Brettschneider: Eisenmann aus Schusslinie nehmen

dpa/lsw Konstanz. CDU-Herausforderin Susanne Eisenmann wird es nach Einschätzung eines Politexperten bei der Landtagswahl schwer haben gegen Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Die Kultusministerin habe insbesondere in der zweiten Corona-Welle keine gute Figur abgegeben, als sie sich gegen die Politik von Kretschmann und auch gegen den Kurs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gestellt habe, sagte Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider von der Uni Hohenheim dem „Südkurier“ (Samstag). „Und wenn sie dann auch noch sagt, dass eine Planung für Schulen derzeit langfristig leider nicht möglich ist, fragt man sich schon, wozu man dann eigentlich eine Kultusministerin braucht.“ Zudem sei Eisenmann recht unbekannt.

Susanne Eisenmann (l, CDU) lächelt. Foto: Bernd Weissbrod/dpa/Archivbild

Susanne Eisenmann (l, CDU) lächelt. Foto: Bernd Weissbrod/dpa/Archivbild

Amtsinhaber Kretschmann hingegen stehe genauso unangegriffen da wie vor fünf Jahren, sagte Brettschneider der Zeitung weiter. „Es ist ihm gelungen, keine Kratzer abzubekommen. Er ist unangefochten.“ Das einzige Thema, das für den 72-Jährigen schwierig werden könnte, sei das Alter. Das passiere aber erst, wenn der Eindruck entstehe, dass ein Ministerpräsident nicht mehr so leistungsfähig ist wie vorher. „So lange es den Menschen gut geht und sie den Eindruck haben, dass er verantwortungsvoll mit den Themen im Land umgeht, stört sie sein Alter nicht“, sagte der Professor. Dass Kretschmann bis zur Wahl Mitte März etwas schaden könne, sei nicht zu erwarten. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass er irgendetwas Unberechenbares machen würde“, sagte Brettschneider. „Da ist er nicht der Typ dafür.“

Die Grünen lagen im Umfragen zuletzt vor der CDU. Um das zu ändern, müsste Eisenmann aus Sicht Brettschneiders aus der Schusslinie, „in die sie sich selbst immer bringt. Wenn sie kontrolliert handeln würde, wäre es für die CDU schon einmal ein Pluspunkt“. Ein weiterer Faktor sei die Entscheidung über den CDU-Vorsitz auf Bundesebene. „Das wird in Baden-Württemberg, wo die Unterstützung an der Basis für Friedrich Merz sehr stark ist, vermutlich Spuren hinterlassen.“

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Erstellt:
9. Januar 2021, 13:07 Uhr

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