Camping

Bürstner stellt Wohnwagen-Produktion ein

Nach mehr als 60 Jahren schließt Bürstner einen wichtigen Produktionsbereich. Der Kehler Hersteller konzentriert sich künftig auf Reisemobile und Camper-Vans.

Die Marke Bürstner ist bei Generationen von Campern bekannt und beliebt.

© IMAGO/Sebastian Geisler

Die Marke Bürstner ist bei Generationen von Campern bekannt und beliebt.

Von mic/red

Der traditionsreiche Hersteller Bürstner aus Kehl (Ortenaukreis) beendet nach mehr als sechs Jahrzehnten seine Wohnwagen-Produktion. Ab der Saison 2027 wird das Unternehmen keine Caravans mehr herstellen und sich stattdessen auf Reisemobile konzentrieren.

Geschäftsführer Hubert Brandl betont, es handle sich nicht um einen endgültigen Abschied, sondern um eine strategische Neuausrichtung: „Unsere Entscheidung ist eine bewusste Fokussierung der Marke Bürstner auf die konsequente Weiterentwicklung unseres Portfolios für Camper-Vans und Reisemobile.“

„Bürstner reloaded“ – aber ohne Wohnwagen

Diese Umstrukturierung wurde bereits beim Caravan-Salon 2025 unter dem Motto „Bürstner reloaded“ eingeleitet. Das Unternehmen reduzierte sein Angebot auf drei Kernmodelle: den Budget Camper-Van Papillon, den Sprinter Habiton sowie den Signature (teilintegriert).

Der Rückzug spiegelt einen klaren Markttrend wider: Während die Neuzulassungen für Wohnwagen in Europa um 11 Prozent und in Deutschland sogar um 13,4 Prozent zurückgingen, blieb der Reisemobilmarkt stabil. Als Grund nennt Bürstner veränderte Kundenbedürfnisse - motorisierte Fahrzeuge bieten mehr Flexibilität ohne die Notwendigkeit eines Zugfahrzeugs.

Bürstner gehört zur Hymer-Gruppe

Für bestehende Kunden soll sich wenig ändern. Bürstner, das seit 1998 zur Hymer-Gruppe gehört, verspricht weiterhin Ersatzteile und Service für alle Wohnwagen. Innerhalb der Unternehmensgruppe bleiben mit LMC, Dethleffs und Eriba zudem andere Marken im Wohnwagen-Segment aktiv.

Trotz dieses prominenten Rückzugs bleibt die deutsche Camping-Industrie europaweit führend. 2025 wurden bundesweit rund 94.100 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen, und der Gebrauchtmarkt erreichte mit über 192.000 Besitzumschreibungen sogar einen neuen Rekord.

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Erstellt:
28. April 2026, 15:30 Uhr

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