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„Bis auf den Kiosk ist alles ganz neu“

Endlich: Am Samstag öffnet das Freibad Erbstetten wieder seine Pforten. Mit einem Millionenbetrag ist es komplett saniert worden. „Es ist wunderschön geworden.“ Das offizielle Einweihungsfest soll allerdings erst im kommenden Jahr stattfinden.

Am 1. August ist die Eröffnung. Dann ist schwimmen im Bädle für jedermann angesagt. Das offizielle Einweihungswochenende hat die Gemeinde zusammen mit dem Förderverein Freibad Erbstetten für den Sommer im kommenden Jahr geplant. Fotos: A. Becher

© Alexander Becher

Am 1. August ist die Eröffnung. Dann ist schwimmen im Bädle für jedermann angesagt. Das offizielle Einweihungswochenende hat die Gemeinde zusammen mit dem Förderverein Freibad Erbstetten für den Sommer im kommenden Jahr geplant. Fotos: A. Becher

Von Florian Muhl

BURGSTETTEN. Symbolisch prangt die Nummer 1 auf dem Startblock. Das Bädle war über viele Wochen und Monate hinweg die Nummer-eins-Baustelle, die größte in der Gemeinde. Und viele haben mit angepackt, nicht nur die Profis, sondern auch zahlreiche Laien, die wie Profis geschuftet haben. Ein Frauenmagazin, das übers Bädle berichtet hatte, titelte: Ein Dorf rettet sein Freibad.

Die Eins steht aber auch für den Eröffnungstermin. Am Samstag, 1. August, ist es so weit. Das Bädle öffnet seine Pforten. Dann ist schwimmen und Badevergnügen für jedermann angesagt (siehe Infokasten). Noch werden letzte Handgriffe erledigt, am Beobachtungsstand für die Schwimmmeisterin Jessica Bubeck steht noch ein Gerüst, Sonnenschirme und Lautsprecheranlage fehlen noch, aber sonst macht die gesamte Anlage einen Topeindruck. Alles sieht frisch und modern aus und glänzt in der Sonne. „Bis auf den Kiosk ist alles ganz neu“, sagt Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz.

Das Becken sieht richtig einladend aus. Bei der Hitze möchte man direkt reinspringen. Wenigstens ein Griff mit der Hand ins Wasser... das ist ja schon richtig warm!? Gestern waren’s 25 Grad Celsius. Ein Dank an die Solaranlage. Und die große und für die drei Vorsitzenden des Fördervereins Freibad Erbstetten, Sibilla Bolay, Anja Geldner und Silke Schmidt, erfreuliche Überraschung, als das Wasser eingefüllt war: Das Wasser erscheint in einem frischen, bläulichen Ton. Befürchtet hatte man, da es sich ja um ein Edelstahlbecken handelt, dass das Wasser in einem kühlen Silber schimmern würde. Nichts da. Es erscheint in dem Becken mit den Maßen 33,3 mal 12,5 Meter einladend blau.

Komplett neu gestaltet wurde auch der Bereich für die jüngsten Badbesucher. Kinder bis acht Jahre werden ihre Freude haben und ihr Minibecken nicht mehr wiedererkennen. Auch dieses ist jetzt aus Edelstahl, ist von den Ausmaßen her gewachsen und weist unterschiedliche Wassertiefen auf, bis 45 Zentimeter. Direkt daneben die Wasserspielelandschaft mit verschiedenen Spielgeräten und gepflasterten Mulden und Treppen. „Die Kinder werden hier ihre Freude haben“, ist sich Schwimmmeisterin Jessica Bubeck sicher.

Das alles hat allerdings auch einen stolzen Preis. „Die zuletzt eingeplanten 2,4 Millionen Euro werden nicht reichen“, sagt Wiedersatz. Die Bürgermeisterin schätzt, dass noch mal um die 300000 Euro dazukommen werden. Einerseits wegen der Wasserleitung, die man verlegen musste (wir berichteten), andererseits wegen des Asphalts, den man unter den Pflastersteinen im Umkleidebereich entdeckt habe. Dieser habe entfernt und teuer entsorgt werden müssen. Zudem habe man den Bereich vor dem Kiosk gepflastert.

