Ex-Betriebsratschef von Porsche

Blaue Flecken, große Bühne – Uwe Hück geht wieder in die Wirtschaft

Der langjährige Porsche-Betriebsratsvorsitzende übernimmt ein Mandat bei einem großen Fitnesskonzern. Dass er seit Jahrzehnten Kampfsport betreibt, dürfte ihm dabei zugute kommen.

Uwe Hück ist Boxer und betreibt zudem ein Fitnessstudio.

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Uwe Hück ist Boxer und betreibt zudem ein Fitnessstudio.

Von Klaus Köster

Der langjährige Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück kehrt in die Wirtschaft zurück und hat ein Mandat bei einem großen Hersteller von Fitnessgeräten und Sport-Funktionskleidung übernommen. Nach Informationen unserer Zeitung ist Hück seit Kurzem Mitglied des Verwaltungsrats der Global Health Care AG, einer Holding, zu der unter anderem der Hersteller der in Fitnessstudios und Gesundheitszentren weit verbreiteten Milon-Trainingsgeräte gehört.

Hück, der in Pforzheim selbst ein großes Fitnessstudio betreibt und regelmäßig bei Benefizveranstaltungen gegen bekannte Boxer antritt, soll unter anderem repräsentative Aufgaben übernehmen. Angesichts seines hohen Bekanntheitsgrads dürfte er vor allem als öffentliches Gesicht des Unternehmens fungieren.

Zum Portfolio der Holding zählen neben Milon auch die sogenannten Five-Geräte, die in vielen Studios eingesetzt werden und vor allem der Dehnung der Muskulatur sowie dem Faszientraining dienen. Eine dritte Sparte ist der EMS-Technologieanbieter Easy Motion Skin. EMS steht für „elektrische Muskelstimulation“. Das Unternehmen fertigt Funktionskleidung für EMS-Training.

Produkte für gewerbliche und für private Kunden

Dabei wird die Muskulatur durch elektrische Impulse zusätzlich angeregt. In der Kleidung sind Elektroden angebracht, die durch einen Akku mit Strom versorgt werden. Mit diesem Produkt soll eine Zielgruppe angesprochen werden, die mit vergleichsweise geringem Zeitaufwand Muskelaufbau, Fettverbrennung und Regeneration erreichen will.

Die Global Health Care AG fungiert als Holdinggesellschaft, unter deren Dach die drei Hersteller angesiedelt sind. Nach Unternehmensangaben werden die Milon-Geräte in Bayern gefertigt, die zu einem großen Teil aus Holz bestehenden Five-Geräte im Schwarzwald und die EMS-Funktionskleidung in Tirol. Damit produziert das Unternehmen vollständig im deutschsprachigen Raum.

Mit seinem Produktspektrum spricht das Unternehmen sowohl gewerbliche Kunden – etwa Fitnessstudios, Betriebe mit betrieblichem Gesundheitsmanagement und Gesundheitszentren an als auch private Anwender.

Zirkelgeräte schaffen niedrige Einstiegshürde

Zirkelgeräte wie jene von Milon werden in Studios häufig eingesetzt, um die Einstiegshürde für Anfänger niedrig zu halten. Das Zirkeltraining folgt einem vordefinierten Ablauf von Übungen an einzelnen Geräten; Bewegungsabläufe sind weitgehend geführt, was das Risiko von Fehlbelastungen reduzieren kann. Zudem sind die Geräte digitalisiert, sodass sie sich bei der Nutzung automatisch auf die für den jeweiligen Benutzer hinterlegten Trainingsdaten einstellen.

Zu den großen Ausrüstern von Fitnessstudios auf dem deutschen Markt zählt auch der Münchner Hersteller E-Gym. Das Unternehmen bietet ebenfalls Geräte für das Zirkeltraining an, verfolgt jedoch ein teilweise anderes Geschäftsmodell. So betreibt E-Gym unter anderem die Plattform Wellpass, über die Firmen ihren Beschäftigten Training zu vergünstigten Konditionen anbieten können – etwa im Rahmen betrieblicher Gesundheitsprogramme.

Hück ist selbst engagierter Kampfsportler

Hück war von 2002 bis 2019 Betriebsratsvorsitzender bei Porsche. Darüber hinaus engagiert er sich seit vielen Jahren im Thai-Boxen, einer besonders körperintensiven Kampfsportart, in der er unter anderem zwei Europameistertitel gewann. Am 22. April will er bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung unter der Devise „Blaue Flecke für soziale Zwecke“ in Pforzheim gegen den früheren Boxweltmeister Robert Stieglitz antreten.

Seit einigen Jahren betreibt Hück in Pforzheim zudem ein Studio, in dem unter anderem Thai-Boxen und Krafttraining angeboten werden. Sein Engagement im Kampf- und Kraftsport sowie seine langjährige Industrieerfahrung dürften maßgebliche Gründe für seine Berufung in den Verwaltungsrat eines bedeutenden Unternehmens der Fitnessbranche gewesen sein.

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Erstellt:
18. Februar 2026, 13:44 Uhr

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