Breuninger-Parkhaus: Bagger rücken an

Knapp acht Wochen dauert der Abriss des Parkhauses im Bohnenviertel für einen neuen Mobility Hub. Die Sperrung der B-14-Rampe zum Charlottenplatz beginnt am 27. Mai.

Rund sechs bis acht Wochen soll der Abriss des Breuninger-Parkhauses im Bohnenviertel dauern.

© Lichtgut/Leif Piechowski

Rund sechs bis acht Wochen soll der Abriss des Breuninger-Parkhauses im Bohnenviertel dauern.

Von Alexander Müller

Stuttgart - Der große Abrissbagger steht bereit: Nun hat auch die letzte Stunde für die graue Betonhülle des Breuninger-Parkhauses geschlagen. Ab kommender Woche wird das dreistöckige Gebäude im Bohnenviertel abgetragen. Es weicht auf dem rund 25 000 Quadratmetern großen Gelände neben dem Haus für Film und Medien einem modernen Mobility Hub. Rund „sechs bis acht Wochen werden die Abrissarbeiten dauern“, sagt die zuständige Projektleiterin von Breuninger. Von Ende Mai an muss dafür dann auch die Rampe der B 14 zum Charlottenplatz gesperrt, der Verkehr über die Esslinger Straße umgeleitet werden.

Bereits seit Anfang März laufen die Maßnahmen im Innern des Gebäudes sowie auf der Umleitungsstrecke und am Leonhardsplatz. Doch nun wird der Abbruch auch sichtbar. Seit Jahrzehnten kennen die täglich vielen Tausend Verkehrsteilnehmer auf der B 14 das Gebäude. Noch. In den kommenden Wochen wird der knapp 25 Meter große Abrissbagger von der Seite zum Charlottenplatz aus die Beton- und Stahlteile Schritt für Schritt „abkneifen. Es ist schon fast ein chirurgischer Eingriff“, erklärt die Projektleiterin. Der anfallende Bauschutt muss nicht komplett abgefahren werden, sondern wird zum Teil als Auffüllmaterial für das Untergeschoss verwendet. Grundsätzlich würden alle Lastwagen direkt über die B 14 an- und abfahren, nicht durch das Bohnenviertel. Zudem wird das Baufeld so gesichert, dass der Verkehr auf dem Seitenstreifen der B 14 zum Charlottenplatz nicht beeinträchtigt wird.

Gemäß dem Zeitplan tritt die für den Neubau notwendige Sperrung erst am 27. Mai in Kraft. Dann wird der Verkehr von der B-14-Rampe über den Leonhardsplatz über die Esslinger Straße umgeleitet. „Dann werden auch die vorbereitenden Maßnahmen abgeschlossen sein“, sagt die Projektleiterin. Derzeit ist die Esslinger Straße noch für den Durchgangsverkehr gesperrt. Eine tiefe Baugrube auf der östlichen Seite lässt dies nicht zu. In sieben Metern Tiefe sind die Bauarbeiter damit beschäftigt, das im Untergrund befindliche Regenüberlaufbecken umzubauen. „Es ist alles auf den Termin ausgelegt. Bislang liegen wir voll im Zeitplan.“

Rund zwei Jahre soll die Umleitung über die enge Anliegerstraße im Bohnenviertel dauern. Die Stadt geht von rund 4000 Fahrzeugen am Tag aus. Die Straße ist zum Teil bereits für den erwarteten Durchgangsverkehr umgestaltet, auch auf dem Leonhardsplatz ist eine neue Einfahrt von der B 14 entstanden. Bereits zu erkennen ist, was auf die Menschen zukommen könnte. Immer wieder kommt es zu Ärger zwischen Radfahrern und Fußgängern auf den auf eine Breite von bis zu 1,50 Meter zurückgebauten Gehwegen, damit die anderen Flächen der Fahrbahn zugeschlagen werden konnten.

Daher hatten die ortsansässigen Händler im Vorfeld deutlich gemacht, dass sie um ihre Existenz fürchten. Aber nicht nur das: Kritik entlud sich auch am geplanten Neubau selbst. Anlieger hatten moniert, dass der neue Mobility Hub lediglich über eine Zugangshöhe von maximal 2,10 Meter verfügt. Zu niedrig zum Beispiel für E-Transporter von ansässigen Firmen, um sie im Neubau aufladen zu können.

Eine Umplanung komme allerdings nicht mehr in Frage. Zum einen sei man in der Innenstadtlage durch den Bebauungsplan bei der Frage der Höhe von Neubauten eingeschränkt, zum anderen habe der Gemeinderat den Baubeschluss dafür getroffen. Dennoch suche man nach Lösungen. So habe bereits ein Treffen mit den Stadtwerken Stuttgart stattgefunden, um entsprechende Ladesäulen im Umfeld zu realisieren.

Trotzdem sollen „von diesem richtungsweisenden Projekt nicht nur unsere Kundinnen und Kunden profitieren, sondern alle Stuttgarter“, betont Breuninger-Geschäftsführer Holger Blecker. Er versteht den neuen Mobility Hub als „eine zukunftsfähige Vision, um Parkmöglichkeiten und Mobilität zu schaffen – und damit unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu leisten.“ Auf 25 000 Quadratmetern sollen verschiedene Fortbewegungsmittel miteinander verknüpft werden. Der öffentliche Nahverkehr ist vorhanden, und der Neubau sieht neben rund 480 Pkw-Parkplätzen – viele davon mit Ladesäulen für E-Autos ausgestattet – auch 150 Fahrrad-Stellplätze, Raum für E-Scooter sowie Carsharing-Angebote und weitere Dienstleistungen rund um die Mobilität vor.

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Erstellt:
16. Mai 2024, 22:10 Uhr
Aktualisiert:
17. Mai 2024, 22:03 Uhr

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