostenfrei über die städtischen Recyclinghöfe und Grünschnittsammelstellen entsorgt werden.

Ähnliche Möglichkeiten gibt es im Grunde in allen Städten. Stuttgart etwa bietet als Entsorgungswege neben der Biotonne Wertstoffhöfe, die Grüngutsammlung sowie separate Häcksel- und Kompostplätze. In Freiburg wird das Herbstlaub mit Grünschnittabfällen in einer Kompostierungsanlage sortiert und zu Holzhackschnitzeln und Fertigkompost verarbeitet. „Aus den Holzhackschnitzeln stellen wir in einer Pyrolyseanlage Pflanzenkohle her“, erläuterte die Sprecherin.

Mehr als 30 Bezirksreinigungskräfte seien mit Laubbläsern unterwegs, um das Laub vom Gehweg auf die Straßen zu pusten. Bis zu 13 Kleinkehrmaschinen sammelten es dann ein. Zudem nutze die Stadt ein Laubfahrzeug mit integrierter Saugeinrichtung.

Allerdings kann man mit dem Laub im Garten auch Tieren etwas Gutes tun, wie der Naturschutzbund Nabu informiert: „Laubhaufen verteilt auf Beeten und unter Bäumen sind Rückzugsort für Regenwürmer, Spinnen, Käfer, Molche, Raupen und Falter. In unserem Boden leben unterschiedlichste Tiere, Pflanzen, Pilze, Bakterien und andere Mikroorganismen, die das Herbstlaub gut schützt.“ Nach dem Winter bauten Tausende Lebewesen das Laub ab und wandelten es in wertvollen Humus um. „Auf diese Weise bleiben die Nährstoffe im Garten.“

Laubentsorgung wiederum kann mit verschiedenen Problemen einhergehen. So verweist das Umweltbundesamt darauf, dass Laubsauger und -bläser bis zu 120 Dezibel laut werden können. „Damit sind sie ungefähr so laut wie eine Kettensäge oder ein Presslufthammer.“ Da Lärm krank macht, dürften Laubbläser in Wohngebieten wochentags nur zwischen 9.00 und 13.00 Uhr und zwischen 15.00 und 17.00 Uhr benutzt werden - an Sonn- und Feiertagen gar nicht. Geräte mit Verbrennungsmotor erzeugten zudem Luftschadstoffe, „die bei den meisten Laubsaugern und -bläsern sogar ungefiltert in die Umgebung geblasen werden“. Geräte mit Häckselfunktion seien auch eine tödliche Gefahr für Insekten und kleine Gartentiere wie Frösche, Spinnen oder Regenwürmer.

Bei der Laubsammlung in Freiburg gibt es überdies eine Neuerung: In diesem Herbst kann das Laub aller Baumarten wieder gemeinsam in einem Sack entsorgt werden. Blätter von Kastanien müssen nicht wie in den vergangenen Jahren separat eingetütet werden. Das war nötig, um die Kastanienminiermotte zu bekämpfen. In einer neuen Kompostieranlage herrschen aber Temperaturen, bei denen die Schädlinge absterben.

© dpa-infocom, dpa:211106-99-888706/2

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Erstellt:
6. November 2021, 09:06 Uhr

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