Immer wieder weist die Rathauschefin auch auf die enorme Spendenbereitschaft in der Gemeinde hin: „Dank dieser Spenden und unzähliger, ehrenamtlicher Helfer konnte der Förderverein der Gemeinde in kürzester Zeit 220000 Euro zur Verfügung stellen.“ Die 300000-Euro-Marke werde wohl noch geknackt werden. Denn die Gruppe der Bädleswerker war ungeheuer fleißig (wir berichteten). Wiedersatz überschlägt, dass seither 1000 Arbeitsstunden zusammengekommen sind. Rechne man mit einem Stundensatz von 40 Euro, habe man am Ende einen Betrag von 40000 Euro eingespart, dank der Mithilfe der Ehrenamtlichen. „Ein ganz wichtiger Mann dabei war unser Ehrenamtskoordinator Günther Greiner“, betont Wiedersatz, „der hat uns wahnsinnig unterstützt, der ist richtig klasse.“ Die Bürgermeisterin freut sich auf eine weitere Spende: Angesichts der zahlreichen Badegäste, die auch aus Leutenbach kommen würden, habe die Nachbargemeinde einen Zuschuss in Höhe von 24000 Euro zugesagt. Bürgermeister Jürgen Kiesl will den Scheck am Freitag überreichen.

Mit Zuversicht und Freude blicken die Verantwortlichen in die Zukunft. Viele Ziele seien erreicht worden, darunter auch der Wunsch, dass auch künftig die Kinder aus der Umgebung das Schwimmen im Bädle erlernen können. Angesichts des Bädersterbens in Baden-Württemberg und Deutschland längst keine Selbstverständlichkeit mehr.

„Die Kinder werden ihre Freude haben“: Die Wasserspielelandschaft ist komplett neu gestaltet.

© Alexander Becher

„Die Kinder werden ihre Freude haben“: Die Wasserspielelandschaft ist komplett neu gestaltet.

Freibad wird in drei Schichten für jeweils drei Stunden geöffnet

Das Freibad Erbstetten eröffnet am Samstag, 1. August, um 10 Uhr.

Um die Hygienevorschriften wegen der Coronapandemie befolgen zu können, gibt es ein Drei-Schicht-System. Es gelten folgende Öffnungszeiten: 1. Schicht 10 bis 13 Uhr, 2. Schicht 14 bis 17 Uhr und 3. Schicht 17.30 bis 20.30 Uhr.

Pro Schicht will die Gemeinde maximal 300 Personen Eintritt ins Bad gewähren. Das sind weniger Badegäste, als gesetzlich erlaubt wären. Im großen Becken dürfen sich maximal 36 Schwimmer gleichzeitig aufhalten, im Planschbecken und in der Wasserspielelandschaft maximal jeweils zehn Kinder beziehungsweise Personen.

Nach jeder Schicht müssen alle Gäste das Freibad verlassen, um im Bad eine Reinigung und Desinfektion sowie anderen Badegästen einen Freibadeintritt zu ermöglichen.

Es werden keine Einzelkarten verkauft, um an der Kasse Warteschlange zu vermeiden und ein zügiges Eintreten zu gewährleisten.

Dauerkarten kosten in diesem Jahr (verkürzte Badesaison) 30 Euro für Erwachsene, 15 Euro für Kinder und Jugendliche und 40/55 Euro für Familien mit einem/zwei erziehungsberechtigten Erwachsenen und Kindern.

Zehnerkarten, die auch aufs nächste Jahr übertragbar sind, kosten 34 Euro für Erwachsene und 17 Euro für Kinder und Jugendliche.

Karten gibt es bereits jetzt schon im Rathaus zu kaufen sowie am Freitag zwischen 14 und 17 Uhr im Bädle (kein Badebetrieb). Online-Buchungen sind nicht möglich.

Das Freibad kann auch mehrmals am Tag zu unterschiedlichen Schichten besucht werden (maximale Besucherzahl beachten). Bei Zehnerkarten wird pro Schicht ein Eintritt fällig.

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Erstellt:
28. Juli 2020, 06:00 Uhr

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