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Feuer zerstört Wohn- und Geschäftshaus

Backnanger Feuerwehr kämpft lange Zeit mit den Flammen – Siebenköpfige Familie verliert Wohnung – Hoher Sachschaden

Ein Feuer hat gestern ein Wohn- und Geschäftshaus in der Sulzbacher Straße in Backnang restlos zerstört. Die Feuerwehr war mit etwa 80 Mann und 11 Fahrzeugen im Einsatz und benötigte lange Zeit, um die Flammen zu löschen. Grund war die enge Bebauung in diesem Bereich am Rand der Altstadt. Es entstand hoher Sachschaden. Verletzt wurde glücklicherweise aber niemand.

Aufgrund der engen Bebauung war es nur über die Drehleiter möglich, die Flammen wirksam zu bekämpfen.Fotos: A. Becher

© Alexander Becher

Aufgrund der engen Bebauung war es nur über die Drehleiter möglich, die Flammen wirksam zu bekämpfen.Fotos: A. Becher

Von Matthias Nothstein

BACKNANG. Dicke Rauchschwaden, die aus dem Dach und dem Giebelfenster quellen, lassen gestern Morgen nichts Gutes ahnen. Und die Befürchtungen bestätigen sich kurze Zeit später. Obwohl die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Backnang keine lange Anfahrt haben und innerhalb von Minuten vor Ort sind, können sie letztendlich nicht verhindern, dass das Gebäude ein Raub der Flammen wird. Die Wehrmänner haben in diesem Bereich der Stadt auch größte Schwierigkeiten, den Löschangriff effektiv zu starten, da sie nur von vorne Zugang haben. Rechts und links stehen Häuser mit nur geringem Abstand. Und von hinten ist überhaupt kein Löschangriff möglich.

Die Bewohner im ersten und zweiten Obergeschoss konnten sich vor den Flammen ins Freie retten. Es handelt sich um Großeltern, Eltern und drei Kinder im Alter von drei, vier und sechs Jahren einer griechischen Familie, die seit Jahren in dem Haus wohnt. Im Erdgeschoss betreibt Zeeshan Javid den Telefonladen MB Telekom. Der 42-jährige Geschäftsmann, der auch sechs Filialen in Winnenden, Fellbach, Stuttgart und Esslingen betreibt, war gerade auf dem Weg zu seiner Zentrale, als die Feuerwehr anrückt. Hilflos muss er zusehen, wie das Haus über seinem Laden brennt.

Zur Brandursache und zur Höhe des Gebäudeschadens konnte die Polizei gestern noch keine Aussage machen. Rudolf Biehlmaier, einer der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Aalen, begründete dies unter anderem damit, dass das Dach des Gebäudes und eventuell sogar die Mauern einsturzgefährdet seien und die notwendigen Untersuchungen durch die Experten der Kriminalpolizei noch nicht begonnen wurden. Biehlmaier: „Wir haben die Ermittlungen aufgenommen. Und zu Vermutungen in Bezug auf die Brandursache werden wir uns nicht äußern.“

Kinder flohen ohne Schuhe und nur mit ihrem Schlafanzug bekleidet

Solche Vermutungen wurden noch während der Löscharbeiten angestellt. So soll das Feuer in einem Kinderzimmer ausgebrochen sein. Auch wurde verbreitet, dass ein Kind zugegeben habe, die Tapete angezündet zu haben. Tatsächlich flüchtete die Mutter mit ihren Kindern Hals über Kopf aus der Wohnung. Die Kinder hatten nur ihren Schlafanzug an und keine Schuhe. Sie fanden in der Kälte sofort Aufnahme in der gegenüberliegenden Physiopraxis, wo die Betroffenen mit Tee und Decken versorgt wurden. Die Familie wird, so bestätigte Gisela Blumer, die Leiterin des Rechts- und Ordnungsamts, in einem städtischen Gebäude, das für solche Notfälle vorgehalten wird, untergebracht.

Während des Einsatzes wurden die umliegenden Straßen für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Dies führte zu größeren Behinderungen in der Innenstadt, weil von der Sperrung auch der Bleichwiesenkreisel an der Sulzbacher Brücke betroffen war. Die Wehrmänner hatten auch im Bereich des Kreisels zahlreiche Schläuche verlegt, um vor Ort genügend Löschwasser zur Verfügung zu haben. Erst als die Zuleitungen mit Schlauchbrücken gesichert waren, konnten etwa die Autofahrer, die sich in der Marktstraße gestaut hatten, über den Kreisel wegfahren. Auswirkungen hatten die Sperrungen auch auf den Busverkehr. Die Busfahrer versuchten, über andere Routen zumindest einen Teil der Haltestellen anzufahren.

Während der Kreisel im Lauf des Tages freigegeben wurde, blieb die Sulzbacher Straße den ganzen Tag gesperrt, weil die Feuerwehr zum Löschen der Glutnester das Dach von außen öffnen musste. Laut Auskunft des Baurechtsamts der Stadt ist die Straße seit heute früh wieder frei, auch die Busse können dort wieder fahren. Der Gehweg bleibt allerdings weiterhin gesperrt. Das Technische Hilfswerk hat das Gebäude gesichert, Statiker haben es auf Einsturzgefahr hin überprüft.

Ein Großaufgebot an Feuerwehrmännern verhinderte das Übergreifen der Flammen.

Ein Großaufgebot an Feuerwehrmännern verhinderte das Übergreifen der Flammen.

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Erstellt:
27. Februar 2020, 10:11 Uhr
Aktualisiert:
27. Februar 2020, 21:15 Uhr

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