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Brücke über den Brucher Bach wird saniert

Seit Jahren verfolgt die Gemeinde Weissach im Tal den Plan, die Tragkraft des maroden Bauwerks in Oberweissach zu erhöhen. Jetzt soll das Vorhaben wahr werden: Der Gemeinderat gab der Verwaltung grünes Licht, die Ausschreibung vorzunehmen. Mit dem Bau kann wohl im Herbst begonnen werden.

Die Tragfähigkeit der maroden Brücke über den Brucher Bach in Oberweissach soll im Zuge einer Sanierung erhöht werden. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Die Tragfähigkeit der maroden Brücke über den Brucher Bach in Oberweissach soll im Zuge einer Sanierung erhöht werden. Foto: A. Becher

Von Armin Fechter

WEISSACH IM TAL. Kleines Bauwerk – große Probleme: Um die Sanierung der Brücke im Kammerhofweg in Gang zu bekommen, musste die Gemeinde viele Hürden überwinden. Jetzt ist noch die wasserrechtliche Genehmigung abzuwarten, dann kann die Ausschreibung erfolgen. Der Gemeinderat hat dieses Vorgehen in seiner jüngsten Sitzung gebilligt.

Zahlreiche Fragen wurden im Verlauf des Genehmigungsverfahrens aufgeworfen, und es gab, wie Sarah Kienzle-Krauter vom Gemeindebauamt sagte, zur Abstimmung mit dem Landratsamt mehrere Gespräche und Vor-Ort-Termine. Die waren nötig geworden, weil die Genehmigungsbehörde zunächst einen kompletten Neubau verlangt hatte. Das Projekt hätte damit aber gewaltige Dimensionen angenommen. Denn wegen der gesetzlichen Bestimmungen müsste in diesem Fall nicht nur die Höhe eines alle 100 Jahre zu erwartenden Hochwassers überbaut, sondern auch noch eine zusätzliche Reserve von 50 Zentimetern zur Unterkante der Brücke hergestellt werden.

Dadurch käme das Bauwerk aber in eine Höhenlage, die ganz und gar nicht mehr zu den angrenzenden Straßen passt. Die Anschlüsse müssten, so Kienzle-Krauter, auf Brückenniveau angehoben werden. Dadurch wiederum ergäbe sich ein Gefälle, das für Busse und Lastwagen auf den gegebenen kurzen Strecken nicht mehr zu bewältigen wäre. „Die örtlichen Gegebenheiten schließen somit einen wirtschaftlichen Neubau mit einer angehobenen Brückenkonstruktion aus“, stellte Kienzle-Krauter in diesem Zusammenhang fest.

In der Folge wurden verschiedene Varianten untersucht und mit Vertretern des Umweltschutzamts diskutiert. Dabei kam es in Sachen HQ 100 zu einer Einigung, allerdings verbunden mit der Auflage, Abgrabungen am Ufer vorzunehmen, damit der Wasserspiegel im Ernstfall nicht zu stark steigt. Mit so einem Eingriff wiederum war die Gemeinde gezwungen, anstelle einer einfachen wasserrechtlichen Genehmigung ein aufwendiges Planfeststellungs- beziehungsweise Plangenehmigungsverfahren einzuleiten. Hydraulische Berechnungen des Backnanger Ingenieurbüros Frank zeigten dann aber, dass der Effekt der Abgrabungen recht gering wäre. Infolgedessen rückte das Landratsamt von seiner Forderung ab, und die Gemeinde konnte in das einfache Wasserrechtsverfahren einsteigen. Mit der Genehmigung rechnet Kienzle-Krauter in den nächsten Wochen.

Kritische Schäden festgestellt

Die Brücke über den Brucher Bach wurde 1937 gebaut. 1991 hat der Gemeindebauhof einen 1,80 Meter breiten Geh- und Radweg dazu angelegt.

Die derzeitige Traglast beträgt 10,8 Tonnen. Die Tragfähigkeit wird grenzwertig genutzt: Busse, Müllfahrzeuge und Schwerverkehr rollen über die Brücke, daher soll die Tragkraft erhöht werden. Künftig sollen Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 30 Tonnen dort fahren können.

Bei der letzten Hauptprüfung im März 2018 wurde ein kritischer Zustand ermittelt – in allen relevanten Bewertungskriterien wie Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit. Handlungsbedarf besteht insbesondere wegen Durchfeuchtungen und Abplatzungen sowie Rissen und Betonausbrüchen im Bereich der Widerlager.

Schulkinder sollen während der Bauzeit die Bushaltestelle an der Ebniseestraße nutzen und über einen Fußweg (Hauswiesen) etwa 550 Meter zur Schule gehen. Der Pkw-Verkehr wird über Bruch (Brückenstraße/Sommerhalde/Feldwege) umgeleitet.

Die Baukosten betragen 138000 Euro, dazu gibt es einen Zuschuss von 63000 Euro. Baubeginn ist voraussichtlich im Herbst. Bauzeit: sechs bis acht Wochen. Eine Verschiebung der Bauarbeiten auf die Sommerferien 2021 hätte laut Bürgermeister Ian Schölzel zur Folge, dass der Zuschuss neu beantragt werden müsste.

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Erstellt:
27. Juni 2020, 16:00 Uhr

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