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Bischöfe rufen zu Solidarität auf

dpa/lsw Stuttgart/Karlsruhe/Freiburg. Diese Ostertage verlaufen anders als in den Vorjahren. Gottesdienste in den Kirchen können nicht besucht werden. Über verschiedene Medien können die Gläubigen aber teilhaben.

Bischöfe haben die Hände gefaltet. Foto: Zucchi Uwe/dpa/Archivbild

Bischöfe haben die Hände gefaltet. Foto: Zucchi Uwe/dpa/Archivbild

Die katholischen und evangelischen Bischöfe im Südwesten haben zur Solidarität in der Corona-Krise aufgerufen. „Wir können einander Mut machen und uns im Leid und in der Einsamkeit beistehen, durch tröstende Worte und durch das Gebet füreinander“, schreiben die vier Oberhirten in ihrem gemeinsamen Osterwort. „Auch wenn wir in diesem Jahr keine gemeinsamen Ostergottesdienste in unseren Kirchen feiern können, so dürfen wir darauf vertrauen, dass uns Ostern dennoch zusammenführt.“

Wegen der Pandemie müsse alles getan werden, damit das Virus sich langsamer verbreite und dadurch weniger Menschen sterben, heißt es in dem Schreiben. Ostern inspiriere aber auch zu Worten und Taten, die Hoffnung und Mut verbreiten. „Wir hören die Sorgen der Kranken und ihrer Angehörigen, die Klagen der Traurigen und die Zweifel der Einsamen und sagen auch ihnen die Botschaft weiter. Wir beten für Menschen in ihrer Not. Wir bitten auch für die, deren wirtschaftliche Existenz bedroht ist. Wir stützen einander und helfen, wo wir können.“

Unterzeichnet ist das Osterwort von den katholischen Bischöfen Stephan Burger (Freiburg) und Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) sowie von den evangelischen Landesbischöfen Jochen Cornelius-Bundschuh (Baden) und Frank Otfried July (Württemberg).

Die Landesregierung hatte erstmals am 17. März eine „Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus Sars-Cov-2“ erlassen. Dort ist unter anderem geregelt, welche Geschäfte und Unternehmen geschlossen werden müssen. Auch in Kirchen dürfen Menschen nicht zusammenkommen, Gottesdienst-Besuche sind nicht erlaubt - viele werden stattdessen im Internet, Fernsehen und Radio live übertragen. So auch über Ostern.

In seinem Ostergruß an Karfreitag in der Kleinen Kirche in Karlsruhe sagte Cornelius-Bundschuh laut einem vorab verbreitetem Text: „Manche sehen die gegenwärtige Krise als eine Zeitenwende, so wie den Fall der Mauer oder den Terroranschlag auf das World Trade Center. Das sind große Einschnitte; aber die eigentliche Wende unseres Lebens geschieht an Karfreitag und an Ostern.“

Es sei großartig, was Menschen gegenwärtig alles einfalle, um in Kontakt zu bleiben, ohne sich leibhaftig zu begegnen: vom Singen auf dem Balkon über die Nachbarschaftshilfe bis hin zu desinfizierten handgeschriebenen Postkarten mit Ostergrüßen in die Altersheime. „Wir denken nicht nur an unsere Gesundheitsversorgung, sondern auch an die der Flüchtlinge in den Lagern auf den griechischen Inseln. Wir holen endlich mehr als die 50 kranken Kinder zu uns. Wir zeigen: Europa steht für Versöhnung“, sagte Cornelius-Bundschuh.

Der Zwang zur Isolation, den viele gerade erleben, kann aus Sicht von Weihbischof Peter Birkhofer viele Menschen „jener Einsamkeit näherbringen, die Jesus im Garten Gethsemane erleiden musste, die er bis zu seinem Ende am Kreuz erlebt hat“. Besonders erwähnte Birkhofer die in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen seelisch und körperlich Isolierten; diejenigen, die ihre Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel setzten, sowie all diejenigen, die in Regionen lebten, „die nicht einmal annähernd über unsere medizinische Infrastruktur verfügen, ich denke besonders an unsere Freundinnen und Freunde in Peru, aber auch in Syrien, Moria auf Lesbos, Venezuela“.

Wegen der Corona-Pandemie feierte der Weihbischof den Gottesdienst unter Ausschluss der Öffentlichkeit im kleinen Kreis der Mitglieder des Domkapitels und der liturgischen Dienste der Dompfarrei. Die Gläubigen des Erzbistums konnten der Feier des Leidens und Sterbens Christi über einen Livestream online beiwohnen.

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Erstellt:
11. April 2020, 03:50 Uhr

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