Seltene Konstellation am Abendhimmel

Bis Samstag ist eine Planeten-Parade zu bestaunen

Sechs Planeten in einer Reihe am Abendhimmel: Die seltene Planeten-Parade sorgt aktuell für ein faszinierendes Schauspiel. Die Bedingungen für Beobachtungen sind günstig und das Wetter dürfte mitspielen.

Die acht Planeten unseres Sonnensystems.

© Imago/Zoonar

Die acht Planeten unseres Sonnensystems.

Von Markus Brauer

Es ist ein Fest für Sternenbeobachter, ein Spektakel, das außerordentlich selten am Nachthimmel zu sehen ist: Bereits jetzt zeigen sich fünf Planeten am frühabendlichen Himmel. Ab Samstag (28. Februar) wird sich auch die Venus zu Jupiter, Uranus, Saturn, Neptun und Merkur in einer Planeten-Parade dazugesellen.

Quintett der Planeten

Bei einer Planeten-Parade oder Planeten-Prozession sind gleichzeitig drei, vier oder fünf der freiäugig sichtbaren Planeten – Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn – recht nahe beieinander in einer Reihe am Himmel zu sehen sind.

Da ihre Bahnebenen nur wenig von der Ekliptik (die scheinbare jährliche Bahn der Sonne am Fixsternhimmel, betrachtet von der Erde aus)a bweichen, stehen bei solchen Konstellationen die Planeten annähernd auf einer Linie, die der Bogen eines großen Kreises auf der Himmelskugel ist.

An der Volkssternwarte Darmstadt beobachtet Bernd Scharbert, erster Vorsitzender des Vereins, die Himmelskörper. „Damit man eine Planeten-Parade hat, müssen viele Planeten auf der gleichen Seite der Sonne stehen. Nur dann kann man sie am Nachthimmel sehen“, erklärt er. Den Mars könne man noch nicht sehen, „weil er ganz nah bei der Sonne ist und schlecht beobachtbar ist“.

Beobachtungen nur nach Sonnenuntergang

Wer einen Blick auf die Parade der Himmelskörpersehen erheischen will, muss schnell sein: Nur direkt nach dem Sonnenuntergang steht Merkur tief im Westen, Venus leuchtet darüber. Jupiter ist direkt darüber gut zu erkennen. „Der Abstand von Merkur und Venus zur Sonne ist ungefähr die Breite einer Faust.“

In der Nacht zum Donnerstag (26. Februar) könnten die meteorologischen Bedinungen Beobachtungsbedingungenebenfalls günstig sein. Auch in der Nacht zum Freitag (27. Februar) wird wohl kein Regen fallen.

In der Nacht zum Samstag ist es anfangs voraussichtlich noch klar oder nur gering bewölkt. Im Verlauf könnte der Himmel dann allerdings bedeckt sein.

Esa verfolgt Reise der Raumsonden

Ein paar Kilometer von der Volkssternwarte entfernt, nehmen sich Astronomen am Europäischen Satellitenkontrollzentrum in Darmstadt mit Sonden der Europäischen Raumfahrtorganisation Esa professionell der Prozession an.

„Zum Merkur, der auch Teil dieser Planeten-Parade ist, haben wir vor sieben Jahren eine Sonde losgeschickt“, erläutert Florian Renk, als Leiter der Flugdynamik an den europäischen Missionen. „Die Sonde ‚BepiColombo’ wird auf diesem Weg schon fast zehn Milliarden Kilometer durch unser Sonnensystem zurückgelegt haben.“

Die Sonde soll im Dezember nach fast acht Jahren am Merkur vorbeifliegen. „In Darmstadt überwachen wir den Flugweg, dass wir auch wirklich am Merkur ankommen“, berichtet Renk. Nach zehn Milliarden Kilometern Flug „schaffen wir es, einen ganz, ganz kleinen, nur 5000 Kilometer im Durchmesser großen Planeten auf besser als 20 Kilometer genau zu treffen“.

Auch der Jupiter wird von Darmstadt aus angesteuert. Den rund 600 Millionen Kilometer entfernten Gasriesen wird die Raumsonde „Juice“ erst im Jahr 2031 erreichen. „Der Jupiter hat viele Monde. Wir wollen mit ‚Juice’ die Eismonde des Jupiters besuchen.“

„Der Planet, der noch ein bisschen weiter draußen ist, wunderschön anzuschauen mit seinem Ring, ist der Saturn, der auch Monde hat.“ Darüber wisse man „noch sehr, sehr, sehr, sehr wenig“, konstatiert Renk.

Planeten-Konstellationen

Die Planetenparade vom 27. Februar 1953 v. Chr. gilt als die größte scheinbare Annäherung aller fünf hellen Planeten in historischer Zeit.

Bei der vom 21. Januar 2025 bis Mitte Februar 2025 andauernden Planetenparade, waren die sechs Planeten Mars, Jupiter, Uranus, Neptun, Venus und Saturn am Nachthimmel sichtbar, freiäugig allerdings nur die näheren Vier.

Die nächste vergleichbare Planeten-Konstellation ist erst wieder im Jahr 2028 zu erwarten.

Planeten und Zwergplaneten

Pluto/PlutoideDer Begriff Planet war bereits im Altertum bekant. Lange Zeit gab es für diese Himmelsobjekte allerdings keine exakte wissenschaftliche Beschreibung. Erst 2006 verabschiedete die 26. Vollversammlung der Internationalen Astronomischen Union (IAU) eine Resolution, die Planeten sowie die neue Klasse der Zwergplaneten durch klarere Kriterien definiert. Die Festlegung war nötig geworden, um neu entdeckte, Pluto-ähnliche Himmelskörper - also Plutoide - in unserem Sonnensystem genauer einordnen zu können.

Planet Nach der Definion der IAU ist ein Planet ein Himmelskörper, der . . .

• sich in einer Umlaufbahn um die Sonne befindet.

Zwergplanet Nach der Definion der Internationalen Astronomischen Union IAU ist ein Zwergplanet ein Himmelskörper, der . . .

Anerkannte Planeten ie IAU zählt in unserem Sonnensystem offiziell acht Planeten (in der Reihenfolge der Entfernung zur Sonne): Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun sowie die fünf Zwergplaneten Ceres, Pluto, Haumea, Makemake und Eris. Es könnte jedoch Dutzende oder sogar Hunderte weitere Zwergplaneten in unserem Sonnensystem geben.

ErdeDie Erde ist der fünftgrößte und der Sonne drittnächste Planet unseres Sternensystems. Sie hat Durchmesser von 12 756 Kilometern, ist rund 4,6 Milliarden Jahre alt und etwa 150 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.

Erdähnliche PlanetenAls erdähnliche Planeten, terrestrische Planeten oder Gesteinsplaneten werden Himmelskörper bezeichnet, die in ihrem Aufbau der Erde gleichen. Sie bestehen vollständig oder fast vollständig aus festen Bestandteilen und haben einen Schalenaufbau. Neben Merkur, Venus, Erde und Mars – den vier Planeten des inneren Sonnensystems – gehören auch unser Mond, die Jupitermonde Io und Europa sowie die größeren Eismonde Ganymed, Kallisto, Titan, und Triton zu dieser Gruppe.

GasplanetenDaneben gibt es noch die Gasplaneten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun (auch jupiterähnliche Planeten genannt), die überwiegend aus leichten Elementen wie Wasserstoff und Helium bestehen und nur einen geringen Anteil an schwererem Material wie Gesteine und Metalle aufweisen.

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Erstellt:
25. Februar 2026, 12:26 Uhr

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