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Bund will Prämie für E-Autos verlängern

Die Frist für den Bonus läuft im Juni aus – doch im Fördertopf des Staats ist noch viel Geld

Berlin In Sachen Elektromobilität haben die deutschen Autohersteller und die Bundesregierung große Pläne. Gleichwohl kommt der Absatz strombetriebener Fahrzeuge hierzulande nur langsam in Schwung. Die Regierung will deshalb auch in Zukunft finanziell nachhelfen, damit sich mehr Autokäufer in Deutschland für einen Stromer entscheiden: Wie das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin am Mittwoch bestätigte, arbeitet es an einer Verlängerung der umstrittenen Kaufprämie für Elektroautos. „Die Bundesregierung prüft zurzeit die Verlängerung und gegebenenfalls Anpassung des Umweltbonus“, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit.

Die Förderrichtlinie für die Kaufprämie – offiziell Umweltbonus genannt – läuft nach gegenwärtiger Rechtslage spätestens im Juni aus. Bisher ist aber nur ein geringer Teil des bereitgestellten Geldes abgeflossen. Von den 600 Millionen Euro Bundesmitteln sind noch mehr als drei Viertel vorhanden. Etwa 100 000 Autokäufer stellten bislang einen Antrag auf die Auszahlung des Bonus. Die Regeln sehen vor, dass Käufer von Autos mit reinem Batterieantrieb einen Zuschuss von 4000 Euro erhalten. Bei Hybridfahrzeugen sind es 3000 Euro. Die Kosten teilen sich Bund und Hersteller je zur Hälfte. Die Kaufprämie gibt es seit 2016. Sie soll auch zur Verbesserung der Luftqualität beitragen.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) begrüßte am Mittwoch die Überlegungen der Bundesregierung, den Umweltbonus weiterlaufen zu lassen. „Es wäre nicht vermittelbar zu sagen: Der Topf ist zwar noch nicht ausgeschöpft, wird aber dennoch geschlossen – und zwar jetzt, wo der Hochlauf beginnt“, sagte ein VDA-Sprecher.

Die Bundesregierung wollte ursprünglich bis Ende des Jahres 2020 in Deutschland eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße bringen. Dieses Ziel wird sie aber weit verfehlen, weshalb im aktuellen Koalitionsvertrag davon auch keine Rede mehr ist. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte im vergangenen Herbst gesagt, dass das Ziel voraussichtlich erst 2022 erreicht werde.

Die Autobauer Daimler, VW und BMW investieren massiv in die E-Mobilität. Der Absatz in Deutschland ist aber noch sehr überschaubar, wenngleich er mit großen Schritten wächst. Im vergangenen Jahr legte die Zahl der neu zugelassenen Autos mit reinem Elektroantrieb nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes um knapp 44 Prozent auf rund 36 000 zu. Gleichzeitig kamen mehr als 130 000 Hybridfahrzeuge zusätzlich auf die Straße, was einem Plus von rund 54 Prozent entsprach. Insgesamt regis­trierte die Flensburger Behörde im vergangenen Jahr 3,44 Millionen Pkw-Neuzulassungen.

Die Opposition im Bundestag warf der Bundesregierung am Mittwoch Planlosigkeit bei der Förderung sauberer Antriebe vor. „Dass noch Geld im Topf ist, zeigt vor allem, dass es die Bundesregierung total verpennt hat, die nötigen Rahmenbedingungen für die Elektromobilität zu setzen“, sagte Grünen-Wirtschaftsexperte Dieter Janecek. Er ergänzte: „Solange wir nicht endlich einen konsequenten Ausbau der Ladein­frastruktur bekommen, werden wir – Kaufprämie hin oder her – bei der Elektromobilität weiterhin nur schleppend vorankommen.“ Neben fehlenden Ladesäulen gelten die hohen Anschaffungspreise für E-Autos sowie die relativ geringen Reichweiten der Stromer als Hauptgründe dafür, dass die große Mehrheit der Fahrzeugkäufer weiterhin auf Verbrennungsmotoren setzt.

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Erstellt:
14. Februar 2019, 03:04 Uhr

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