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Corona-Ausbruch in Bayern: 174 Erntehelfer angesteckt

dpa Mamming. Auf einem großen Gemüsehof in Bayern infiziert sich mehr als ein Drittel der in Sammelunterkünften untergebrachten Erntehelfer. Wie ist das möglich?

Ein Arzt nimmt in einer Hausarztpraxis mit einem Tupfer einen Abstrich bei einer Frau für einen Corona-Test. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Ein Arzt nimmt in einer Hausarztpraxis mit einem Tupfer einen Abstrich bei einer Frau für einen Corona-Test. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Nach einer Corona-Masseninfektion auf einem großen Gemüsehof im bayerischen Mamming stehen fast 500 Menschen unter Quarantäne und dürfen den Betrieb nicht mehr verlassen. Ein Sicherheitsdienst überwacht das Ausgehverbot.

Insgesamt 174 Erntehelfer wurden bei der Reihenuntersuchung positiv auf den Corona-Erreger Sars-CoV-2 getestet, wie das Landratsamt Dingolfing-Landau am Samstagabend mitteilte.

„Um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, müssen wir zum Schutz der Bevölkerung leider diesen Schritt gehen“, erklärte Landrat Werner Bumeder (CSU). Zuvor hatten sich in dem Betrieb bereits sieben Mitarbeiter infiziert - dies war der Anlass des Reihentests.

Bei dem Betrieb handelt es sich um einen großen Gemüsehof, der Erdbeeren, Gurken, Kohl und Rote Bete anbaut - die Gurken aber nur für Einlegegläser. Mamming ist eine ländliche Gemeinde mit gut 3300 Einwohnern.

Bumeder appellierte an die Bürger, Ruhe zu bewahren: „Nach unseren Informationen handelt es sich um einen geschlossenen Personenkreis.“ Auf dem Hof wurden infizierte von nicht infizierten Mitarbeitern getrennt, das Gelände ist nun von einem Absperrzaun umgeben.

Grüne und SPD gaben der bayerischen Staatsregierung Mitverantwortung. Die zwei Oppositionsfraktionen warfen Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und seinem Kabinett vor, die Kontrolle der Unterkünfte von Saisonarbeitern zu vernachlässigen. „Das kann sich bitter rächen, wenn solche lokalen Infektionsgeschehen ausgreifen und regionale Lockdowns angeordnet werden müssen“, sagte Jürgen Mistol, der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen.

Das sieht die SPD ganz ähnlich: „Wir haben nach dem Corona-Ausbruch in dem Wiesenhof-Schlachthof Mitte Mai bereits ein Sonderkontrollprogramm auch für Bauernhöfe mit Erntehelfern gefordert“, sagte Umweltexperte Florian von Brunn. „Gerade die Hygienebedingungen am Arbeitsplatz und die Wohnverhältnisse müssen aus unserer Sicht scharf kontrolliert werden. Das ist offensichtlich nicht passiert.“ Der Ausbruch sei „mit Ansage“ gekommen.

© dpa-infocom, dpa:200726-99-925702/8

Fast 500 Menschen wurden von den Behörden unter Quarantäne gestellt und dürfen das Betriebsgelände nicht mehr verlassen. Foto: Armin Weigel/dpa

Fast 500 Menschen wurden von den Behörden unter Quarantäne gestellt und dürfen das Betriebsgelände nicht mehr verlassen. Foto: Armin Weigel/dpa

Eine Frau und ein Mann gehen hinter einem Absperrzaun auf dem Gelände des Hofs. Foto: Armin Weigel/dpa

Eine Frau und ein Mann gehen hinter einem Absperrzaun auf dem Gelände des Hofs. Foto: Armin Weigel/dpa

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Erstellt:
26. Juli 2020, 15:17 Uhr

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